Die Nagolder Handballerinnen haben in die Fremde ein Problem. Nach vier Niederlagen in Folge ging es zum TSV Allowa. Dort passierte beinahe Unglaubliches.
Auswärtssiege sind besonders schön. Vor allem für die Frauen des VfL Nagold. Nach einem harten Fight, den der VfL schließlich mit 23:20 gegen des TSV Allowa für sich entscheiden konnte, lagen sich die Spielerinnen wild jubelnd in den Armen.
Sieg mit Seltenheitswert
Das liegt auch daran, dass Auswärtssiege beim VfL höchst selten sind. Im zweiten Verbandsligajahr war es erst der zweite Auswärtssieg – und in dieser Saison der erste. Und der war auch noch ziemlich wichtig.
Nach vier Niederlagen in Folge ging es für Nagolds Handballerinnen auch darum, nicht in eine Ergebniskrise zu rutschen. Der VfL zeigte von Anfang an, dass er so gar keinen Bock hat auf Krise.
Nagolder Frauen rackern
Die Nagolderinnen witterten schnell, dass an diesem Abend in der Sporthalle in Alfdorf ein Sieg möglich war. Sie spielten konzentriert, rackerten in der Abwehr, zeigten den Gastgeberinnen von Anfang an, dass mit ihnen zu rechnen ist. Nur im Abschluss haperte es ein wenig – fast schon traditionell beim VfL. Aber solange die Abwehrreihen hinten zusammen mit Keeperin Denisa Ciornei dichthielten, fiel das schlicht nicht ins Gewicht.
Nur einmal in Rückstand
Letztlich war der Sieg verdient und irgendwie auch souverän. Der TSV Allowa jedenfalls lag in den 60 Minuten nur ein einziges Mal in Führung, und das war nach dem 1:0 in der ersten Minute. Die erste Hälfte gehörte ansonsten weitestgehend dem VfL. Vor allem die ersten zwölf Minuten glänzte das Team aus Nagold, auch im Angriff, allen voran Aline Rau, die insgesamt zehn Tore markierte und auch die 8:3-Führung in der zwölften Minute erzielte.
In der sehr hart, aber dennoch fair geführten Partie gaben die Gastgeberinnen aber nie auf. Auch dem TSV Allowa war anzumerken, dass er dringend auf Punkte angewiesen ist. Erst einen Sieg hatte das Team einfahren können. Da schien Nagold als möglicher Aufbaugegner daheim gerade zur rechten Zeit zu kommen.
Bruch im Spiel
„Nach dem 8:3 gab es bei uns einen kleinen Bruch. Da waren wir in der Abwehr nicht mehr zupackend genug und vergaben auch im Angriff einige Chancen“, analysiert Markus Renz die darauf folgende Phase des Spiels. Allowa kam bis auf 8:8 heran. „Ab da war es dann auch echt ein enges Spiel“, findet Renz. „Aber leichte Vorteile lagen schon immer bei uns.“ Mit einer knappen 12:11-Führung ging es für den VfL in die Pause.
Lob vom Trainer
Die Frauen von Markus Renz und seinem Co-Trainer Patrick Seyfarth blieben konzentriert. „Es war gut, dass wir uns da nicht haben nervös machen lassen“, so Renz. In der zweiten Hälfte galt es, die letzten Kraftreserven anzuzapfen. Mit Erfolg. Wieder garantierte die Abwehrarbeit den Sieg. „Allowa musste da um jedes Tor echt kämpfen“, lobt Renz die Defensive. Der TSV konnte in den zweiten 30 Minuten lediglich neun Tore erzielen. Die VfL-Abwehr hatte das Spiel weitestgehend im Griff.
Die Spannung steigt
Es ging dennoch spannend zu. Nagold geriet zwar nie in Rückstand, doch unentschieden stand es öfters. Zuletzt 18:18 in der 53. Minute. In den letzten Minuten hatte der TSV Allowa dem VfL nicht mehr viel entgegenzusetzen. Die Nagolder Spielerinnen zogen ihren Gegnerinnen den Zahn und siegten verdient mit 23:20. „Schon die Trainingswoche war recht gut“, merkt Nagolds Coach Markus Renz nach dem Spiel an. „Da war schon zu spüren bei den Mädels, dass sie das Spiel jetzt unbedingt gewinnen wollten.“
Traum: Ein Heimsieg zu Weihnachten
Den Schwung dieses verdienten Auswärtssiegs gelte es nun, mit in die nächste Partie zu nehmen. Das letzte Spiel der Hinrunde wird als Heimspiel auf ungewohntem Terrain ausgetragen – nämlich am Samstag, 14. Dezember, 18 Uhr, in der Sporthalle in Ebhausen.
TSV Allowa – VfL Nagold 20:23 (11:12)
VfL Nagold: Emily Bayer und Denisa Ciornei im Tor, Aline Rau (10), Alisa Kübler (5), Sofia Thomaidou (3), Alena Wolf (3), Sophie Reime (2), Aileen Hofmann, Nina Kiefer, Janina Koch, Sarah Kunz, Lena Roller und Lisa Weiß. Offizielle: Marlen Dengler, Luisa Eipper, Markus Renz und Patrick Seyfarth.
Schiedsrichter: Michael Entzminger, Christopher Kopp.