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Handball "Halte ein Fortsetzung für unwahrscheinlich"

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Auch die Spieler des TV St. Georgen um Coach Patrik Papke (Mitte) halten sich in diesen Wochen individuell fit. Sie rechnen insgeheim damit, dass die Runde gelaufen ist. Foto: Sigwart

Zunächst bis zum 19. April ruht offiziell der Handball in Südbaden. Zeitnah soll aber entschieden werden, ob und wie es mit dem Spielbetrieb weitergehen kann. Beim Landesligisten TV St. Georgen geht man davon aus, dass die Runde nicht mehr fortgesetzt wird. Stephan Lermer, Abteilungsleiter und Spieler des TVS, gewährt Einblicke in seine aktuellen Gedanken.

Herr Lermer, wie gehen Sie persönlich mit der Coronakrise um, welche Aufgaben als Abteilungsleiter liegen aktuell vor Ihnen?

Es ist super schade, dass unsere tolle Saison wohl nicht fortgesetzt werden kann. Insgesamt stehen natürlich die Gesundheit der Menschen und die soziale Verantwortung im Vordergrund. Ich finde es gut, dass unsere Verbände hier eine einheitliche Regelung geschaffen haben. Persönlich gehe ich sehr entspannt mit der Situation um. Mir fehlen aber die Jungs und die Menschen im Verein gerade sehr. Als Abteilungsleiter möchte ich die neu gewonnene Zeit sinnvoll nutzen. Es geht darum, die zurückliegenden Monate zu reflektieren – und dann ist bekanntlich nach der Saison schon vor der nächsten Saison. Mannschaftsmeldungen, Trainerbesetzungen – es gibt einiges auch bei uns zu tun. Außerdem überarbeiten wir aktuell unsere vereinsinterne Rahmentrainingskonzeption und das Sponsoring- Konzept. Ehrlich gesagt – es hat sich organisatorisch durch diese Krise bei uns gar nicht so viel geändert.

Sie sind in Ihrem ersten Jahr als Abteilungsleiter beim TV St. Georgen tätig. Wie sieht denn ein erstes Fazit aus?

Mein Premierenjahr wird sicherlich als die "Saison mit Corona" in Erinnerung bleiben. Mein Amtsantritt war nach der Auflösung der Spielgemeinschaft mit Schramberg und dem Trainerwechsel nach sechs Jahren bei uns in der ersten Mannschaft turbulent. Ich denke, im Großen und Ganzen haben wir dies aber sportlich und organisatorisch gut gemeistert. Der zweite Tabellenplatz unserer ersten Mannschaft freut mich natürlich besonders. Meine Aufgabe macht mir großen Spaß, auch wenn sie oft mit viel Mühe verbunden ist. Ich möchte dabei aber auch einmal erwähnen, dass wir in der Abteilung viele engagierte Helfer haben, die mir den Rücken freihalten. Ohne diese Menschen wäre das nicht möglich. Wir konnten in den vergangenen Monaten einiges anstoßen. Ich musste aber auch lernen, dass für die Umsetzung von Ideen oft Geduld gefragt ist.

Es ist schade, dass die Mannschaft die Saison wohl nicht mehr offiziell als Vizemeister beenden kann.

Natürlich. Dieser Tabellenplatz ist nach dem Trainerwechsel und den Abgängen einiger Leistungsträger vor der Saison nun sicherlich für viele überraschend. Der Erfolg hat viele Gründe. Es ist uns gelungen, im Team die Last auf alle Schultern zu verteilen – und wir haben wenige Verletzte. Jeder ist wichtig für die Mannschaft und zahlt dies mit guten Leistungen zurück. Die erfahrenen Rückkehrer Lukas Holzmann und Dominik Bühler tun uns gut. Junge Spieler wie Peter Aßfalg oder auch Robin Schmidt konnten sich deutlich steigern. Am Ende haben uns immer wieder jene Tugenden, die man in St. Georgen seit Jahrzehnten lebt – wie Kampfgeist und Zusammenhalt – ausgezeichnet. Unsere Trainer Patrik Papke und Matthias Flaig haben einen tollen Job gemacht. Erfreulich war für mich auch, dass mit Marvin Böhlefeld, Jonas Hüther, Luca Schreiner und Erik Groh in dieser Saison bereits vier A-Jugendliche zu Einsatzzeiten kamen.

Auch beim TV St. Georgen sinkt also die Hoffnung, die Saison noch zu Ende spielen zu können?

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass unterhalb der Dritten Liga noch einmal Handball in dieser Saison gespielt wird. Für die Bundesliga wäre es aber wichtig, da besonders die kleineren Vereine dort ansonsten massive finanzielle Probleme bekommen. Aktuell ist das öffentliche Leben sehr eingeschränkt. Ich denke, größere Menschenansammlungen werden erst in einigen Monaten wieder erlaubt. Allein in Südbaden wären noch über 300 Spiele neu zu terminieren. Dies ist organisatorisch nicht mehr zu stemmen.

Wie könnte diese Saison gewertet werden?

Offensichtlich zeichnen sich diverse Möglichkeiten ab: Eine Wertung der aktuellen Tabellensituation vor der Aussetzung oder eine Wertung der Hinrundentabelle – und damit auch verbunden für die kommende Saison eine Vergrößerung der Ligen. Die Ligen würden dann hinsichtlich der übernächsten Saison jedoch wieder verkleinert werden. Die Sportgerichte fordern, dass die Landesverbände aus sportlichen Gesichtspunkten individuelle Lösungen treffen. Ich denke, dass sich niemand beschweren würde, wenn zum Beispiel in unserer Landesliga die Handballunion Freiburg – völlig verdient – in die Südbadenliga aufsteigen dürfte. Kompliziert wird es aber bei den Abstiegsfragen.  

Die Fragen stellte Lukas Grafe

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