Altensteig und Leonberg liefern sich in der Handball-Oberliga ein temporeiches Duell – mit bitterem Ausgang für den TSV.
Manchmal entscheidet im Handball kein System und keine Statistik – sondern ein einziger Moment. In der Eichwaldhalle lieferten sich Altensteig und Leonberg über 60 Minuten ein Duell auf Augenhöhe. Am Ende fehlten dem TSV jedoch genau diese entscheidenden Szenen, die ein Spiel kippen lassen. Gegen den SV Leonberg/Eltingen unterlag Altensteig in einem intensiven Oberliga-Duell denkbar knapp mit 31:32 (18:19).
Die Partie begann mit hohem Tempo. Zwar setzte Luca Eckhard mit dem 1:0 (1.) den ersten Nadelstich für den TSV, doch technische Unsauberkeiten im Spielaufbau luden die Gäste aus Leonberg früh ein. Der SV nutzte diese Schwächephase konsequent und zog unter anderem über einen treffsicheren Felix Wiederhöft davon.
Mit vier Rückraumspielern
Hinzu kam eine taktische Variante der Gäste, auf die sich Altensteig zunächst einstellen musste. Leonberg agierte phasenweise mit vier Rückraumspielern und setzte die TSV-Defensive zudem mit einer aggressiven 5:1-Deckung unter Druck.
Trotz zwischenzeitlicher kleiner Vorteile für Leonberg – etwa beim 4:7 (9.) oder später beim 6:9 (11.) – gelang es Altensteig immer wieder, den Abstand zu verkürzen.
„Mit der Zeit haben wir sie besser bespielt und uns gute Möglichkeiten erarbeitet“, erklärte Trainer Alex Hils nach der Partie. In der 18. Minute belohnte sich Altensteig schließlich für die Aufholarbeit: Hannes Wagner markierte den umjubelten 11:11-Ausgleich und stellte damit den Gleichstand her. Altensteig arbeitete sich zurück ins Spiel und blieb auf Tuchfühlung. Allerdings verhinderten Fehlwürfe und Ballverluste eine Führung.
So lief’s nach der Pause
Dank eines Last-Minute-Treffers von Lukas Scheu blieb Altensteig beim 18:19-Pausenstand jedoch in direkter Schlagdistanz.
Nach dem Seitenwechsel kam der TSV mit viel Zug zum Tor aus der Kabine und erzwang durch Paul Wagner (21:21, 38.), Tomislav Sudarić (22:22) und Tim Schweizer (23:23, 41.) immer wieder den Ausgleich. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit ständig wechselnden Impulsen. Doch genau in dieser Phase, als das Momentum greifbar schien, stockte der Altensteiger Motor. Leonberg stellte zwischenzeitlich auf 24:27 (47.) und zwang den TSV damit erneut ins Hintertreffen. Mit großer Moral und unermüdlichem Einsatz kämpfte sich Altensteig jedoch wieder heran.
Drama pur
Drama bis zur Schlusssirene: Die Schlussminuten entwickelten sich zum echten Krimi. Als Schweizer kurz vor Ultimo zum 30:30 (57.) traf, bebte die Halle – der Punktgewinn war zum Greifen nah. Doch in der hektischen Schlussphase fehlte dem TSV das nötige Quäntchen Glück.
Zwei schnelle Tore der Gäste brachten die Entscheidung, sodass der Anschlusstreffer von Hannes Wagner zum 31:32 mit der Schlusssirene zu spät kam.
„Unterm Strich ist das natürlich sehr bitter“, fasst Hils das Spiel zusammen. „Die Mannschaft hat alles reingeworfen und sich immer wieder zurückgekämpft. Aber in solchen Spielen musst du die entscheidenden Situationen konsequent nutzen.“
Das sagt Felix Wiederhöft
Auch aufseiten der Gäste wurde der enge Charakter der Partie betont. Leonbergs Top-Torschütze Felix Wiederhöft (12 Treffer) sprach von einem intensiven Duell: „Altensteig ist körperlich sehr präsent und war uns in vielen Situationen überlegen. Sie haben nie aufgehört zu kämpfen. Am Ende hatten wir vielleicht ein bisschen mehr Glück in manchen Situationen.“
Die zweite Mannschaft des TSV Altensteig unterlag in der Landesliga der Spvgg Renningen mit 20:26. Positiv hervorzuheben war jedoch die starke Torhüterleistung der Gastgeber mit rund 50 Prozent parierter Würfe.