Trotz großer Moral und 34 eigener Treffer unterliegt der TSV Altensteig dem HTV Meißenheim in einem emotional und physisch intensiven Oberliga-Duell mit 34:39.
Dramatik, Tempo, Härte – der Abend bot alles, was ein enges Oberliga-Spiel ausmacht. Der TSV Altensteig musste sich nach 60 anspruchsvollen Minuten geschlagen geben, in einer Partie, die immer wieder auf der Kante stand. Letztlich gelang es den Gästen, die ausschlaggebenden Momente in eigene Richtung zu lenken.
Der Start verlief schwierig: Meißenheim fand früh in seine Abläufe und erzielte in den ersten zehn Minuten acht Treffer – Altensteig lediglich vier. Dieser Unterschied prägte die gesamte Anfangsphase und zwang den TSV von Beginn an in eine permanente Aufholbewegung.
Doch Altensteig reagierte. Ab der 15. Minute gewann das Team spürbar Struktur, verteidigte aktiver und setzte im Angriff präzisere Akzente. Hannes Wagner, Gabor Karap und Lukas Scheu brachten Energie ins Spiel, Paul Wagner ordnete das Tempo und führte klug durch die Angriffe.
10:15, 11:15, 12:15
Der Rückstand schmolz Stück für Stück: 10:15, 11:15, 12:15 – eine klare Annäherung, getragen von besserem Zugriff und kompakterer Defensive. Kurz vor der Pause war der TSV wieder vollkommen im Spiel und verkürzte auf 15:17 (29.). Ein Moment, in dem die Partie hätte kippen können.
Doch in den letzten Sekunden lief Altensteig zweimal nicht sauber durch – und Meißenheim schlug sofort zu. Zwei Treffer unmittelbar vor dem Pfiff veränderten die komplette Statik der Begegnung: Statt mit zwei Toren Rückstand ging der TSV mit 15:19 in die Kabine. „Ein Knackpunkt“, wie Trainer Alex Hils später einordnete: „Wenn wir die minus zwei Tore in die Pause bringen, läuft die zweite Halbzeit anders.“
So lief’s im TSV-Angriff
Nach dem Seitenwechsel bestätigte sich das Bild der ersten 30 Minuten. Altensteig fand vorne regelmäßig Lösungen, doch Meißenheim beantwortete nahezu jeden Treffer im Gegenzug. Die Hausherren schafften es nicht, zwei oder drei Defensivstopps in Serie zu setzen – genau die Sequenzen, die nötig wären, um ein Spiel dieser Intensität zu drehen. Der Abstand blieb konstant und wuchs bis zur 39. Minute auf acht Tore an (21:29).
Die folgende Auszeit brachte kurz neuen Impuls. Altensteig erhöhte das Tempo, setzte Akzente aus dem Rückraum und blieb mental präsent. Die Partie wurde ruppiger, die Halle lauter, die Stimmung aufgeladener.
Meißenheim findet Lösungen
Doch immer dann, wenn sich ein Altensteiger Umschwung andeutete, fand Meißenheim mehr kreative Ideen, um den Laufansatz der Gastgeber zu neutralisieren. Die Gäste behielten die Spiel-Führung ersichtlich fest in der Hand.
In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Tomislav Sudaric, Joni Eckhard und Paul Wagner trafen verlässlich, doch der Rückstand ließ sich nicht mehr entscheidend verkürzen.
Das sagt Manager Jochen Holzäpfel
Am Ende steht ein 34:39 – ein Resultat, das den Aufwand und die Qualität des TSV zeigt, aber auch, was fehlte.
„34 Tore sind wirklich gut. Offensiv haben wir ein starkes Spiel geliefert, doch die 39 Gegentreffer sind letztlich der ausschlaggebende Faktor“, fasst Manager Jochen Holzäpfel zusammen. „Wir haben nie den Zugriff bekommen, den wir gebraucht hätten.“
Die Moral stimmt
Trotz der Niederlage bleibt der Charakter des Spiels klar: Altensteig zeigte viel Moral, blieb in allen Phasen aktiv – getragen von einer fantastischen Stimmung im Fanblock, der das Team bis zur letzten Sekunde antrieb und anfeuerte.
„Was am Ende fehlte, war nicht der Wille, sondern das Gleichgewicht, was ein Spiel dieser Dichte kippen lässt“, hieß es aus dem Block. Ein Abend, der weh tut, aber einer, aus dem man wachsen kann.
Die Aufstellung
TSV Altensteig: Hannes Wagner (8), Gabor Karap (7), Tim Schweizer (7), Paul Wagner (6), Philipp Bietsch (1), Andreas Dannenberg (1), Jonathan Eckhard (1), Jannik Holzäpfel (1), Lukas Scheu (1), Tomislav Sudaric (1), Niklas Holzäpfel, Florian Koch, Alexander Kohler, Marvin Bayer, Felix Bormann