Rune Dahmke und seine Verlobte Stine Oftedal Foto: imago//Carl Sandin

Die Partnerin von Handball-Nationalspieler Rune Dahmke weiß besonders gut, wie es geht: Bereits fünfmal holte die norwegische Topspielerin Stine Bredal Oftedal den EM-Titel. Es ist kein Zufall, dass viele Sportler im Gleichschritt durchs Leben gehen.

Das Kennenlernen? Natürlich beim Handball. Rune Dahmke spielte Anfang 2017 mit dem THW Kiel bei Paris Saint-Germain. Nach der Partie entdeckte er seinen damaligen Teamkollegen Erlend Mamelund, der sich auf der Tribüne mit einer hübschen Dame im Publikum unterhielt. Dahmke bat den Norweger, ihm seine Landsfrau vorzustellen, die damals bei Issy Paris Hand unter Vertrag stand – Stine Bredal Oftedal. Heute sind der deutsche Nationalspieler und eine der weltweit besten Spielerinnen das Traumpaar des Handballs.

 

Lange Liste an Titeln

„Mit der Titelsammlung von Stine kann ich nicht mithalten“, sagt der 30-Jährige mit einem Lächeln bei einem der Medientermine zwischen den Spielen in Berlin. Die 32-Jährige bekam die Auszeichnung zur Welthandballerin 2019, sie krönte sich dreimal zur Weltmeisterin (2011, 2015, 2021) und holte fünfmal den EM-Titel (2010, 2014, 2016, 2020, 2022). Dahmke kann immerhin den Gewinn der Europameisterschaft 2016 vorweisen, dazu vier deutsche Meisterschaften (2015, 2020, 2021 und 2023) mit dem THW Kiel und einen Champions-League-Triumph mit den Zebras (2020).

Natürlich sind die beiden während der EM täglich in Kontakt. „Es geht dabei auch um Handball, ja, aber nicht um Taktisches. Wir machen da keinen gemeinsamen Matchplan“, verrät der Linksaußen, der zudem den Austausch mit Norwegens Superstar Sander Sagosen (28) pflegt. Der ist mit Stines Schwester Hanna (29) verheiratet, ebenfalls einer früheren Handball-Nationalspielerin.

Im Gleichschritt durchs Leben

Spiel, Sport und jede Menge Liebe. Es ist kein Zufall, dass viele Sportler-Paare im Gleichschritt durchs Leben gehen. „Das Leben als Profi ist schon speziell, da ist es ein Vorteil, wenn man sich in den anderen hineinversetzen kann, nicht alles erklären zu müssen, was geht und was nicht geht. Das hilft extrem in einer Beziehung“, sagt Dahmke. Die beiden sind in bester Gesellschaft, in der Handballszene ist der Pärchenbetrieb besonders ausgeprägt.

Prominente Handball-Paare

Weitere prominente Beispiele sind Jogi Bitter und Anna Loerper, Iker Romero und Laura Steinbach, Dominik und Isabel Klein, Antje und Jan Döll, Domenico Ebner und Nicole Roth, Daniel Rebmann und Jasmina Jankovic-Rebmann und viele mehr. In den ehemaligen Nationalspielerinnen Susann und Nina Müller gibt es auch ein verheiratetes, gleichgeschlechtliches Paar.

Gut möglich, dass beim verlobten Traumpaar Dahmke/Oftedal im Sommer die Hochzeitsglocken läuten. Auf alle Fälle naht das Ende der Fernbeziehung. Die Norwegerin wird nach sieben Jahren bei Györ ETO KC den ungarischen Topclub, mit dem sie 2018 und 2019 jeweils den Champions-League-Titel holte, verlassen und nach Kiel ziehen. Sie plant, eine handballerische Pause einzulegen. Die Chance für Dahmke, in Sachen Titelsammlung aufzuholen? Der Rechtshänder macht sich nichts vor: „Selbst wenn ich von jetzt an alles gewinnen würde, was es zu gewinnen gibt, hätte ich keine Chance, noch mit ihr gleichzuziehen.“

Schwestern pushen sich

Wobei die vielen Erfolge seiner Liebsten für ihn kein Zufall sind. Wie der smarte Norddeutsche im Magazin „Bock auf Handball“ erklärte, hat ihn Stines grenzenloser Trainingseifer vor allem in den gemeinsamen Familien-Urlauben schon immer tief beeindruckt: „Die Schwestern Oftedal pushen sich da gegenseitig und treiben sich zu Höchstleistungen an. Sie laufen Intervalle, stemmen Gewichte und gehen an die jeweiligen Schmerzgrenzen.“

Ihm blieb keine andere Wahl, er musste mitziehen, absolvierte das gleiche Pensum. Gut möglich, dass auch das ein Grund ist, warum Dahmke von Bundestrainer Alfred Gislason wieder regelmäßig zur Nationalmannschaft eingeladen wird. Und im Optimalfall nach dem Endspiel am 28. Januar in Sachen Titelsammlung um einen EM-Gewinn aufgeholt hat.