Für den TSV Altensteig steht am Samstagabend (20 Uhr) in Herrenberg ein besonderes Spiel an. Nicht nur, weil es sportlich richtungsweisend ist.
SG H2Ku Herrenberg – TSV Altensteig (Samstag, 20 Uhr, Markweghalle). Zwei Teams treffen aufeinander, die nach einem schwierigen Oberliga-Saisonstart auf der Suche nach Konstanz und Erfolgserlebnissen sind. Beide wissen: Ein Derby ist der falsche Ort für Nervosität.
Vier Spiele, vier Niederlagen – das ist die nüchterne Zwischenbilanz beim TSV. „Es ist keine einfache Phase“, beschreibt Manager Jochen Holzäpfel ruhig. Der Frust sitzt tief, die Fehleranalyse läuft offen und ehrlich. Niemand redet sich die Situation schön, doch man spürt: Die Mannschaft glaubt weiter an sich.
Klare Ansagen von Alexander Hils
Die Stimmung im Training war konzentriert. Trainer Alex Hils arbeitete mit klaren Ansagen an Details, die zuletzt fehlten: besseres Timing in den Kreuzbewegungen, mehr Entschlossenheit im Abschluss, Stabilität in der Abwehr. Der TSV braucht von Beginn an klare Abläufe.
So sieht es personell aus
Personell gibt es gemischte Nachrichten: Lovro Boticki und Florian Koch fehlen verletzt. Dafür kehren Alexander Kohler und Hannes Wagner nach längeren Pausen zurück. Zwei wichtige Puzzleteile, um die Lücken zu schließen, die zuletzt zu oft aufgerissen wurden.
„Natürlich tut das weh. In der Mannschaft steckt mehr, als die Ergebnisse zeigen“, so Holzäpfel weiter. Worte, die wohl auch in Herrenberg niemand bestreiten würde.
Auf der Gegenseite wartet mit der SG H2Ku Herrenberg ein Gegner, der auf dem Papier ähnlich dasteht, in seinen Auftritten jedoch Stabilität und Selbstverständnis zeigt.
Drei der vier Spiele gingen knapp verloren, trotzdem bewies die Mannschaft Geschwindigkeit und Struktur. Die SG deckt hoch und mutig, sucht frühe Ballgewinne und zwingt Gegner in hektische Entscheidungen.
Herrenberg deckt aggressiv
Die Gäu-Handballer kommen über Dynamik und Breite. Rückraumrechter Moritz Werner bringt mit der linken Hand kanonenartige Würfe, Kapitän Finn Böhm führt am Kreis lautstark und präsent. Oliver Sudar sorgt auf der linken Seite für Durchschlagskraft – clever, torgefährlich und entschlossen. „Herrenberg deckt aggressiv, oft in einer offensiven Formation. Das war zuletzt ein Problemfeld bei uns“, reflektiert Hils. Altensteig muss diesen Rhythmus früh brechen, die Trefferquote erhöhen und Fehler minimieren.
Viele alte Bekannte
Die Partie trägt ihre eigene Geschichte: Einige TSV-Spieler haben selbst in Herrenberg gespielt. Und mit Florian Dannenberg, aktuell verletzt, steht ein Altensteiger im Kader der Gastgeber. Die Freude auf das Wiedersehen ist groß.
TSV Altensteig II muss auch ran
Was braucht es konkret? „Jetzt geht es darum, wieder Vertrauen ins eigene Spiel zu finden. Und das gelingt nur über Geduld und Arbeit“, sagt Holzäpfel zum Abschluss. Geduld – ein Schlüsselwort, das in dieser Phase besonders zählt.
Auch die Landesliga-Mannschaft des TSV steht am Wochenende vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Am Sonntag (17.10 Uhr) tritt die Zweite bei der Turnerschaft Durlach an. Nach der Niederlage in Willstätt will das Team punkten und den ersten Auswärtssieg anpeilen.