Mit einem stark dezimierten Kader ist der TSV Altensteig am Samstagabend bei der SG Kenzingen/Herbolzheim angetreten – und sorgte früh für Verwunderung bei vielen Liveticker-Lesern.
Trainer Alex Hils stand selbst auf dem Feld. Am Ende unterlag der TSV mit 28:34 (14:21), zeigte jedoch über weite Strecken Moral und Geschlossenheit.
Bereits am Spieltag musste kurzfristig ein weiterer Spieler aus privaten Gründen passen. In einem ohnehin schmal besetzten Aufgebot entstand damit die nächste Lücke. In Rücksprache mit Manager Jochen Holzäpfel und Co-Trainer Michael Schweizer entschied sich Hils, sich ebenfalls mit aufzuwärmen – zunächst als Option. „Wir wollten schauen, wie es läuft“, erklärte er später.
Die Partie begann offen. Bis zur 11. Minute hielt Altensteig das Spiel eng (7:6). Tim Schweizer, Jannik Holzäpfel, Gabor Karap und Luca Eckhard setzten Akzente. Doch dann schlichen sich Unsauberkeiten ins Angriffsspiel ein. Technische Fehler und überhastete Abschlüsse nahmen dem TSV den Rhythmus. Kenzingen nutzte diese Phase konsequent und zog innerhalb weniger Minuten auf 11:6 davon.
In der 15. Minute passiert’s
Verantwortung kennt keinen Platz: Als sich zeigte, dass auf der Mitte die gewünschte Stabilität fehlte, reagierte Hils. In der 15. Minute betrat er das Feld – und traf mit seinem ersten Ballkontakt zum 7:11. Ein klares Zeichen.
Der Trainer übernahm Verantwortung, organisierte das Spiel neu und brachte mehr Struktur in die Abläufe. „Aber auch ich habe Fehler gemacht“, ordnete er nach der Partie selbstkritisch ein.
Trotz verbesserter Ordnung blieb der gegnerische Angriff schwer kontrollierbar. „Das war unser größtes Problem“, so Hils. Mit dem wurfstarken Oliver Bührer an der Spitze agierte Kenzingen abgeklärt und ging mit einer deutlichen 21:14-Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel zeigte der TSV ein anderes Gesicht. Die Defensive stand stabiler, das Umschaltspiel funktionierte besser – und der Rückstand begann zu schmelzen.
Die letzte Konsequenz fehlt phasenweise
Zwischen der 47. und 53. Minute verkürzten Hils, Schweizer und Andy Dannenberg auf vier Tore – die Chance auf drei war da. Altensteig war zurück im Spiel.
Doch in den entscheidenden Momenten fehlte die letzte Konsequenz. Ballverluste und Fehlwürfe verhinderten, dass der Druck vollständig auf die Gastgeber überging. Kenzingen antwortete auf jede Annäherung abgeklärt und stellte den Abstand wieder her. Am Ende stand ein 34:28.
Das war der überragende Mann auf dem Feld
Überragender Mann auf TSV-Seite war Tim Schweizer. Mit zwölf Treffern – aus dem Feld wie vom Siebenmeterpunkt – hielt er seine Mannschaft über die gesamte Spielzeit im Rennen. Auch Tomislav Sudaric, gesundheitlich angeschlagen, biss auf die Zähne und kämpfte sich durch die Partie.
Bemerkenswert: Die zweite Halbzeit entschied Altensteig mit 14:13 für sich. „Da haben wir Charakter und Moral gezeigt“, betonte Hils. „Daran müssen wir uns aufbauen.“
Die Niederlage war keine Frage der Intensität. Einsatz und Wille stimmten. Nicht durchgehend gelang es jedoch, die nötige Konstanz im Angriffsspiel zu finden – ein Gleichgewicht, das in einem durch Ausfälle verschobenen Gefüge mit begrenzten Optionen schwer herzustellen ist.
Unterm Strich bleibt eine Niederlage gegen einen starken Gegner – aber auch ein Auftritt, der den Zusammenhalt sichtbar machte. Und ein Trainer, der voranging, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.
Die Aufstellung
TSV Altensteig: Tim Schweizer (12), Luca Eckhard (3), Alexander Hils (3), Tomislav Sudaric (3), Hannes Wagner (3), Andreas Dannenberg (1), Jonathan Eckhard (1), Jannik Holzäpfel (1), Gabor Karap (1), Felix Bormann, Tobias Harastko, Dominik Koch.
Eine denkbar knappe Niederlage musste die zweite Mannschaft des TSV Altensteig in der Landesliga hinnehmen. Gegen den HC Neuenbürg 2000 2 unterlag das Team mit 25:26 (14:16). In einer ausgeglichenen Partie blieb die Begegnung bis in die Schlussphase offen.