Gina Wöhr, SG Schenkenzell/SchiltachFoto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Handball: Zoom-Meetings derzeit einziger Trainingskontakt für SG-Spielerinnen

So schwer es für Sportler und Sportlerinnen ist, derzeit keine Spiele absolvieren zu können, Gina Wöhr von der SG Schenkenzell/Schiltach nutzte die Zwangspause, um sich von einer Verletzung zu kurieren, wie sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erzählte.

Deine Verletzung – was war "kaputt", und bist Du inzwischen wieder fit?

Ich habe mir beim ersten Saisonspiel die Außenbänder am rechten Sprunggelenk gerissen. Soweit bin ich wieder fit. Es hat sich jedoch länger hingezogen als zuvor erwartet, aber seit ein paar Wochen bin ich wieder unbeschränkt belastungsfähig.

Es gab auch noch andere verletzte Spielerinnen bei der SG Schenkenzell/Schiltach wie zum Beispiel Torhüterin Larissa Gehweiler. Hat die Zwangspause zumindest den Vorteil, dass diese Spielerinnen wieder genesen sind?

So gesehen kam die Zwangspause zu einer gar nicht so ungeschickten Zeit für uns, da wir zusätzlich zu Larissa Gehweiler auch noch auf Melanie Schwilk aufgrund von Knieproblemen verzichten müssen und somit der Kader noch mehr geschrumpft ist. Da Beide eine schwere Knieverletzung haben, werden sie jedoch noch mehrere Monate ausfallen.

Wie wirkt sich der Lockdown auf die SG-Handballer/Innen aus, was ist an Training überhaupt möglich?

An Trainingseinheiten ist zur Zeit leider nur Kraft- und Ausdauer möglich. Wir haben anfangs zweimal die Woche Krafttraining per Zoom gemacht und zusätzlich eine Laufeinheit. Da im Moment nicht abzusehen ist, wann die Saison wieder gestartet werden darf, treffen wir uns nur noch einmal die Woche per Zoom und können freiwillig noch etwas für unsere Ausdauer tun. Es ist schön, wenigstens über das Zoom-Meeting die Mannschaft zu sehen und auf diesem Weg gemeinsam zu trainieren und miteinander in Kontakt zu bleiben.

Handball ist ein Sport, in dem der Körperkontakt unvermeidbar ist, dazugehört. Einzeltraining ist da kein Ersatz. Wie lässt sich das kompensieren?

Unser Mannschafts-Physiotherapeut Kevin Oesterle macht mit uns am Ende der Trainingseinheit von dem Zoom Meeting verschiedene Stabilisationsübungen, um der Verletzungsgefahr wenigstens ein bisschen vorzubeugen. Jedoch ist es nicht möglich den Körperkontakt, der im Handball auf uns zukommt, im Einzeltraining auszugleichen. Das kann erst so richtig wieder kompensiert werden, wenn das Training wieder in Kleingruppen stattfinden kann.

Die lange Zwangspause wird da nicht spurlos vorübergehen. Sollte die Saison noch fortgesetzt werden, wie lange müsste da die Vorlaufzeit sein, um wieder das Leistungsniveau zu erreichen?

Ich glaube die drei Wochen, die uns der Verband vorgibt, werden nicht ausreichen, um an das Leistungsniveau vor der Zwangspause anknüpfen zu können. Wir werden mindestens ein bis zwei Spiele benötigen, um uns sowohl in der Abwehr als auch im Angriff wieder zu finden. Jedoch haben alle Mannschaften in der Baden-Württemberg Oberliga die gleichen Voraussetzungen, und ich hoffe einfach, wenigstens noch ein paar Spiele in dieser Saison bestreiten zu dürfen.   Die Fragen stellte Jürgen Schleeh.

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