In der Vorrunde feierte der HBW – Kapitän Jona Schoch zieht ab – in Lemgo einen souveränen 32:26-Erfolg. Foto: Eibner

Nach einem mit 4:0 Punkten gegen direkte Konkurrenten im Rennen um den Klassenverbleib perfekten Start ins Jahr 2021 musste Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten vor gut eineinhalb Wochen beim Bergischen HC eine Niederlage einstecken. Im Heimspiel gegen den TBV Lemgo am Donnerstag (19 Uhr, Sparkassen-Arena Balingen) möchte sich das Team von Trainer Jens Bürkle – derzeit mit 11:25 Zählern 16. des Tableaus – wieder ein Stück von den vier Abstiegsplätzen, die derzeit nur zwei Punkte entfernt sind, absetzen.

Schon einmal hat der HBW in dieser Saison gegen die Lipperländer gepunktet. In der Vorrunde feierten die Schwaben in Lemgo mit einem 32:26 den ersten Sieg in dieser Spielzeit – und das auch noch in souveräner Manier. "Die Ausgangslage ist sicherlich etwas anders als damals, aber wir können viel gewinnen", sagt Bürkle, der mit Ausnahme des langzeitverletzten Kreisläufers Marcel Niemeyer (Fuß-Operation) seine komplette Kapelle beisammen hat.

Auch Linksaußen Tim Nothdurft, der in der jüngsten Partie noch wegen muskulärer Probleme passen musste, kann wieder auflaufen, zudem hat Keeper Mike Jensen seine Erkältung komplett auskuriert. Der TBV ist mit 16:20 Punkten 14. der Tabelle, überraschte vor zwei Wochen mit einem 27:27 im Auswärtsspiel bei Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt, um danach beim Bergischen HC mit 26:33 den Kürzeren zu ziehen. Lemgos Trainer Florian Kehrmann muss am Donnerstagabend auf Spielmacher Tim Suton, Rückraumspieler Jari Lemke (beide Kreuzbandriss) und den von den Füchsen Berlin nachverpflichteten Frederik Simak (Daumen-OP) verzichten.

Für HBW-Coach Bürkle aber spielen die personellen Probleme der Gäste, die zum dritten Mal in Serie auswärts antreten, keine Rolle. "Der TBV ist sehr solide, in der Art wie er Handball spielt, wer ausfällt, ist dabei völlig unerheblich. Entscheidend wird sein, dass wir die Kontrolle über das Spiel bekommen, weil Lemgo Fehler sehr, sehr gut bestraft", so Bürkle. So sind die beiden Flügelflitzer Bjarki Mar Elisson – der isländische Nationalspieler ist mit bislang 119 "Buden" Dritter in der Bundesliga-Torjägerliste – und der Niederländer Bobby Schagen im Gegenstoß überaus effektiv. "Sie schlagen aus der guten, antizipativen Abwehr viel Kapital", so Bürkle.

Doch auch der Rückraum des zweimaligen Deutschen Meisters (1997 und 2003) und dreifachen DHB-Pokalsiegers hat es in sich. Denn trotz der Ausfälle hat die erste Reihe mit den schwedischen Nationalspielern Jonathan Carlsbogard und Andreas Cederholm – er fehlte zuletzt gegen den Bergischen HC aufgrund muskulärer Probleme – und dem spielstarken Mittelmann Andrej Kogut reichlich Qualität. Bange machen aber gilt für Bürkle allein aufgrund er jüngsten Erfahrung mit dem TBV nicht. "Wir brauchen eine Mischung aus Mut, Selbstvertrauen und Ballsicherheit. Dann haben wir gute Möglichkeiten."

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