Das deutsche Team sorgt bei der Handball-EM wieder für Begeisterung. Jochen Holzäpfel vom TSV Altensteig traut ihm viel zu – und hofft auch auf einen Effekt für seinen eigenen Verein.
Deutschland ist wieder im Handball-Fieber! Spätestens nach dem überraschenden 34:32-Sieg gegen Spanien bei der Europameisterschaft in Dänemark, durch den das DHB-Team sogar Gruppensieger wurde, richten sich alle Augen auf die Jungs von Bundestrainer Alfred Gislason. Natürlich auch beim TSV Altensteig, dem erfolgreichsten Handball-Verein aus dem Kreis Calw. Dessen Team-Manager Jochen Holzäpfel zeigt im Gespräch mit unserer Redaktion auf, wie er die deutsche Mannschaft bei der Europameisterschaft einschätzt, welchen Effekt er sich für den Handball in der Region erhofft und für wie realstisch er es hält, dass der TSV Altensteig in der Oberliga noch die Kurve kriegt.
Herr Holzäpfel, was haben Sie nach dem Abpfiff des Spiels gegen Spanien gedacht?
Dass die EM zum Glück für Deutschland weitergeht und das dann auch noch mit der optimalen Punkteausbeute. Da kann man sich jetzt auf viele tolle Spiele gegen sehr starke Gegner freuen. So bleibt der Handball sicherlich im Gespräch und begeistert jetzt auch diejenigen, die den Handball nicht immer verfolgen.
Was trauen Sie dem deutschen Team bei dieser EM noch zu?
Alles. Wenn man mal von Dänemark absieht, können wir alle Mannschaften schlagen. Auch die Dänen kann man an einem Sahnetag und mit einem starken Torhüter ärgern. Also immer positiv bleiben und mit Selbstvertrauen auftreten. Dann ist auf jeden Fall eine Medaille drin.
Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken und Schwächen des deutschen Teams?
Die Vorrunde hat schon ganz gut die Stärken und Schwächen der deutschen Mannschaft aufgezeigt. Wir haben einen breiten und spielstarken Kader, der auf allen Positionen Torgefahr ausstrahlt. Ein ganz starkes Torhütergespann, das hochmotiviert agiert. Allerdings sind alle noch ziemlich jung und bei schwierigen Spielphasen nicht immer cool. Was das Spiel gegen Serbien gut gezeigt hat.
Kann auch der TSV Altensteig von einem erfolgreichen Abschneiden des deutschen Teams bei der EM profitieren?
Alle Handball-Vereine profitieren von einem erfolgreichen Abschneiden unseres Teams. Das hat die WM 2007 gezeigt. Als Weltmeister hatten wir damals einen guten Zulauf in den Jugendmannschaften.
Würden Sie den Kreis Calw als typische Handball-Gegend bezeichnen?
Das kann man glaube ich nicht wirklich sagen. Wenn man da an andere Regionen denkt, in denen die Dichte an Vereinen viel größer ist.
Tut sich der TSV Altensteig als erfolgreichster Handball-Verein im Kreis Calw etwas leichter bei der Nachwuchssuche als andere?
Sicherlich haben wir einen guten Ruf, der aber alleine nicht ausreicht, Kinder in die Halle zu bringen. So wie alle anderen Vereine muss auch der TSV Altensteig gute Jugendarbeit leisten und in Schulen Werbung für den Handball betreiben.
Anders als beim deutschen Team bei der Handball-EM läuft es für den TSV Altensteig in der Oberliga aktuell nicht so rund. Er ist Tabellenletzter. Wie bekommt er noch die Kurve?
Wir bleiben optimistisch, weil wir sehr gut arbeiten und eine gute Stimmung in der Truppe haben. Unser Trainerteam stellt die Mannschaft Woche für Woche sehr gut ein. Die Ergebnisse zeigen auch, dass wir nah dran sind und es oft nur an Kleinigkeiten liegt.
Hinter dem baden-württembergischen Handball liegt eine Strukturreform. Die ist nun ein halbes Jahr her. Wie sind Ihre Erfahrungen?
Es gibt viele unbekannte Gegner, viele neue Hallen, was die Sache oft spannend macht. Oft sind es weite Auswärtsfahrten, auch schon bei den kleinen Jugendteams. Auch sind Derbys leider weggefallen.