Lukas Scheu überwand Ettlingens Keeper Luis Lagasse einmal. Foto: Wasserbauer

Der TSV Altensteig kämpft leidenschaftlich und auf Augenhöhe doch eine brutale Unterzahlphase entscheidet am Ende die Partie zugunsten der Gäste.

Die Eichwaldhalle stand 60 Minuten unter Strom. Mittendrin eine Altensteiger Mannschaft, die kämpfte – mit einem starken Impulsgeber Luca Eckhard, der später noch wichtige Akzente setzte – und am Ende trotzdem mit 24:30 (11:11) gegen die HSG Ettlingen vom Feld ging. Wer nur auf das Ergebnis schaut, verpasst die Geschichte dieses Spiels.

 

Der TSV erwischte einen schwierigen Start. Nach sechs Minuten lag Altensteig mit 1:4 zurück, fand zunächst schwer Zugriff auf das Tempo der Gäste. Doch mit zunehmender Spielzeit wuchs die Stabilität. Paul Wagner glich kurz vor der zehnten Minute zum 5:5 aus, Tim Schweizer und Lukas Scheu legten nach – ein 3:0-Lauf, der die Halle explodieren ließ.

In Minute 14 führte Altensteig erstmals mit 7:5. Altensteig verteidigte stark, hatte im Angriff aber immer wieder harte Arbeit vor sich. In der 24. Minute stand es 10:8 durch Hannes Wagner, ehe Ettlingen mit drei Treffern in Serie konterte. Schweizer setzte kurz vor der Pause den wichtigen Ausgleich zum 11:11.

Alles offen zur Halbzeit

Und Altensteig kam stark zurück. Tomislav Sudaric und Jonathan Eckhard erhöhten nach Wiederanpfiff auf 14:12 (36.). Luca Eckhard glänzte beim 15:12 (40.) und baute mit herausstechen Aktionen den Vorsprung weiter aus. Der TSV spielte hier mutig, kontrolliert, ging konsequent in die Tiefe. Die Halle trug jede Aktion mit. Bis zur 44. Minute entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – 18:17, 18:18, 19:18. Spannung pur.

Entscheidende Phase

Dann kam die Phase, die das Spiel entschied. Über die Bewertung einzelner Entscheidungen lässt sich diskutieren. Fakt ist: Der Spielverlauf verlor in dieser Phase seine Balance. Aus einem offenen Schlagabtausch wurde ein Lauf, den Altensteig nicht mehr stoppen konnte.

Zwischen Minute 45 und 52 geriet Altensteig in eine Serie von Zeitstrafen. Vier Zwei-Minuten-Strafen in kurzer Folge zerrissen den Spielfluss komplett. Zeitweise agierte Altensteig gleichzeitig mit zwei Spielern weniger – eine Extremsituation, die selbst eingespielte Mannschaften kaum überstehen. In der Hektik häuften sich die Ballverluste.

Kein Glück im Abschluss

Auch das Glück schlich sich hier davon: Pfosten, Gegenstoß, nächster Rückschlag. Während der TSV um Struktur rang, nutzten die Tigers die Situation eiskalt, trafen mehrfach in Folge, inklusive Treffern ins leere Tor und drehten das Spiel: 19:26 (52.). Dennoch brach Altensteig nicht auseinander. Selbst angeschlagen suchte der TSV weiter den Weg nach vorne. Niklas Holzäpfel setzte Nadelstiche. Andy Dannenberg und Gabor Karap trafen unter Druck. Doch der Rückstand aus der Unterzahlphase wog zu schwer. Ettlingen spielte die Schlussminuten routiniert herunter. Am Ende stand ein 24:30 auf der Anzeigetafel.

Lob vom Gegner

Dass Altensteig mehr war als nur ein geschlagener Gegner, bestätigte Ettlingens Spielmacher Nick Kusch nach Abpfiff: „Die Mannschaft hat extrem viel Kampfgeist. Gegen die zu spielen, ist richtig unangenehm, vor allem defensiv. Die halten stark zusammen, nehmen uns das Tempo weg, zwingen uns zu vielen Stops, das hat uns stark gefordert, mussten uns da richtig durchbeißen. Ihr 7-gegen-6 hat uns überrascht – das war richtig stark. Wenn die so weitermachen, holen sie diese Saison noch einige Punkte.“

Das sagt Alex Hils

TSV-Trainer Alex Hils sah trotz der Niederlage viele richtige Ansätze: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Wir spielen über weite Strecken genau das, was wir uns vornehmen. Diese Unterzahlphase hat uns das Genick gebrochen – aber die Art, wie wir uns trotzdem wehren, darauf können wir aufbauen.“

TSV Altensteig – HSG Ettlingen 24:30 (11:11)

TSV Altensteig: Felix Bormann, Lukas Scheu 1, Niklas Holzäpfel 1, Paul Wagner 1, Philipp Bietsch, Hannes Wagner 2, Tim Schweizer 3 (1/0), Jonathan Eckhard 2, Tomislav Sudaric 7 (2/1), Luca Eckhard 2, Gabor Karap 3, Andreas Dannenberg 2, Marvin Bayer. Offizielle: Alexander Hils, André Dannenberg.

TSV 2 und 3

Der Landesligist lieferte sich ein torreiches Duell. Gegen die HSG Willstätt/Hanauerland 2 hielt der TSV 2 lange mit, musste sich am Ende aber mit 31:35 geschlagen geben. Besser machte es die dritte Mannschaft: Gegen den TV Weilstetten 3 sicherte sich der Bezirksligist einen verdienten 31:24-Heimsieg.