Zwischen Testspielen, taktischem Feinschliff und viel Teamspirit – wie sich der Aufsteiger TSV Altensteig in der Handball-Oberliga beweisen will.
Die Tür zur neuen Saison steht offen – doch beim TSV Altensteig weiß man: Wer in der Oberliga bestehen will, braucht mehr als Aufstiegseuphorie. Es braucht Struktur, Automatismen – und eine Abwehr, die wie ein Tresor funktioniert: kompakt, stabil, kaum zu knacken.
Noch ist nicht alles fertig, aber der Kurs stimmt. Teammanager Jochen Holzäpfel bringt es im Gespräch mit der Redaktion auf den Punkt: „Wir sind auf dem Weg, den wir gehen wollten.“
Intensive Trainingstage
Seit Wochen läuft die Vorbereitung auf Hochtouren. Sechs Testspiele, intensive Trainingstage, neue taktische Abläufe – es ging nicht nur ums Gewinnen. Es ging ums Lernen. „Wir wollten sehen, wo wir stehen. Was funktioniert. Und was wir besser machen müssen.“
Zwischen Anpassung und Anspruch
Der Fahrplan der Vorbereitung war bewusst fordernd: Gegner aus der Regionalliga, der S-Cup, ein Turnier in Albstadt, interne Trainingslager. Viel Gegenwind, viele Erkenntnisse.
Sieg gegen TV Weilstetten
Auch das jüngste Testspiel vergangenen Samstag gegen Ligakonkurrent TV Weilstetten bot Ansätze zur Selbstreflexion – trotz des 35:32-Siegs nach 16:20-Rückstand zur Pause. „Das Ergebnis ist nicht überzubewerten. Viel wichtiger war, wie wir auf den Rückstand reagiert haben – mental und spielerisch“, ordnet Holzäpfel ein.
Gleichzeitig wurde klar: In der neuen Liga wird jedes kleine Manko gnadenlos bestraft. „Schwächephasen dürfen wir uns nicht leisten, wenn wir mithalten wollen.“
Besonders im Rückraum wird viel ausprobiert. Paul Wagner und Niklas Holzäpfel wachsen in neue Rollen. Auch der Ausfall von Alexander Kohler (Wadenbeinkopfbruch) zwingt zur Neuordnung: Robin Pfeffer wurde aus der zweiten Mannschaft hochgezogen und ergänzt nun Tomislav Sudaric auf Rechtsaußen. „Wir reagieren flexibel – und mit einer gesunden Portion Hunger.“
S-Cup ein super Test
Diese Bereitschaft zieht sich durch den gesamten Kader. Neuzugang Philipp Bietsch (SG Herrenberg 3) bringt Dynamik auf Halb links, TW Dominik Koch (HSG Schönbuch) überzeugt mit spektakulären Paraden. Beide fielen zuletzt leicht verletzt aus – „aber sie sind auf einem sehr guten Weg, sich voll zu integrieren. Man hat beim S-Cup schon gesehen, was sie können.“
Neue Liga, neue Gegner – aber keine Angst
In der neuen Spielzeit trifft der TSV nicht nur auf neue Herausforderungen – sondern auch auf viele unbekannte Gesichter. Durch die Neuordnung im Verband treten nun zahlreiche Teams aus dem badischen und südbadischen Raum an. Gegner wie Konstanz oder Pforzheim sind Neuland. „Wir kennen nicht jeden Gegner, vieles ist schwer einzuschätzen. Aber genau das macht es auch reizvoll.“
Kein verfrühter Hype
Trotz aller Ungewissheit bleibt der Blick realistisch. Kein übertriebener Optimismus, kein verfrühter Hype. „Wir sind Aufsteiger – und wir wissen, dass wir nicht zu den Favoriten gehören.“ Stattdessen: ehrliche Arbeit, klarer Plan, starke Identifikation. Die Philosophie ist einfach: schnell spielen, hinten sicher stehen und als Mannschaft wachsen. Das Team arbeitet an genau diesen Details – intensiv, laut, ehrlich.
Neue Impulse bringt der neue Cheftrainer Alexander Hils. „Vergangene Saison noch Motor auf dem Feld, jetzt steht er draußen, gibt die Richtung vor.“ Dabei scheut er keine klaren Worte: „Fehler werden direkt angesprochen. Korrekturen erfolgen sofort.“
Das Trainerteam
Unterstützt von Co-Trainer Michael Schweizer und Torwarttrainer André Dannenberg, wächst ein Trainerteam zusammen, das mit gezielten Konzepten und hoher Flexibilität überzeugt. Die Spieler ziehen mit und zeigen sich motiviert.
„Wir sind Underdog – aber wir nehmen den Kampf an. Mit Herz, mit Tempo, mit Überzeugung. Und wir hoffen, dass unsere Fans uns wieder nach vorne peitschen“, so Jochen Holzäpfel.