Drazen Dropuljić (in Weiß) ist für die SG Freudenstadt/Baiersbronn im Einsatz. Foto: Klisch

Der gebürtige Kroate und Spielertrainer der SG Freudenstadt/Baiersbronn, Drazen Dropuljić, erwartet ein spannendes EM-Halbfinale, wenn Deutschland auf Kroatien trifft.

Die deutsche Handballnationalmannschaft überzeugte im jüngsten Spiel gegen Frankreich und schaffte so den Sprung ins Halbfinale, wo nun am Freitag Kroatien wartet. Für Drazen Dropuljić, Spielertrainer des Verbandsligisten SG Freudenstadt/Baiersbronn, eine spannende Konstellation, denn der der 31-Jährige ist gebürtiger Kroate.

 

Er hat die Europameisterschaft als großer Handballfan genau verfolgt und alle Spiele der Deutschen und Kroaten gesehen. „Beide hatten Höhen und Tiefen.“ Vor der EM waren die Teams sich in zwei Freundschaftsspielen gegenüber gestanden – beide Male siegte Deutschland. „Jetzt ist es aber schwer zu sagen, wer gewinnt. Kroatien hat mit Ivan Martinovic und Zvonimir Srna gleich zwei wichtige Spieler, die verletzt ausfallen. Ich denke, am Ende kommt es auf die Torhüterleistung an. Und dann gewinnt Deutschland. Andreas Wolff spielt wieder eine überragende EM“, gibt Dropuljić seine Einschätzung ab.

Beeindruckt ist der Freudenstädter, dass beide Mannschaften vor allem in der Abwehr große Stärke zeigen. „Kroatien hat in der Hauptrunde am wenigsten Gegentore bekommen in Gruppe 2.“ Insgesamt schätzt er aber, dass es für die Spieler immer schwerer wird, starke Leistungen zu bringen, da die Vielzahl an Spielen auf diesem hohen Niveau kaum zu schaffen seien. „Es sind schnelle Spiele mit vielen Toren. Das kostet Kraft.“

Kritik an Schiedsrichtern

Wo er aber noch Ausbaubedarf sieht, ist die Leistung der Schiedsrichter. „Diese sticht für mich heraus. Das ist teilweise sehr schlecht. Handball ist bekannt für eine gewisse Härte und die Entscheidungen sind teilweise zu rigoros“, findet Dropuljić. Auch beim Videoassisstent sieht er noch Ausbaubedarf. „Man sieht, dass noch nicht alle vertraut damit sind. Selbst hier gab es Fehlentscheidungen.“

Wer dagegen kaum Fehler macht, sind die Dänen. Diese spielen im zweiten Halbfinale am Freitag gegen Island (20.30 Uhr). „Wenn Island einen guten Tag erwischt, ist es möglich. Auf jeden Fall müssen sie Mathias Gidsel in den Griff kriegen. Und am besten versuchen an Emil Nielsen vorbeizuwerfen“, sagt Dropuljić lachend.

Selbst auch im Einsatz

Im ersten Halbfinale (17.45 Uhr) wird der 31-Jährige zwar Kroatien die Daumen drücken, „doch wenn Deutschland weiterkommt, wäre ich auch nicht traurig“, so der gebürtiger Kroate. „Eins der beiden Teams steht auf jeden Fall im Finale, was schon überragend ist“, freut er sich auf die Spiele. Während Dropuljić am Freitag als Fan vor dem Fernseher mitfiebert, ist er am Samstag selbst gefordert, wenn der TV Spaichingen nach Freudenstadt in die David-Fahrner-Halle kommt. Hier hat man noch eine Rechnung offen, blickt Dropuljić voraus.