Die Spiele in der Fremde werden für Nagolder Handballfrauen einfach kein Quell der Freude. Daran änderte sich auch bei der HSG Stuttgart/Metzingen 3 nichts.
Da war es wieder, das Auswärtsgesicht der VfL-Verbandsliga-Handballerinnen. Zu viele technische Fehler, zu viele hängende Köpfe und zu wenig Tempo im Spiel. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass es die Nagolderinnen nicht gewohnt sind, mit Harz zu spielen. Aber nicht nur.
Nüchterne Analyse
Nagold-Coach Markus Renz verfällt dennoch nicht in Generalkritik. Sehr nüchtern fällt seine Analyse aus. Zum Beispiel verweist er auf die ersten sieben Minuten – so lange hielt der VfL nämlich mit. „Wir sind vielleicht ganz okay ins Spiel gestartet“, sagt Renz.
Dann arbeiteten die Gegnerinnen sich aber von 4:4 auf 7:6 vor – und Markus Renz nahm schon nach neun Minuten die erste Auszeit, begann auch ein wenig zu wechseln. „Wir machten da einfach ein paar technische Fehler zu viel“, sagt Renz zu dieser Phase. Doch es wurde im weiteren Spielverlauf nicht besser. Und so ging die HSG Stuttgart/Metzingen 3 bis zur Pause auf 14:9 weg.
Zu viele technische Fehler
Das Thema mit den technischen Fehlern, also vor allem unsauberen Pässen, die nicht ankommen und unkonzentrierten Ballverlusten, war vielleicht der Knackpunkt. Denn mit jedem Ballverlust im Angriff lud der VfL die Gastgeberinnen zu ihrem schnellen Konterspiel ein. „Die haben das gut bestraft, sind ihre leichten Konter gelaufen“, so Renz. Und: „Da waren wir auch in der Rückzugsbewegung nicht gut.“
Trainer Markus Renz erkennt die Qualität an
Der VfL tat sich zudem schwer damit, die quirligen jungen HSG-Spielerinnen in der Abwehr zu stellen. „Viele der Eins-gegen-eins-Situationen der Stuttgarterinnen waren erfolgreich“, erkennt Renz auch die Qualität bei der HSG an. Dennoch: Wie die Gegnerinnen ihre Tore erzielt hätten, das sei generell zu einfach gewesen.
Das Tempo fehlt
„Wir dagegen taten uns brutal schwer in den Eins-gegen-eins-Situationen im Angriff, vor allem in der ersten Halbzeit. Da sind wir, glaube ich, kein einziges Mal wirklich mit einer Körpertäuschung oder einem Überzieher an den Gegenspielerinnen vorbeigekommen.“ Laut Renz hat seinen Mädels da auch das Tempo gefehlt – ein Thema, das sich allgemein durch die Auswärtsspiele ziehe.
Zweite Halbzeit besser
Die zweite Hälfte kann aus VfL-Sicht eh etwas positiver betrachtet werden. Insgesamt konnten die Nagolderinnen die zweiten 30 Minuten ausgeglichen gestalten und kamen mehrfach bis auf zwei Tore an die Gegnerinnen heran.
Ausfall von Sophie Reime tut weh
Als Knackpunkt, dass der wirkliche Turnaround nicht gelang, sieht der VfL-Coach den Ausfall von Spielmacherin Sophie Reime, die sich während der zweiten Hälfte eine Schulterverletzung zuzog. „Das hat dem Spiel ein bisschen den Stecker gezogen“, sagt Renz. Die Gegnerinnen setzten sich danach wieder auf bis zu sechs Tore ab. „Von minus zwei auf minus sechs. Das immer wieder aufzuholen, das kostet Kraft. Und irgendwann ist dann die Puste aus.“
Puste brauchen die Nagolder Handballerinnen aber wieder an den nächsten Wochenenden. Es stehen zwei weitere der ungeliebten Auswärtsspiele an – gegen die Handballregion Bottwar SG und den TSV Allowa. „Zwei leichtere Gegner als die HSG Stuttgart/Metzingen“ – so ist zumindest die Ansicht von Coach Renz. „Die sind beide nicht so überragend in die Saison gestartet.“ Diesen beiden Partien gilt nun der volle Fokus.
HSG Stuttgart/Metzingen 3 – VfL Nagold 29:24 (14:9)
VfL Nagold: Julia Völpel und Denisa Ciornei im Tor, Sofia Thomaidou (8), Sophie Reime (4), Alena Wolf (4), Alisa Kübler (3), Aline Rau (2), Nina Kiefer (1), Janina Koch (1), Sarah Kunz (1), Aileen Hofmann, Lena Roller, und Lisa Weiß.