Mit zum Teil düsteren Mienen verfolgen die VfL-Spielerinnen die letzten Spielminuten. Foto: Heiko Hofmann

Nagolds Verbandsliga-Handballerinnen haben die nächste ärgerliche Niederlage einstecken müssen. Auch in Tübingen war nichts zu holen.

SG Tübingen – VfL Nagold 37:29 (23:17). Immerhin – findet zumindest VfL-Coach Markus Renz – sei sein Team „einen Tick besser“ gewesen als bei der Niederlage beim Tabellenletzten Gutach/Wolfach vor einer Woche. Für die Abwehrarbeit dürfte diese Aussage allerdings kaum zutreffen. 37 kassierte Tore – das ist deutlich zu viel.

 

In der Defensive hat der VfL Nagold nämlich schon viele seiner Spiele gewonnen. Beim Auswärtsspiel bei der SG Tübingen war der Verbandsligist davon aber meilenweit entfernt. Schon das Halbzeitergebnis spricht Bände: Mit 23:17 für Tübingen ging es in die Pause. Bei manchen Frauenspielen hätte das auch ein Endergebnis sein können.

Die Wahrheit liegt in der Mitte

War nun der VfL so schlecht oder die SG Tübingen so gut? Die Wahrheit liegt in der Mitte. Jedenfalls legte die SG los wie die Feuerwehr. Vor allem in der ersten Hälfte zwangen die Tübingerinnen dem VfL Nagold ihr Spiel auf. Und das geht vor allem über Tempo. Und das können sie richtig gut.

VfL hält nicht lange mit

Nur ein paar Minuten lang konnte der VfL dieses Tempo mitgehen und auch mit eigenen Treffern dagegenhalten. Nach fünf Minuten Spielzeit stand es schon 5:5. Dann setzte die SG zu einem ersten Lauf an und enteilte bis zur zehnten Minute auf 10:5.

Nagold berappelte sich zwar wieder, doch letztlich war es mehr oder weniger immer dieser Abstand, dem der VfL hinterherrannte.

14 Minuten vor dem Ende stand es 30:25 für die SG Tübingen. Und langsam spürte man dem Nagolder Spiel an, dass das Team nicht mehr an sich glaubte. Renz findet dennoch, dass sein Team in der zweiten Hälfte über etwa 20 Minuten das bessere Team gewesen sei. „Dann mussten wir im Angriff mehr riskieren, deshalb ist es zum Schluss noch so deutlich geworden.“

Das ist ärgerlich aus VfL-Sicht

Mit 29:37 musste sich der VfL Nagold letztlich geschlagen geben. Besonders ärgerlich aus VfL-Sicht: Damit hat Tübingen auch den direkten Vergleich aus beiden Spielen mit einem Tor für sich entschieden. Das Hinspiel hatte der VfL Nagold mit 36:29 gewonnen.

Verloren wurde das Spiel vor allem in der Abwehr. Mit dem Tempospiel der Tübingerinnen kam Nagold lange nicht zurecht. „Zurzeit können wir das nicht verteidigen“, gibt Markus Renz offen zu. „Man merkt, dass ein paar Spielerinnen Trainingsrückstand haben, ein paar krank waren und ein paar zu viel mit sich selber beschäftigt waren.“

Das sagt Markus Renz

Der Nagolder Trainer ist überzeugt: „In der Hinrunde hätten wir das verteidigt bekommen, jetzt im Moment aber nicht.“ Damit dürfte auch klar sein, wo die Trainingsschwerpunkte beim VfL in den nächsten Wochen liegen dürften. Es geht darum, zurück zu den alten Tugenden zu finden.

Dabei habe Tübingen vorne gar nichts Großartiges gespielt. „Die gingen Tempo, Tempo, Tempo“, so Renz. Die Gegnerinnen hätten eben das gespielt, was sie können. „Und Tübingen war halt auch fitter als wir.“

Noch ein Blick auf die Offensive des VfL Nagold: 29 Tore hat der VfL erzielt. Renz: „Das war eigentlich keine schlechte Angriffsleistung von uns.“ Oft habe sein Team im Angriff auch gute Lösungen gefunden.

Doch natürlich hat auch Renz wahrgenommen, dass da viel mehr möglich war. Die Trefferquote war nicht wirklich gut – „und dann noch die vermeidbaren technischen Fehler, das hat uns am Ende das Genick gebrochen“. Den Gastgeberinnen habe somit eine „solide Abwehr gereicht“, um Nagold zu besiegen.

Zwei spielfreie Wochenenden folgen

Nun stehen dem VfL Nagold zwei spielfreie Wochenenden bevor. „Das tut uns ja vielleicht ganz gut“, hofft Renz.

Zur Tabelle: Der VfL Nagold ist jetzt mit 14:16 Punkten auf Platz acht unter zwölf Teams. Die SG Tübingen lauert mit 10:20 Punkten direkt dahinter.

VfL Nagold: Emily Bayer und Annika Thillmann im Tor, Nastja Seydt (10), Alena Wolf (5), Sofia Thomaidou (4), Aline Rau (3), Sarai Brösamle (2), Aileen Hofmann (2), Luisa Harr (1), Janina Koch (1), Alisa Kübler (1), Luisa Eipper, Sarah Kunz, Madeleine Majer, Lena Roller und Karoline Wolf.