Tim Schweizer traf viermal ins Schwarze. Foto: Erwin Wasserbauer

Der TSV Altensteig zeigt sich lange dominant – doch ein überfallartiger Kill-Moment der Gastgeber dreht die Partie in der Schlussphase um 180 Grad.

Es gibt Spiele, die mehr sind als nur zwei Punkte. Und es gibt Spiele, die man eigentlich nicht verlieren darf. Der TSV Altensteig hat im Abstiegskampf einen herben Rückschlag hinnehmen müssen.

 

Beim direkten Konkurrenten TuS Altenheim unterlag das Team trotz klarer Führung mit 34:36 (21:19) – und gab dabei ein Spiel aus der Hand, das lange Zeit unter eigener Kontrolle stand.

Altensteig erwischte einen starken Start und präsentierte sich im Angriff variabel und durchschlagskräftig. Mit maximalem Zug und hoher Klarheit diktierte der TSV vom Anwurf weg das Tempo. Über Treffer von Hannes Wagner, Luca Eckhard und Jannik Holzäpfel (2) zog Altensteig früh auf 4:1 (6.) davon.

Altensteig klar überlegen

Doch nicht nur die schnelle Führung war bemerkenswert – Altensteig war nach dem 31:32 gegen Leonberg/Eltingen auch physisch klar überlegen und erzeugte kontinuierlich Druck. Dass Altenheim beim 5:8 früh zur Auszeit gezwungen wurde (11.), unterstreicht die Dominanz der Gäste in dieser Phase. Auch danach blieb Altensteig stabil, fand Lösungen gegen die Defensive des TuS und hielt den Vorsprung konstant (7:11/15., 8:13/18.).

Allmählich entwickelte sich jedoch ein offener Schlagabtausch, da auch Altenheim erfolgreich abschloss. Vor allem ein irre starker Linus Adam prägte das Spiel aufseiten der Gastgeber. Altensteig bekam ihn zunächst schwer in den Griff, hielt aber mit eigener Qualität dagegen und ging mit einer 21:19-Führung in die Halbzeit.

Altensteig reagiert

Nach dem Seitenwechsel reagierte Altensteig auf Adam und verteidigte ihn deutlich konsequenter. Die Anpassung griff – gleichzeitig blieb der TSV stabil. Mitte der zweiten Hälfte folgte die stärkste Phase: Mit konsequent ausgespielten Angriffen und einer kompakten Defensive setzte sich Altensteig auf 31:25 (48.) ab und schien das Spiel zu kontrollieren.

Alex Hils verteilt Lob

„Eine 6:0-Führung während der Sieben-gegen-sechs-Attacke des Gegners ist eine starke Leistung“, lobte TSV-Trainer Alex Hils diese Phase.

Der Überfall

Doch in den letzten zehn Minuten passierte etwas Ungewöhnliches: Es war ein reiner Überfall. Altensteig verlor schlagartig die Struktur im Angriff. Technische Fehler und Ballverluste häuften sich, wodurch Altenheim immer wieder zu einfachen Toren über Gegenstöße kam und die sich bietenden Möglichkeiten gnadenlos ausnutzte. Mit fünf Toren in Serie raubten die Gastgeber dem TSV den Vorsprung innerhalb kürzester Zeit (30:31/ 53.).

Auszeit verpufft

Trotz Auszeit und erneuter Führung (32:34/58.) gelang es dem TSV nicht mehr, das Spiel zu stabilisieren. Altenheim glich aus (34:34/59.) und entschied die Partie mit zwei schnellen Kontertoren zum 36:34.

Bittere Niederlage

Für Altensteig ist die Niederlage besonders bitter, da der TSV über weite Strecken das Spiel im Griff hatte und sich in eine aussichtsreiche Position gebracht hatte. Letztlich entschieden technische Fehler, hektische Abschlüsse und fehlende Spielsteuerung in der Schlussphase.

Hils zeigte sich nach der Partie entsprechend enttäuscht: „Das tut weh. Wir investieren viel, führen deutlich – und bringen uns am Ende selbst aus dem Rhythmus. Wir machen vorne zu viele Fehler und laufen in Konter. In solchen Phasen müssen wir ruhiger bleiben und bessere Entscheidungen treffen. So darf uns das Spiel nicht mehr entgleiten.“

Hannes Wagner überragt

Eine besonders starke Leistung zeigte Hannes Wagner, der offensiv ordentlich ablieferte, immer wieder die Initiative ergriff und dem Spiel Durchschlagskraft verlieh.

Die Aufstellung

TSV Altensteig: Hannes Wagner (8), Tomislav Sudaric (7), Jannik Holzäpfel (5), Gabor Karap (4), Tim Schweizer (4), Lukas Scheu (3), Jonathan Eckhard (1), Luca Eckhard (1), Paul Wagner (1), Marvin Bayer, Philipp Bietsch, Felix Bormann, Andreas Dannenberg, Tobias Harastko, Florian Koch

TSV 3

Erfolgreich war dagegen die dritte Mannschaft, die sich bei der SG Freudenstadt/Baiersbronn mit 31:28 durchsetzte. Alexander Albrecht brillierte mit zwölf Toren.