Ob Felix „Teddy“ Bormann im Altensteiger Gehäuse wieder so glänzen kann wie gegen Kenzingen? Foto: Andreas Reutter

Der Befreiungsschlag ist erfolgt. Die TSV- Handballer wollen den Schwung der Vorwoche mitnehmen – und sich nun auch auswärts behaupten.

Der Puls stimmt wieder. Altensteig atmet Selbstvertrauen. Nach dem Heimsieg gegen Kenzingen reist der TSV Altensteig mit erhobenem Kopf nach Bruchsal – dorthin, wo am Samstagabend (20 Uhr, Sporthalle Bruchsal) mit der SG Heidelsheim/Helmsheim ein Gegner wartet, der seit Wochen in Topform ist.

 

Dritter der Tabelle, physisch stark, spielerisch variabel – eine Choreographie aus Kraft und Kalkül.

Trainer Alex Hils weiß um die Schwere der Aufgabe: „Heidelsheim ist kompakt, konsequent und nutzt jede Nachlässigkeit. Wir müssen in jeder Phase hellwach bleiben.“

Mit Struktur und Schärfe

Die Heidelsheimer haben bislang überzeugt: drei Siege, ein Unentschieden, nur zwei Niederlagen gegen die Spitzenreiter Konstanz und Schmiden. Eine Mannschaft, die Wucht und Kontrolle verbindet. Robust im Zweikampf, organisiert im Rückzug, effizient im Abschluss. Im Rückraum führt überwiegend Max Bodemer das Regiment – wurfgewaltig, konstant gefährlich, oft derjenige, der Spiele an sich reißt.

Neben ihm lenkt Magnus Metzger das Geschehen: kreativ, impulsiv, unberechenbar. Er ist der Kopf, der die Angriffe denkt, bevor sie entstehen mit starker Übersicht und Hartnäckigkeit im Eins-gegen-eins. Am Kreis sorgt Darien Holler für Präsenz und Timing, zudem unangenehm in Zweikämpfen.

Kein Soloprojekt

Daniel Philipp erschafft mit seiner Durchsetzungskraft das Gleichgewicht in Offensive und Defensive. Kein Soloprojekt, sondern ein Ensemble, das auf Geschlossenheit baut – mit vielen Wegen zum Tor und einer klaren Handschrift.

Mut und Schulterschluss

Doch auch Altensteig tritt inzwischen mit einer Stärke auf, die kein Zufall mehr ist – sondern das Ergebnis von Arbeit, Wille und Zusammenhalt. Die Entwicklung der vergangenen Wochen ist sichtbar. Altensteig wirkt gefestigter, klarer in der Idee und mutiger in der Umsetzung. Ein Team, das gelernt hat, auf Augenhöhe zu spielen – egal, wie groß der Name des Gegners ist.

Kühler Kopf in hitzigen Situationen

Erst neulich zeigte das Team, wie gefährlich es sein kann, wenn es das Tempo dosiert und die richtigen Momente findet. Hils vertraut auf jene Widerstandsfähigkeit, die das Team zuletzt ausgezeichnet hat: „auf frühes Stören, mutiges Nachsetzen und einen kühlen Kopf in engen Situationen“. Druck, Dynamik, Disziplin – drei Begriffe, die viel Gewicht haben. Der Erfolg hat Vertrauen geschaffen, die Abläufe greifen, das Kollektiv trägt.

Personeller Balanceakt

Personell bleibt es ein Balanceakt: Paul Wagner und Tim Schweizer fielen gesundheitlich angeschlagen in der Trainingswoche aus, noch ist unklar, ob sie am Wochenende auftreten. Florian und Dominik Koch fehlen zudem weiterhin. Doch die Mannschaft ist stabil, bereit, fokussiert. Altensteig will Leidenschaft und Präzision kombinieren, den Flow aus dem Heimsieg mitnehmen.

Bruchsal wird zur Nagelprobe. Es geht darum, den eingeschlagenen Weg zu bestätigen. „Wir wissen, dass wir alles investieren müssen“, so Hils. „Aber wir fahren mit einem guten Gefühl, weil wir wissen, wozu wir fähig sind, wenn aus Glaube aneinander Bewegung wird, die stärker ist als das System.“

TSV Altensteig II

Auch die Landesliga-Vertretung des TSV Altensteig ist am Samstag in Bruchsal im Einsatz. Um 18 Uhr trifft die Zweite auf die SG Heidelsheim/Helmsheim II und eröffnet damit den Altensteiger Doppelspieltag. Ziel: Punkte für den TSV. Zwei Teams, ein Herzschlag: Altensteig hält zusammen.