Am Mittwoch startet die Handball-Europameisterschaft 2024 vor einer Weltrekord-Kulisse. Wir haben mit Martin Strobel und Jens Bürkle über ihre Sicht und Prognosen für das Turnier gesprochen.
Es ist eine Premiere: Erstmals findet die Handball-Europameisterschaft in Deutschland statt. Zur ersten Partie der deutschen Mannschaft gegen die Schweiz werden über 50.000 Zuschauer erwartet. Wir haben mit zwei Experten aus dem Kreis über das Turnier gesprochen.
2016 in Polen
Martin Strobel, der insgesamt 147 Länderspiele absolvierte, war beim Titelgewinn 2016 in Polen selbst mit dabei. Das Gefühl ein Heimturnier zu spielen kennt er von der Weltmeisterschaft 2019 und sagt daher: „Der Heimvorteil kann extrem viel bewirken. Ich freue mich sehr auf das Turnier. Wir haben die Möglichkeit den Menschen in Deutschland und darüber hinaus zu zeigen, was für eine tolle Sportart der Handball ist.“
Halbfinale im Blick
In der Vorrunde geht es neben den Eidgenossen noch gegen Nordmazedonien und Frankreich. Strobel sagt im Bezug auf die Chancen der Mannschaft: „Es muss irgendwo ein Ziel sein, Richtung Halbfinale zu blicken, wohlwissend dass das sehr schwer wird. Aktuell gehören wir vermutlich nicht in die Spitzengruppe an sich, aber die Weltspitze ist sehr breit geworden.“ Zuletzt schockte die Verletzung von Patrick Groetzki – mit dem Strobel oft zusammen auf der Platte stand – die Nationalmannschaft.
Emotionalität und Mentalität
Strobel meint: „Das ist sehr schade. Ich weiß, wie professionell er als Spieler ist. Der Schlüssel liegt im gesamten Team. Er war einer der erfahrensten Akteure, da müssen jetzt andere Spieler noch mehr voran gehen. Mit Emotionalität und Mentalität kann man viel weg machen.“
Schlüsselspieler Juri Knorr
Das sieht Jens Bürkle, Trainer des HBW Balingen-Weilstetten, ganz ähnlich. Für ihn ist Juri Knorr ein Schlüsselspieler der deutschen Auswahl. „Das ist für mich der entscheidende Faktor. Wenn Juri ein starkes Turnier spielt, können wir überraschen. Genauso wichtig wird es sein, wie die Spieler aus der zweiten Reihe sich einbringen“, so Bürkle.
Dänemark der Topfavorit
Dänemark ist für den 43-Jährigen der klare Favorit. Frankreich sieht er ein Stück dahinter. „Wir brauchen die Euphorie, sonst wird es schwer gegen die Topmannschaften. Das Auftaktspiel wird sich Jens Bürkle im Fernsehen anschauen. „Ich bin gespannt, was der spektakuläre Auftakt mit den Leuten macht. Die Spieler werden die 50.000 Zuschauer in dem Moment, wo sie im Wettkampf sind, nicht wahrnehmen. Das geschieht eher davor und danach“, so Bürkle. „Für mich ist die Europameisterschaft vom sportlichen Niveau das stärkste Turnier in der Welt ist. “
Während in der Republik die Handball-EM läuft, liegen die Spieler des HBW nicht auf der faulen Haut. „Wir trainieren“, sagt Bürkle. Es gelte die „Pause“ zu nutzen, um im Training Dinge einzustudieren. In einem ersten Testspiel geht es gegen die HSG Konstanz.