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Handball Der Aufsteiger, der ein klares Zeichen setzt

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Raphael Blum fühlte sich beim HC Neuenbürg nicht mehr wohl. Er verließ den Verein im Januar. Foto: Schwarzwälder Bote

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielt der HC Neuenbürg in der Oberliga –­ und schlägt sich dort ausgesprochen tapfer. Trotz des einsetzenden Verletzungspechs: Bei den Foxes stehen die Zeichen auf Etablierung.

Die Tabelle der Handball-Oberliga Baden-Württemberg bietet derzeit ein Bild, das viele so nicht erwartet hätten: Mit 24:14 Punkten steht der HC Neuenbürg auf dem fünften Tabellenplatz. Das ist fast schon so etwas wie eine kleine Sensation, denn den Aufsteiger aus der Badenliga hatte es in den vergangenen Jahren meist sofort erwischt und er stieg prompt wieder aus der Oberliga ab. Nicht so die ­Foxes aus Neuenbürg, was ihren Vorsitzenden Rainer Sorg sichtlich stolz macht. "Die Aufsteiger aus der Badenliga steigen meist sang- und klanglos wieder ab. Da haben wir ein klares Zeichen gesetzt", freut sich der HCN-Chef, der aber auch betont: Das Saisonziel bleibe definitiv der Klassenerhalt.

Neue Liga, neuer Name

Gewöhnen mussten sich die Handball-Fans in und um Neuenbürg nicht nur an eine neue Liga mit neuen Gegnern, sondern auch an einen neuen Namen des eigenen Vereins: Seit einem Jahr nennt sich der HC Neuenbürg –­ in Anspielung an seinen Hauptsponsor –­ Foxes. Sorg erklärt: "Das ist ja ein allgemeiner Trend, ob bei den Rhein-Neckar Löwen oder vielen anderen Vereinen. Wir wollten uns auch einen modernen Namen geben. Und der kommt an. Gerade die Jungen identifizieren sich damit. Das hat etwas ausgelöst." Widerstände im Verein habe es nicht gegeben, was nicht zuletzt damit zusammenhänge, dass der HC Neuenbürg ein recht junger Verein ist. 1999 löste er sich aus dem Turnverein heraus und geht seit dem Jahr 2000 eigene Wege. Das spiele in die Karten. "Ein Ein-Sparten-Verein macht vieles einfacher. Wir können unser Ding durchdrücken. Es gibt bei uns nur Handball und sonst nichts", sagt Sorg und unterstreicht: "In der Wirtschaft würde man sagen, dass wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren können."

Zusammen mit der Namensänderung stellte sich der HCN auch strukturell neu auf. Zum einen gründete er gemeinsam mit dem TV Calmbach und dem TV Birkenfeld die JSG Enztal, um den Nachwuchsbereich zu stärken. "Die Jugend ist unser großes Sorgenkind. Da haben wir viel Nachholbedarf, aber da geht es ja nicht nur uns so", meint Sorg und verdeutlicht: "Mit der Gründung der JSG Enztal haben wir hoffentlich den richtigen Schritt gemacht."

Zudem ging der HC Neuenbürg verstärkt in die Sponsoren-Akquise. "Wir hatten schon ein, zwei Jahre darauf hingearbeitet und dann kam noch der Aufstieg hinzu. Wir hatten aber auch vorher schon Zusagen", freut sich Sorg.

Es wird professioneller

Gut gerüstet sahen sich die Foxes somit für die Oberliga, die für sie absolutes Neuland bedeutet, denn so hoch spielte der Verein zuvor noch nie. Aber: "Wir wussten, was auf uns zukommt", sagt Sorg und versichert: "Es ist alles machbar. Wir haben versucht, vernünftig zu bleiben, und auch mal nein gesagt. Wir gehen einen guten Mittelweg."

Dennoch: Der Unterschied zwischen Baden- oder Oberliga ist aus Sicht des HCN-Vorsitzenden nicht nur sportlich ein großer – und das betrifft nicht nur die längeren Distanzen zu Auswärtsspielen. Sorg zeigt auf: "Alles ist eine Spur größer und besser organisiert. Plötzlich stehen da Videoleinwände in der Halle. Man merkt, dass es in der Oberliga in eine professionellere Richtung geht." Eine solche Videoleinwand wollen sich nun auch die Foxes zulegen, können das laut Sorg aber nicht alleine schultern, weshalb man sich aktuell in Gesprächen mit der Stadt Neuenbürg befinde. Sorg ist zuversichtlich, dass die Videoleinwand schon in der kommenden Saison stehen könnte.

Nur eine Niederlage

Der größte Unterschied sei allerdings auf dem Spielfeld zu finden. "Sportlich ist der Sprung ein großer", vergleicht Sorg die Baden- mit der Oberliga und verdeutlicht: "Alle Mannschaften sind stark, es ist viel ausgeglichener als in der Badenliga. In der Oberliga ist es auch nicht sicher, gegen den Tabellenletzten zu punkten."

Umso beeindruckender ist es, wie die Foxes in der Oberliga mithalten. In den ersten zwölf Ligaspielen fingen sie sich nur eine Niederlage ein und es sah stellenweise fast so aus, als peile der HCN den direkten Durchmarsch in die 3.  Liga an. Dann setzte jedoch das große Verletzungspech ein, mit Kevin Langjahr, Marco Langjahr und Julian Frauendorff fehlen im ohnehin kleinen Kader nun wichtige Stützen. Zudem verließ der erst im Sommer geholte Raphael Blum im Januar die ­Foxes, bei denen er sich aufgrund zu geringer Einsatzzeiten nicht richtig wertgeschätzt gefühlt habe, und wechselte zur TGS Pforzheim. Mit Blick auf den dünnen Kader und die kaum noch zur Verfügung stehenden Alternativen frotzelt Sorg: "Jetzt könnte er 60 Minuten durchspielen."

Doch es gibt auch zahlreiche Lichtblicke im Team. Neben den alten Haudegen wie Georg Kern, die bereits vor der Saison Oberliga-Erfahrung besessen hatten, machte besonders der erst 19-jährige Xaver Nitzke auf sich aufmerksam, der zuvor bei der HSG Ettlingen in der Verbandsliga spielte. Sorg schwärmt von dem Linkshänder: "Der hat das Herz am richtigen Fleck. Er kämpft, er beißt. Der hat wirklich den größten Sprung gemacht, was wir so nicht erwartet hatten."

Bis zu 500 Zuschauer

Trotz dem kleinen Einbruch in den vergangenen Wochen mit nur drei Siegen in sieben Spielen stehen die Foxes in der Oberliga weiterhin gut da. Der Rückstand auf den Spitzenreiter SG Pforzheim/Eutingen beträgt nur sechs Punkte. Rein strukturell könnte man sich die 3.  Liga zwar vorstellen, gibt Sorg zu. Das beweisen auch die gestiegenen Zahlen in der Neuenbürger Stadthalle, bis zu 500 Zuschauer kommen inzwischen zu den HCN-Heimspielen. "Wir haben eine Euphorie entfacht, die Leute kommen gerne zu uns in die Halle", sagt Sorg, der den Ball dennoch flach hält: Ernsthaft beschäftige sich niemand bei den Foxes mit der 3.  Liga, sondern schaue in der Tabelle nach unten – gerade mit Blick auf die lange Verletztenliste. Sorg: "Unser Saisonziel lautet weiterhin Klassenerhalt. Jetzt mehr denn je."

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