Handball-Bundesligist TVB Stuttgart will über das Zwischenziel Platz zwölf bis 2024 in die Top Ten in Deutschland aufsteigen. Werden Trainer und Team dem Druck standhalten?
Um die Sache etwas besser einzuordnen, verwies Jürgen Schweikardt gleich zu Beginn auf die Historie: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren von einem Fünftliga-Dorfverein zu einem etablierten Bundesligisten entwickelt.“ Damit hat der Geschäftsführer des TVB Stuttgart zweifelsohne recht. Aber jetzt sei es an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen. Und auch bei dieser Aussage wird ihm garantiert keiner widersprechen.
15., 14., 14., 15., 12., 15., 15. – so lauteten die Platzierungen in der Abschlusstabelle seit dem Aufstieg 2015. Über das Zwischenziel Platz zwölf in der am 4. September (16.05 Uhr) beim THW Kiel beginnenden neuen Runde soll es in der Saison 2023/24 dann unter die Top Ten in Deutschland gehen.
„Das hat auch mit Glaubwürdigkeit zu tun. Unsere Sponsoren sind bereit, mehr zu investieren, klar, dass damit auch unsere Ziele korrelieren“, begründete Schweikardt die Vorgabe für Trainer und Mannschaft. Sie kommt einer kontrollierten Offensive gleich. Denn die Balance zwischen gehobenem Anspruch und Realitätssinn droht damit nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Zwar wird es kein Selbstläufer, da sich auch andere Clubs an interessanten Standorten wie der HSV Hamburg, der HC Erlangen, die TSV Hannover-Burgdorf oder Traditionsclub VfL Gummersbach weiterentwickeln werden. Doch mit dem inzwischen auf über sechs Millionen Euro gestiegenen Etat und der verstärkten Mannschaft ist das Potenzial für mehr auf jeden Fall vorhanden.
Auch der Coach will besser werden
Der Druck auf Team und Trainer Roi Sanchez steigt. „Wir sind durch die Transfers besser geworden, auch ich bin ein ambitionierter Trainer und möchte besser werden“, erklärt der Spanier. Daran will er sich messen lassen, „aber bitte nicht nach sechs Spielen“. Was der 38-Jährige damit sagen will: Die neu formierte Mannschaft braucht auch etwas Zeit, sich zu finden. Schließlich sind zumindest die Zugänge Silvio Heinevetter (Tor), Oscar Bergendahl (Kreis) sowie Ivan Sliskovic und Jan Forstbauer (beide Rückraum) auf Schlüsselpositionen zu Hause, wo im Handball die Spiele entschieden werden.
Ein erster Härtetest steht bereits von diesem Freitag bis zum Sonntag auf dem Programm. Beim Turnier um den Sparkassencup in Altensteig will der TVB seinen Titel verteidigen. Konkurrenten sind unter anderem die Rhein-Neckar Löwen, der HBW Balingen-Weilstetten und der HC Kriens-Luzern mit Andy Schmid. Nähere Infos gibt es auf www.tsvaltensteig.de/scup2022 .