In der Handball-Landesliga, Staffel 6, hat die SG Maulburg-Steinen in der Vorrunde die Erwartungen übertroffen, die HSG Dreiland bleibt dagegen deutlich hinter den Zielen zurück.
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: In der neu gegründeten Landesliga, Staffel 6, des Baden-Württembergischen Handballverbandes hatten die Herren I der HSG Dreiland sich vorgenommen, vorne mitzumischen. Die Nachbarn der SG Maulburg/Steinen dagegen wollten nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Es kam anders …
Nun zur Feiertagspause mischen die Wiesentäler nämlich die Liga auf, „überwintern“ mit zwei Zählern Rückstand auf die Tabellenspitze auf Platz vier. Die Dreiländer traten hingegen alles andere als konstant auf, kamen nach zwölf absolvierten Partien auf gerade einmal zehn Pluspunkte. Als Tabellenneunter hinkt man dem eigenen Anspruch doch stark hinterher.
Elf Spiele, sieben Siege, nur vier Pleiten: die SG Maulburg/Steinen begeisterte seine Fans in der Hinrunde der neu geschaffenen Landesliga. Vor allem zuhause in der Sporthalle Steinen ist die SG eine echte Macht. Alle sechs Heimspiele wurden gewonnen, unter anderem auch das Derby gegen die HSG (27:26).
Eher schwach sei man in die Saison gestartet, erinnert sich Coach André Leuchtmann, doch je länger die Runde gelaufen sei, desto besser sei es geworden. Als einziges Team aus dem Süden hat sich die SG in der mit Nord-Vereinen gespickten Spitzengruppe festgesetzt.
Leuchtmann drückt auf die Euphoriebremse
„Das war nicht unser Ziel vor dem Start in die Runde. Aber wir wollten schnell Punkte sammeln, um nicht unten reinzurutschen“, so der Spielertrainer. Zumal man ja auch nicht wusste – wie alle anderen Teams auch – wie diese neue Liga einzuschätzen ist. 14 Punkte auf der Habenseite zeigen jedoch, dass die SG das Punktesammeln durchaus ernst gemeint hat. „Dieser Zwischenstand ist schön, ein ‚Nice-to-Have‘, aber es waren auch schlechte Spiele dabei. Auch wir haben Schwächen gezeigt“, drückt Leuchtmann etwas auf die Euphoriebremse.
Leuchtmann erinnert an die vielen Auswärtsniederlagen („es wäre klasse, wenn wir zwei, drei mehr gewinnen würden“) oder auch die nicht immer durchschlagskräftige Offensive. „Im Angriff sollten wir noch ein, zwei Schritte nach vorne machen“, sagt er. Und auch wenn die Defensive meist sehr sicher stand, so verfolge er da auch noch den einen oder anderen Ansatz, diese noch stabiler zu machen.
Geht es nach dem Spielertrainer, so wolle man, so lange es geht, dort mitmischen, wo man sich aktuell in der Tabelle gerade befinde. „Das heißt, dass wir das Niveau der vergangenen Wochen auch halten müssen. Und dann schauen wir am Ende, was dabei herauskommt.“ Auf alle Fälle wolle man negativen Abstiegsstress vermeiden. Nach der guten Hinserie könne man befreit aufspielen und sich als Team weiterentwickeln. „Wichtig ist, dass wir gut reinkommen.“
So ganz traut Leuchtmann dem Braten wohl noch nicht. „Es haben sich doch einige Teams dieser Liga mehr ausgerechnet. Einige schätze ich auch besser ein, als es ihr momentaner Tabellenplatz aussagt. Das wird auf alle Fälle eine interessante Rückrunde“, blickt der SG-Coach nach vorn.
Dreiländer haben zu viele Punkte liegengelassen
Schon zwölf Partien, sechs Pleiten, zwei Remis und nur vier Erfolge: bei der HSG Dreiland lief es in der ersten Saisonhälfte alles andere als rund. Zu instabil traten die Schützlinge von Coach Markus Schönmüller auf. Zu groß waren die Leistungsschwankungen auch schon während eines einzelnen Spiels. Und dann kam auch etwas Pech dazu: Drei Spiele wurden mit nur einem Treffer Differenz verloren.
„Um es klar zu sagen: Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung in der Halbserie. Wir haben viel zu viele Punkte liegen lassen“, redet der Trainer nicht lange um den heißen Brei herum. Meist seien die Ergebnisse knapp gewesen und oft hätte es auch in die andere Richtung laufen können. „Am Ende sind wir selbst schuld, dass wir nicht viel besser dastehen.“
Sicherlich hat die HSG das Potential, viel weiter oben zu stehen; so hat sie beispielsweise beim Tabellenführer HSG Ortenau Süd einen Zähler geholt. „Ich bin der Meinung, dass wir jeden Gegner schlagen können“, sagt Schönmüller und untermauert das mit den Spielverläufen. Bis auf die Partie gegen Freiburg-Zähringen habe man immer die Chance gehabt, das Spiel selbst für sich zu entscheiden.
Allerdings gehört auch zur Wahrheit, dass die HSG viel zu selten die Entschlossenheit, den Mut und vor allem die Einsatzbereitschaft gezeigt hat, um erfolgreich zu sein. Hier gilt es den Hebel anzusetzen. Beispiel gefällig? Die Endphase der Begegnung in Heitersheim. In den letzten 20 Minuten drehte die HSG voll auf und gewann mit einem 14:4-Lauf das eigentlich schon verloren geglaubte Match.
Es war dies übrigens das erste Rückrundenspiel. Ein gutes Omen? „Da war enorm viel Wille und Leidenschaft und vor allem Aggressivität dabei. Daran müssen wir anknüpfen, so müssen wir immer auftreten. Dann sieht es anders aus“, macht Schönmüller deutlich.
Die Top 5 hat er noch nicht abgehakt. Zumindest rechnerisch ist auch Tabellenplatz drei auch nur vier Zähler entfernt. „Unsere Devise lautet deshalb: nochmals angreifen und uns so Stück für Stück nach vorne arbeiten.“
Gut, dass Jan Knössel nach langer verletzungsbedingter Auszeit wieder zur Verfügung steht. Auch Neuzugang und Linkshänder Valerio Ruhlmann hat bereits zwei Spiele absolviert und gezeigt, dass er eine Verstärkung ist.