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Handball "Ich bin super happy, dass wir aufsteigen"

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Als hätten sie da schon ihren Aufstieg geahnt. Nach dem Sieg beim TV Großengstingen war der Jubel unter den VfL-Frauen besonders groß. Das Spiel war dann aber coronabedingt das letzte der Saison. Foto: VfL

Für die Handballerinnen des VfL Nagold war es eine Saison mit Hindernissen. Und doch steht am Ende der abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 ein großer sportlicher Erfolg: Das Frauenteam steigt in die Landesliga auf.

Sportlich gesehen ist das eigentlich wenig überraschend. Seit Jahren zeigt der Trend bei den VfL-Frauen nach oben. Nicht wenige hatten den VfL Nagold vor Beginn dieser Saison durchaus als Aufstiegskandidaten gehandelt – allerdings als einen unter vielen.

Im Saisonverlauf zeigte das Team um Trainer Markus Renz dann recht schnell, was in ihm steckt. In der Hinrunde taten sich die Nagolderinnen noch gegen den einen oder anderen Gegner unnötig schwer, verloren aber nur zwei Spiele.

Die Rückrunde lief dann richtig gut – bis sich der VfL Nagold selbst ein Bein stellte: Zweimal war eine 16-jährige Jugendspielerin unerlaubt zum Einsatz gekommen. Das junge Torhütertalent hatte zwar ein Doppelspielrecht, war aber bereits in der B- und der A-Jugend zum Einsatz gekommen und hätte somit nicht mehr bei den Frauen im Kader stehen dürfen.

Natürlich war man sich dieses Verstoßes auf Seiten des VfL nicht bewusst. Die Strafe folgte dennoch: Die sportlich gesehen gewonnenen Partien gegen den VfL Pfullingen II und die SKV Rutesheim wurden im Nachhinein für den VfL Nagold als verloren gewertet. Diese vier Punkte Abzug wirbelten die Tabelle in der Bezirksliga ordentlich durcheinander – und der Aufstieg war plötzlich wieder in weite Ferne gerückt.

Doch die Nagolder Handballerinnen zeigten Moral, trotz des Rückschlags setzten sie ihren Siegeslauf fort. Vier weitere Partien gewannen die Nagolder Frauen – darunter auch als letztes Spiel am 8. März die schwere Auswärtspartie beim Liga-Primus TV Großengstingen. Langsam wurden wieder Aufstiegsträume gehegt. Der Sprung in die Landesliga war wieder aus eigener Kraft zu schaffen.

Dann kam der nächste Dämpfer: die Corona-Pandemie. Vor dem entscheidenden Spitzenspiel gegen den Tabellenführer SG Tübingen wurde die Saison zunächst unterbrochen und dann schließlich abgebrochen. Die Quotientenregelung zur Erstellung der Abschlusstabelle war für die Nagolder Handballerinnen eher ungünstig. Und so reichte es dem VfL nur zu Platz drei.

Doch dieser dritte Platz hat nun doch zum Aufstieg gereicht. Der Verband gab dieser Tage die 40 Landesliga-Teams der Saison 2020/2021 bekannt. Dank der Einführung einer Verbandsliga gibt es in dieser Saison mehr Aufsteiger in die Landesliga als üblich.

Hinzu kommt, nicht jedes Team will in der Landesliga antreten. Fünf Mannschaften verzichteten und wollen freiwillig lieber niederklassiger spielen, der TV Rottenburg zum Beispiel und auch der TV Großengstingen. Das eröffnete Chancen für die Nachrücker, in diesem Fall für fünf willige Drittplatzierte aus den Bezirksligen wie den VfL Nagold.

Klare Steigerung

"Ich bin super happy, dass wir aufsteigen, weil ich auch finde, dass wir es sportlich verdient haben, uns in der Landesliga zu messen", sagt Coach Markus Renz. Er ist überzeugt, dass sein Team auch die restlichen Spiele der abgebrochenen Saison gewonnen hätte, und der VfL dann zumindest Platz zwei belegt hätte. Wenn man die rein sportliche Leistung betrachte, habe der VfL Nagold eh nur fünf Minuspunkte eingefahren und wäre damit eigentlich an der Spitze gestanden. Gerade dieser Blick auf die sportliche Leistung seines Teams lässt in Markus Renz auch die Überzeugung reifen, dass seine Frauen auch in der Landesliga bestehen können. "Das traue ich meiner Mannschaft durchaus zu."

Der VfL-Coach machte in seinem Team auch eine klare Steigerung im Rundenverlauf aus. In der Hinrunde tat man sich bei manchem Spiel unnötig schwer. "In der Rückrunde hat das schon viel besser ausgesehen." Deutliche Ergebnisse habe man da zum Teil eingefahren.

Höhepunkt der Saison war sicher der 22:18-Sieg im März in Großengstingen – auch wenn das Ergebnis angesichts des Abbruchs der Saison nun nicht mehr ganz den hohen Stellenwert hat, für die Moral der Mannschaft war es enorm wichtig.

Den breiten und ausgeglichenen Kader sieht Markus Renz als einen der wichtigsten Qualitäts-Aspekte seiner Mannschaft. Quasi auf allen Positionen war und ist der VfL Nagold torgefährlich. "Bei uns konnten sich die Gegnerinnen nie wirklich nur auf eine oder zwei Spielerinnen konzentrieren, sondern mussten sich für jede Position in der Abwehr etwas einfallen lassen."

Eine Spielerin hebt Renz besonders hervor: Torhüterin Alisa Kübler. Die ist eigentlich gar keine Torfrau, sondern eine quirlige Feldspielerin. Nur notgedrungen rückte sie ins Tor. "Ihre Leistungen waren meist klasse. Besonders, wenn man betrachtet, dass sie nie wirklich richtiges Torwarttraining hatte." Ein Naturtalent offensichtlich. Markus Renz: "Ali war eine super Torhüterin" – und immer wieder ein entscheidender Faktor.

Optimistisch sieht auch die Abteilungsleitung des VfL Nagold dem Abenteuer Landesliga entgegen. "Wir sind mächtig stolz und freuen uns sehr, dass unsere Frauen für ihre Mühen am Ende doch belohnt wurden", erzählt Abteilungsleiterin Jessica Günther. Und ihr Stellvertreter Sven Adamski betont: "Wir sind verdient in der Landesliga und ganz besonders stolz drauf, es mit so vielen Eigengewächsen und Ur-Nagolderinnen geschafft zu haben."

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