Am Samstag reisen Nagolds Verbandsliga-Handballerinnen zum Auswärtsspiel nach Tübingen. Da liegt Spannung in der Luft. It’s Derbytime!
SG Tübingen – VfL Nagold (Samstag, 18 Uhr, Sporthalle des Landkreises, Tübingen-Derendingen). Nach der uninspirierten Niederlage gegen den Tabellenletzten SG Gutach/Wolfach eine Woche zuvor, lautet die Frage aller Fragen: Welches Gesicht zeigt der VfL Nagold jetzt in Tübingen? Wie ambitioniert gehen die VfL-Frauen das Spiel an? Erfolgt eine Trotzreaktion der Mannschaft?
Motiviert dürften beide Teams sein. Denn in der Verbandsliga Staffel 3, da ist ein Aufeinandertreffen der SG Tübingen mit dem VfL Nagold quasi ein Derby. Keine Auswärtsfahrt des VfL Nagold ist kürzer als die zur SG in die Kreisporthalle im Tübinger Teilort Derendingen.
Einschätzung fällt schwer
Wäre die Niederlage vor einer Woche nicht gewesen, dann hätte man dem VfL Nagold vor diesem Spiel wohl auch die Favoritenrolle zugeschrieben. So aber fällt die Einschätzung schwer. Die SG Tübingen steht in der Tabelle zwar mit 8:20 Punkten auf Rang neun und damit zwei Plätze hinter dem VfL, doch das Selbstbewusstsein ist gewachsen. Denn Tübingen hat einen Lauf.
In den letzten fünf Spielen fuhr die SG drei Siege ein, darunter auch einen Auswärtserfolg im jüngsten Spiel bei der SG Maulburg/Steinen. Und auch bei den verlorenen Spielen ging es zum Teil eng zu.
Nagolds Trainer Markus Renz ist überzeugt: „Tübingen ist zurzeit super drauf. Die gewinnen viele Spiele oder halten gut mit.“ Beeindruckt hat Renz auch, dass die Tübingerinnen sogar gegen den Tabellenführer SV Allensbach 2 zum Teil deutlich mit sieben Toren in Führung lagen. Auch wenn sie das Spiel letztlich daheim noch mit 31:36 verloren – „das hat doch gezeigt, dass die gut spielen können. Das hat man ja auch schon beim Hinspiel bei uns in Nagold gesehen“.
Die Karten werden neu gemischt
Renz jedenfalls sieht die Favoritenrolle gerade wegen der starken Form, in der sich Tübingen derzeit befindet, bei den Gastgeberinnen. „Für uns muss das nicht schlecht sein“, ist er überzeugt.
Der VfL Nagold steht in der Tabelle auf Rang sieben und hat mit 14:14 Punkten auch schon deutlich mehr Punkte als die Tübingerinnen eingefahren. Dennoch liegt eine schmerzliche Niederlage hinter dem Team aus Nagold.
In Tübingen aber werden die Karten neu gemischt. Das Besondere dabei, die Frage, ob ein Team einen Vorteil hat, weil es gewohnt ist zu harzen oder nicht, stellt sich nicht. Beide Mannschaften spielen und trainieren ohne Haftmittel. In diesem Punkt erwartet die Zuschauer also ein Spiel auf Augenhöhe.
Auch beim Hinspiel begegneten sich zunächst zwei ziemlich gleichstarke Mannschaften. Erst in der zweiten Hälfte zog der VfL Nagold langsam, aber dann doch deutlich davon. Letztlich war das Spiel ein Torspektakel, das 36:29 endete.
„Ich hoffe, dass wir alles ein bisschen besser machen als im letzten Spiel“, sagt Nagolds Trainer. Und er hoffe, dass die „Kränklichen wieder ein bisschen fitter sind“. In den drei Trainingsabenden in der Woche galt es, den Kopf nach der Niederlage wieder ein bisschen freizubekommen.
So steht’S um den Kader
Klar ist für den VfL-Coach: „Da wird schon was auf uns zukommen.“ Also gelte es, sich wieder auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Im Angriff wünscht er sich „weniger Hektik und weniger Fehler“. Und in der Defensive eine solide Abwehrarbeit. Renz: „Jede müsste da eigentlich ihre Aufgaben kennen.“
Zum Kader: „Ein paar Fragezeichen gibt es noch“, sagt Markus Renz. Eventuell werde Keeperin Julia Völpel nach Verletzungspause zurückkehren.