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Handball HBL: Lässt Torregel Druck aus dem Kessel?

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Die Handball-Manager haben vor dem Saisonstart noch einiges zu tun. Foto: Michael

Nach monatelangen Videokonferenzen haben die Manager der Handball-Bundesliga erstmals wieder an einem Tisch gesessen. Bei der Tagung in Köln kam die Branche bei der Bewältigung der Corona-Krise voran. Das Ziel ist aber noch nicht in Sicht.

Liga-Präsident Uwe Schwenker und HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann verabschiedeten sich nach der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga mit neuer Zuversicht in den Sommer. "Wir haben die Klubs eingeschworen, was alles noch zu tun ist. Derzeit spricht nichts dagegen, dass wir am 1. Oktober loslegen können", sagte Bohmann am Ende der Tagung in einem Kölner Hotel. Schwenker betonte: "Es gilt, das Überleben der Vereine zu sichern. Wir sind verhalten optimistisch."

Bei dem Treffen mit den Managern der 39 Erst- und Zweiligisten wurden nicht nur Leitlinien für das dringend benötigte Hygienekonzept und der weitere Fahrplan zur Bewältigung der Corona-Krise präsentiert, auch eine neue Regel für die Saison 2020/21 wurde beschlossen. Um bei der anstehenden Terminhatz vor allem die enorm geforderten Topklubs zu entlasten, entscheidet künftig bei Punktgleichheit nicht wie bisher das Torverhältnis über die Platzierung, sondern der direkte Vergleich. Dies soll den Spitzenvereinen den Druck nehmen, in jedem Spiel mit dem stärksten Aufgebot bis zum Schluss auf Torejagd gehen zu müssen. "Das wurde auf ausdrücklichen Wunsch von Bundestrainer Alfred Gislason beschlossen", berichtete Bohmann. "Er verspricht sich davon mehr Ruhepausen für die Nationalspieler."

HBW-Manager Strobel: "Saison  wird  richtig  hart"

Auch Wolfgang Strobel, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten, kann sich vorstellen, dass die neue Regel etwas bewirkt. "Die kommende Saison wird aufgrund der vielen Spieltage richtig hart. Wenn wir es mit dieser Entscheidung schaffen, die Belastung der Spieler herunterzufahren und die Trainer ihre Topleute nicht in jedem Spiel durchrödeln lassen, ist das sinnvoll", sagte Strobel. Denn auf die Branche wartet ein Mammutprogramm. Nach dem Saisonabbruch spielt die Bundesliga in der kommenden Saison mit 20 statt 18 Teams. Zudem werden diverse ausgefallene Wettbewerbe wie die Endrunden in der Champions League und im DHB-Pokal sowie die Olympischen Spiele mit vorheriger Qualifikation nachgeholt. "Wir werden eine enorm hohe Belastung haben. Dafür müssen neue Konzepte her", sagte Bohmann.

Fest steht, dass im nächsten Jahr erstmals zwei Pokalsieger gekürt werden. Am 27./28. Februar steigt das Final-4-Turnier von 2020 mit dem THW Kiel, TBV Lemgo Lippe, TSV Hannover-Burgdorf und der MT Melsungen. Am 5./6. Juni wird der Pokalgewinner 2021 ermittelt.

Es muss auch ein tragfähiges Hygienekonzept für Spiele mit Zuschauern her, denn die Handballer sind in hohem Maße auf die Einnahmen aus dem Ticketverkauf angewiesen. "Da sind noch einige Nüsse zu knacken", sagte Bohmann. "Da fahren wir noch sehr auf Sicht und sind von Politik und Behörden abhängig. Es kann sein, dass ein Verein mit Zuschauern spielen kann, ein anderer nicht."

Derzeit liegt ein Leitfaden zur Prüfung beim Bundesgesundheitsministerium. Das gemeinsam mit dem Basketball und Eishockey erarbeitete Generalkonzept soll Ende dieser Woche fertiggestellt sein. "Danach muss jeder Klub seine Hausaufgaben machen", sagte Schwenker.

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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