Linkshänderin Lena Roller erzielte drei Tore für den VfL Nagold. Foto: Heiko Hofmann

Im letzten Heimspiel ging es um nicht mehr viel. Entsprechend fad wirkte das VfL-Spiel.

VfL Nagold – HSG Baar 18:26 (10:16). Überraschend deutlich verlief die Heimpleite des VfL Nagold gegen die HSG Baar. Wobei Baar als Tabellendritter angereist war und Nagold als Achter sicher nicht die Favoritenrolle innehatte. Doch eigentlich kann der VfL mehr, vor allem daheim in der Bächlenhalle, die auch diesmal wieder prächtig gefüllt war.

 

Dem Spiel war deutlich anzusehen, für welche Mannschaft es sportlich noch um etwas geht, und um welche nicht. Wie bereits erwähnt, spielte Nagold mehr oder weniger mit angezogener Handbremse. Sportlich ging es eben um nichts mehr. Und irgendwie schien sich das auch in den Hinterköpfen der Spielerinnen eingebrannt zu haben.

HSG Baar hat noch ein Ziel

Ganz anders bei der HSG Baar. Der Aufsteiger spielt eine starke Premierensaison und kann sich tatsächlich sogar noch den Vizemeistertitel holen. Und diese Chance wusste man auch in Nagold zu wahren. Baar gewann verdient, vor allem auch, weil die HSG ein konzentriertes Spiel ablieferte. Für die Gäste entscheidet sich die Platzierung nun im letzten Spiel, wenn sie daheim den bereits feststehenden Meister SV Allensbach 2 empfangen. Sollte Baar gewinnen, würde das Team damit auch noch die Spvgg Mössingen vom zweiten Tabellenplatz verdrängen. Hier bleibt es also spannend bis zum letzten Spieltag.

Der VfL Nagold dagegen spielte oft unkonzentriert. Die Zahl der technischen Fehler und vergebenen Chancen war hoch. Dennoch machte der Verlauf der ersten Hälfte deutlich, dass Nagold handballerisch sicher nicht das schlechtere Team ist. Die Gäste von der Baar erwischten zwar einen 2:0-Traumstart, doch der VfL hielt mit, glich nach 15 Minuten auf 6:6 aus, und blieb die ersten 25 Minuten auch dran am Gegner. Doch die aus VfL-Sicht äußerst unglücklich verlaufenden sechs Schlussminuten in der ersten Hälfte brachten die HSG Baar mit einem 6:1-Lauf zur Pause mit 16:10 in Führung.

Kaum noch Gegenwehr

In der zweiten Hälfte war dann nicht mehr viel von einer Nagolder Gegenwehr zu spüren. Dem VfL zeigte kaum mehr Biss. Warum auch immer. Sicher aber auch, weil die sportlichen Ambitionen fehlten. Und womöglich waren die Gedanken auch schon am Ende des Spiels.

Personelle Änderungen

Denn es standen Verabschiedungen an, und dabei galt es, schmerzliche Personalien zu verkünden. Tränenreich wurde vor allem die routinierte Keeperin Julia Völpel verabschiedet, die mit 42 Jahren in Mössingen neue sportliche Herausforderungen suchen will. Dabei geht sie von einem Aufstieg ihres neuen Teams in die Oberliga aus. Ob das am Ende wirklich so kommt, ist aber bis jetzt nicht sicher.

Auch die schon länger verletzte Torhüterin Denisa Ciornei verlässt nun offiziell das Team. Ihr Studium, aber und das Verletzungspech trieben das große Torhüterinnentalent, das auch schon in der Jugend beim VfL spielte, zu diesem Entschluss.

Der dritte Abschied: Co-Trainer Patrick Seyfahrth wird in der nächsten Saison nicht mehr an der Seite von Markus Renz die Verbandsliga-Handballerinnen aus Nagold betreuen.

„Neutral betrachtet war das ein verdienter Sieg der HSG Baar“, analysierte Nagolds Trainer Markus Renz nach der Partie. Vor allem mit der guten Abwehr habe sich sein Team das ganze Spiel über schwergetan. Über die Abwehr sei Baar oft konsequent und erfolgreich in die erste, zweite Welle gegangen und habe so auch leichte Tore gegen Nagold erzielt.

Ein „bisschen verbockt“

Zur Offensivleistung seines Teams merkt Renz an: „Wir haben es im Angriff selbst ein bisschen verbockt durch einfache technische Fehler, durch Unkonzentriertheiten beim Abschluss. Man muss aber auch sagen, dass die Torhüterinnen von Baar gut gehalten haben.“

Fazit Renz: „Wir hätten in allen Bereichen einen sehr, sehr guten Tag gebraucht, um Baar zu schlagen.“ Und: „Deshalb steht die HSG Baar ja auch verdient in dieser Saison auf Tabellenplatz drei.“ Baar spiele zwar keinen Zauberhandball, doch das Einmaleins des Handballs beherrsche das Team einfach gut.

Die Aufstellung

VfL Nagold: Julia Völpel und Emily Bayer im Tor, Aline Rau (5), Lena Roller (3), Nastja Seydt (3), Sarah Kunz (2), Alena Wolf (2), Aileen Hofmann (1), Alisa Kübler (1), Sofia Thomaidou (1), Marlen Dengler, Luisa Eipper, Luisa Harr, Amelie Hartmann, Nina Kiefer und Janina Koch.