Nico Singer (beim Wurf) war wie immer einer der Aktivposten bei der HSG Rottweil, der insgesamt sechs Treffer zum 33:28-Heimerfolg beisteuerte. Foto: Phil Wälde

Nach einem holprigen Start und Rückstand bis zur Pause drehte die HSG Rottweil die Partie und gewann 33:28.

HSG Rottweil – TV Spaichingen 33:28 (14:17). Besonders die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit sowie ein starker Schlussspurt sorgten für einen wichtigen und emotionalen Heimerfolg. Da Fellbach parallel verlor, klettert die HSG wieder auf Rang drei.

 

Rottweil tat sich von Beginn an schwer, fand keinen Zugriff in der Abwehr und ließ Spaichingen immer wieder zu einfachen Toren kommen. „Wir haben uns anfangs sehr schwergetan ins Spiel zu kommen und vor allem in der Abwehr nicht unser bestes Spiel gezeigt“, so Trainer Michael Huber. Die Gäste wirkten frischer, beweglicher und führten fast durchgehend mit zwei bis drei Treffern. Kurz vor der Halbzeit kassierte die HSG erneut einen 0:3-Lauf und ging mit einem bitteren 14:17 in die Pause.

HSG zeigt anderes Gesicht

Nach Wiederanpfiff zeigte die HSG jedoch ein völlig anderes Gesicht. Mit drei schnellen Treffern war der Rückstand in kürzester Zeit aufgeholt und das Spiel stand 17:17. „Wir sind in der Abwehr viel aggressiver gestanden und haben weniger Raum für ihr Spiel gelassen“, erklärte Huber. Auch Torhüter Christoph Endres fand nun ins Spiel und parierte mehrfach stark.

Partie bleibt eng

Die Begegnung blieb zwar eng, doch ab der 45. Minute kippte das Momentum endgültig: Rottweil ging erstmals seit der ersten Spielminute in Führung und setzte sich direkt ab. Mehrere Ballgewinne und sauber ausgespielte Konter brachten die HSG nach vorne. Kajetan Beyer drehte in dieser Phase auf und traf drei Mal innerhalb von drei Minuten, darunter ein sehenswerter Lupfer von außen zum 26:23.

Die Partie wurde zunehmend hitzig, auch bedingt durch eine unsichere Linie der Schiedsrichter. Immer wieder hagelte es fragwürdige Zwei-Minuten-Strafen – auf beiden Seiten. In der 48. Minute traf es Jens Haberkorn und Timo Hildebrand innerhalb von 16 Sekunden, die HSG war plötzlich doppelt in Unterzahl. Trotzdem blieb die Mannschaft stabil.

Perfekter Gegenstoßpass

In einer entscheidenden Szene verteidigte Rottweil erneut erfolgreich, ehe Joscha Slongo einen perfekten Gegenstoßpass auf Beyer spielte, der zum 28:24 vollstreckte. Kurz davor hatte Hildebrand wegen eines Wechselfehlers seine dritte Zeitstrafe und damit Rot gesehen. „Wir haben die Last gut verteilt und mit zunehmender Spieldauer Spaichingen nicht mehr ins Spiel kommen lassen“, lobte Huber die Reaktion seiner Mannschaft.

HSG-Männer bleiben cool

Zwar kam Spaichingen noch zweimal auf zwei Tore heran, doch Rottweil blieb cool. Jens Haberkorn übernahm in der Schlussphase Verantwortung und erzielte drei wichtige Treffer. So fiel der Derby-Sieg mit 33:28 sogar deutlich aus. Die Torhüterleistung war über weite Strecken unauffällig, doch in der zweiten Hälfte avancierte Endres mit mehreren Paraden zum wichtigen Rückhalt. Bester Werfer der HSG war Haberkorn mit acht Treffern.

Emotionales Derby

Ein emotionales Derby mit vielen umstrittenen Entscheidungen, einem schwierigen Beginn und einer hervorragenden zweiten Halbzeit. Die HSG-Männer zeigten mentale Stärke, drehten das Spiel verdient und setzte sich mit einem starken Schlussspurt souverän durch. Mit diesem Sieg rückt Rottweil wieder auf Platz drei und kann am kommenden Wochenende gegen Remshalden aus eigener Kraft die Hinrunde auf einem Spitzenplatz abschließen. HSG Rottweil: Jens Haberkorn (8), Nico Singer (6), Kajetan Beyer (4), David Eglof (4), Timo Hildebrand (3), Niklas Hummel (3), Gabriel Schweizer (3), Patrick Müller (2), Andreas Eisenack, Christoph Endres, Steffen Franz, Manuel Franzmann, Joscha Slongo, Seymen Ulucanli, Tim Weber, Luca Wälde.