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Handball "Das ist definitiv kein Abschied für immer"

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Der sichere Rückhalt im Tor der SG: Kapitän Simon Höfler (rechts) steht künftig nur noch als Aushilfe zur Verfügung. Foto: Klisch Foto: Schwarzwälder Bote

Es glich einer Sensation, was die Handballer der SG Freudenstadt/Baiersbronn am 18. Mai vollbracht haben. Nach der klaren 24:33-Pleite im Relegationshinspiel um den Aufstieg in die Landesliga gegen den TuS Altenheim II (Zweiter Bezirksklasse Offenburg), brannte die SG im Rückspiel vor heimischem Publikum regelrecht ein Feuerwerk ab, siegte mit 33:23 und brachte den Aufstieg damit doch noch unter Dach und Fach. Im Interview spricht Kapitän Simon Höfler über die Erlebnisse, den Zusammenhalt in der Mannschaft und seinen überraschenden Abschied.

Herr Höfler, drei Wochen ist es her, dass Sie mit der SG Freudenstadt/Baiersbronn den Aufstieg feiern durften. Nach der klaren Hinspielniederlage hätte wohl kaum noch jemand auf Sie gesetzt. Wann wurde Ihnen klar, dass es doch noch klappen könnte?

Zur Mitte der zweiten Halbzeit, als wir mit neun Toren geführt hatten, habe ich gemerkt, dass die Altenheimer nicht mehr wirklich wussten, was sie noch machen sollten. Bei uns lief es nach der Pause dafür umso besser, wie aus einem Guss. Ich glaube, das war die Krux. Der Druck war weg und unser Mindestziel, zumindest dieses Spiel noch zu gewinnen, möglich. Als wir dann gemerkt haben, dass noch etwas geht, haben wir uns in einen richtigen Rausch gespielt.

Ein Tor, das Ihr Team auswärts mehr geworfen hat, hat am Ende den Unterschied gemacht. Worin sehen Sie die Gründe?

Das letzte Spiel in Helmlingen, wo es darum ging, ob wir direkt aufsteigen, war der Hammer. Da waren so viele Menschen dabei, das war wahnsinnig beeindruckend. Selbst als wir dann hoch verloren hatten, haben uns alle den Rücken gestärkt. So war es auch vor dem Relegationsrückspiel. Da hat jeder seinen Teil dazu beigetragen. Krzysztof (Lisiecki, SG-Trainer, Anm. d. Red.) hat uns taktisch super eingestellt, das hat uns in der Rückrunde auch so stark gemacht. Es trägt inzwischen Früchte, dass wir seit zwei Jahren in dieser Konstellation spielen. Dazu nimmt Krzysztof kein Blatt vor den Mund und hat ein Wahnsinns-Handballwissen. Der Erfolg ist zu großen Teilen seinem Engagement und dem von Co-Trainer Ralph Kammer zu verdanken.

Umso überraschender kam die Nachricht, dass Sie als Kapitän ausgerechnet nach dem Aufstieg aufhören...

Das war schon länger geplant und ist einfach der Zeit geschuldet. Meine Freundin lebt in Karlsruhe, dazu will ich mich selbstständig machen. Das lässt sich zeitlich mit den Spielen am Wochenende leider nicht vereinbaren. Vor allem will ich in der Mannschaft auch niemandem den Platz wegnehmen. Als ich die Entscheidung gefällt habe, war noch nicht absehbar, dass wir um den Aufstieg mitspielen würden. Und es ist auch definitiv kein Abschied für immer, das stand von vornherein fest. Ich bleibe dem Verein als 2. Vorsitzender und als Back-up, vielleicht auch für die zweite Mannschaft, auf jeden Fall erhalten.

Heißt, man wird Sie bei dem einen oder anderen Heimspiel noch im Tor sehen?

Lust hätte ich auf jeden Fall – zumal mit Marc Wissmann ein richtig guter Jugendfreund zurückkommt. Es wäre schön, wenn wir nochmal zusammen spielen könnten. Aber auch die anderen Neuzugänge, Marcs Bruder Sven sowie Bruno und Drazen Dropuljic, werden unser Team toll ergänzen.

Für die neue Saison scheint die SG ja gut aufgestellt zu sein. Was trauen Sie der Mannschaft zu, was darf sie sich zum Ziel setzen?

Ganz klar: den Klassenerhalt. Und ich wünsche mir, dass das nicht nur auf Biegen und Brechen klappt. Auswärtsspiele waren, wenn wir ehrlich sind, noch nie unsere Stärke. Umso wichtiger wird es sein, an diese überragenden Heimspiele anzuknüpfen. Das wäre die halbe Miete. Wenn wir unseren Tempohandball und die gute erste Welle weiter so auf die Platte bringen, stehen die Chancen – denke ich – gut.

Was war Ihr persönliches Highlight in dieser Saison?

Das mag blöd klingen, ist aber ganz ehrlich gemeint: Dass mein Opa die Anstrengung auf sich genommen hat und so oft in der Halle war, mitgefiebert hat und immer begeistert war. Auch dass meine Schwester und meine Mutter, die davor eigentlich nicht viel mit Handball am Hut hatten, in Helmlingen dabei waren, hat mich riesig gefreut. Die unglaubliche Unterstützung der Fans, der Zusammenhalt im Team, der durch die Relegation sicherlich noch größer geworden ist – das alles hat diese Runde zu einer perfekten Saison gemacht. Dass am Ende der Pokalsieg und der Aufstieg standen, hätte unglaublicher nicht sein können.   Die Fragen stellte Sandra Hennig.

Die erste Herren-Mannschaft der SG Freudenstadt/Baiersbronn startet in der kommenden Saison in der Landesliga Nord im Südbadischen Handballverband durch. Dabei werden sie unter anderem auf etablierte Landes- und ehemalige Südbadenligisten wie den TuS Ottenheim und auf Zweitvertretungen höherklassiger Teams wie den TVS 1907 Baden-Baden II und die HGW Hofweier II treffen.

Die Jungs von Coach Krzysztof Lisiecki sind bereits jetzt heiß auf die neue Runde und bleiben – abgesehen von Keeper und Kapitän Simon Höfler – zusammen. Zum Team stoßen mit Marc und Sven Wissmann sowie Bruno und Drazen Dropuljic vier Neuzugänge von der SG Schenkenzell/Schiltach.

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