Jens Zimmermann (links) im Interview mit Uwe Gensheimer beim Eröffnungsspiel der Handball EM in Düsseldorf. Foto: Marco Wolf

Vierschanzentournee, Tour de Ski und nun die Handball-Europameisterschaft: Moderator Jens Zimmermann, der aus Mitteltal stammt, genießt die Vielfalt in seinem Job. In Düsseldorf erlebte er zuletzt Rekordatmosphäre und ein super Eröffnungsspiel.

Eine bekannte Stimme aus Mitteltal sorgte bei der Eröffnungsfeier der Handballeuropameisterschaft für die Moderation. Jens Zimmermann war in Düsseldorf beim Zuschauerrekord Moderator vor Ort, als die deutsche Mannschaft gegen die Schweiz einen überragenden Auftritt ablieferte.

 

Zimmermann war für die Eröffnungsfeier, die Spielerpräsentation und das Arenaprogramm zuständig, sein Kollege Kevin Gerwin, Hallensprecher der Rhein-Neckar Löwen, war Moderator des Spiels.

Auf den Tag hingearbeitet

„Auch für mich war der Abend ein Zuschauerrekord“, sagt Zimmermann, den die denkwürdige Atmosphäre vor 53.586 Zuschauern beeindruckte. „Mit meiner Agentur 24passion haben wir seit zwei Jahren des Arena Entertainmentprogramm gemeinsam mit anderen Partnern mitentwickelt und auf diesen Tag hingearbeitet“, so der 51-Jährige, der zudem glücklich ist, dass dieses Spiel zu einer solch guten Werbung für den Handballsport wurde.

„Es lastete viel Druck auf der Mannschaft, noch dazu mit der Besonderheit im Stadion. Dass es so läuft, hat mich positiv überraschst“, sagt Zimmermann, der nach dem 27:14-Erfolg aber auch die Leistung von Torhüter Andreas Wolff nicht unerwähnt lassen will. „Eine überragende Quote, was der Mannschaft zusätzliche Sicherheit gegeben hat.“

Stimmung noch mal gesteigert

Nach der Halbzeit hätte sich die Stimmung im Düsseldorfer Stadion sogar noch mal gesteigert, erzählt der Moderator. „Bereits die Nationalhymne, von mehr als 50.000 Menschen gesungen, war ein großartiger Gänsehautmoment.“

Für Zimmermann ging es am Donnerstag nun direkt weiter nach Berlin. Dort wird die Nationalmannschaft am Sonntag gegen Nordmazedonien spielen und auch gegen Frankreich (16. Januar). „Ich kann mir gut vorstellen, dass auch in Berlin die Mercedes-Benz Arena zu einem Hexenkessel wird.“

Falls die deutsche Mannschaft die Vorrunde übersteht, geht es danach in Köln weiter. Hier wird Zimmermann ebenfalls moderieren. „In der Lanxess Arena ist es auch brutal laut und energetisch.“

Hoffen auf Handballfest

Zimmermann ist sich sicher, dass die EM ein großes Handballfest werden kann. „Auch bei den Spielen der anderen Mannschaften kann sich eine tolle Stimmung entwickeln.“ So wie beim Spiel am Donnerstagabend, als Slowenien auf EM-Debütanten Färöer traf. „2500 ihrer Fans sind angereist. Das heißt, es waren fünf Prozent der Bevölkerung dabei, und sie haben eine geniale Stimmung produziert.“

So hofft Zimmermann allgemein, dass die EM – insbesondere das Eröffnungsspiel – zur Initialzündung für das deutsche Team, die Bevölkerung und auch die Medien wird, um einen erneuten Handball-Boom auszulösen, wie dies schon 2007 bei der Weltmeisterschaft der Fall war. „Sollte die Mannschaft ein erfolgreiches Turnier spielen, ist das tatsächlich wieder möglich“, so der 51-Jährige, der 2007 sein erstes internationales Handballturnier moderierte.

Erstes Länderspiel in Freudenstadt moderiert

Das erste Handballländerspiel begleitete er aber bereits 1996 – in Freudenstadt. Damals hatte die deutsche Frauennationalmannschaft gegen China in der Stadionhalle gespielt. Die Freudenstädter Fußballlegende Harry Kläger hatte Zimmermann, der damals im Jugendbereich der Spvgg Freudenstadt Trainer agierte, gefragt, ob er Lust auf die Moderation habe. „Damals hatte der Deutsche Handballverband noch keine eigenen Hallensprecher und jemand vor Ort musste es übernehmen. Das war tatsächlich der Startschuss für meine langjährige Moderationskarriere“, erzählt Zimmermann wie alles begann.

Am liebsten ist dem 51-Jährigen dabei die Vielfalt in seiner Arbeit. Und die erlebte er in den vergangenen 14 Tagen ausgiebig. Vierschanzentournee, „ein Gänsehautmoment zum Jahresausklang“, sagt Zimmermann – danach die Tour de Ski Toblach, Davos und Val di Fiemme und von dort ging es direkt nach Düsseldorf zur Handball EM. Nun ist der gespannt auf weitere stimmungsviele Spiele, die am 28. Januar mit dem Finale in Köln ihren Abschluss finden.