Sah schon deutlich bessere Spiele seiner Mannschaft: Balingen-Weilstettens Trainer Jens Bürkle. Foto: Kara

Gut 40 Minuten zeigte Handball-Bundesligist beim Saison-Auftakt bei Rekordmeister THW Kiel einen starke Leistung, unterlag aber am Ende mit 24:33, nur drei Tage später überzeugte das Team von Trainer Jens Bürkle mit einem 27:21-Heimsieg über GWD Minden. Am Sonntag aber blieben die "Gallier" im Auswärtsspiel bei Aufsteiger TuS N-Lübbecke so einiges schuldig und kassierten eine verdiente 27:33-Pleite.

Hatte die Abwehr in den beiden ersten Saisonspielen noch so überzeugt, erwies sie sich beim Aufsteiger als wenig sattelfest. "Wir haben es in der Abwehr nicht geschafft, die Zweikämpfe so zu gestalten, wie wir es wollten und haben zu viele Aktionen über den Kreisläufer ›gefressen‹. Es waren drei Dinge, die wir in der Abwehr vorbereitet hatten, aber nie so umgesetzt haben, um dem TuS Druck zu geben. Wir waren nicht bereit genug, um einen wirklich guten Gegner zu besiegen", sagt HBW-Trainer Jens Bürkle nach dem Spiel.

"Nicht bereit genug" ist eigentlich ein vernichtendes Urteil – doch so wallte es Bürkle keinesfalls verstanden wissen. "Das bedeutet für mich, dass wir die gesunde Mischung aus Galligkeit und Lockerheit nicht hinbekommen haben. Und das ist immer ein schmaler Grat. Genau so, wie es beim Spielglück der Fall ist. Bei Nettelstedt Lübbecke liefen in den knappen Spielphasen ein paar Sache gut oder auch glücklich, bei uns wurde es immer dann ungenau", so Bürkle.

Tatsächlich kam der HBW nach einem 0:4-Rückstand wieder in eine aussichtsreiche Reichweite. "Eine solche Situation hatten wir beim 7:9 in der ersten Halbzeit, auch in der zweiten Hälfte haben wir nach einem kleinen Lauf zum 18:19 haben wir wieder ein paar Bälle zu leicht hergegeben, und auch nach dem 22:24 sind uns ein, zwei Fehler zu schnell passiert. Dann war das Spiel weg, und Nettelstedt-Lübbecke hat verdient gewonnen", sagt Bürkle.

Mit der Offensive war der HBW-Coach zumindest bedingt zufrieden. "Wir haben uns genügen Möglichkeiten herausgespielt, um das Spiel zu gewinnen, aber acht, neun völlig freie Chancen, wie etwa drei Siebenmeter, vier Konter und einige Bälle vm Kreis vergeben", sagt Bürkle.

Einen deutlichen Nachteil hatte der HBW in Ostwestfalen auf der Torhüter-Position, denn Mario Ruminsky und Neuzugang Simon Sejr bei seinem ersten richtigen Auftritt im HBW-Trikot hatten gegenüber Aljosa Rezar klar das Nachsehen. Außerdem bestätigte sich wieder, wie Abhängig der HBW von Shooter Vladan Lipovina im rechten Rückraum ist. Denn bei drei Toren gelang ihm nur eines aus dem Feld heraus.