Im Derby der Vorsaison ging es heiß her. Insgesamt spricht die Bilanz mit 9:3 Siegen klar für den VfL Pfullingen. Foto: Kara

Mit dem VfL Pfullingen empfängt der HBW Balingen-Weilstetten II in der dritten Handball-Liga am Sonntagnachmittag um 17 Uhr den Tabellennachbarn.

Für uns sind es schon interessante Wochen“, berichtet Jung-Gallier-Coach Micha Thiemann.

 

„Wir sind im Januar ja noch mit den Spielern vom HBW I gestartet, die bei uns Spielpraxis bekommen haben. Da waren wir 16, 17 Spieler und konnten teilweise die A-Jugendlichen gar nicht mit dazu nehmen. Ein paar Wochen später sieht es ganz anders aus. Die Spiele bei der SG Pforzheim-Eutingen und beim TV Erlangen-Bruck waren von der personellen Situation wirklich höchst herausfordernd“, erzählt der HBW II-Coach.

So hatte der Balinger Übungsleiter in Erlangen nach einer Verletzung und einer Roten Karte keinen Auswechselspieler mehr zur Verfügung. „Wir haben mit einem Linkshänder auf Linksaußen agiert, mit einem Rückraumspieler am Kreis“, berichtet Thiemann. Es sei ein besonderes Spiel gewesen, das der HBW II nach 60 Minuten mit 36:26 gewinnen konnte.

Stärkstes Team der 3. Liga

„Jetzt kommt Pfullingen. Sie sind gerade in einer anderen Situation. Der VfL hatte in der Hinrunde viele Verletzungsprobleme und hat auch Spieler nachverpflichtet. Jetzt sind alle wieder fit. Es ist unfassbar, was Pfullingen mittlerweile für eine Qualität im Kader hat. Eigentlich sind sie das stärkste Team der Liga. Sie haben jede Position mindestens doppelt, wenn nicht drei- oder vierfach besetzt.“

Erfahrungen aus Liga 1

Axel Goller ist ein erstligaerfahrener Rechtsaußen. Kreisläufer Sascha Brodbeck misst über zwei Meter. Mit Lasse Schiemann hat der VfL Pfullingen seinen torgefährlichen Mittelmann zurück. Felix Zeiler wurde als zweitligaerfahrener Mittelmann nachverpflichtet. Auf Rückraum links spielt Niklas Roth. Er gehört seit Jahren zu den Besten der Liga. Dazu kommt im Rückraum rechts Fynn Hofele, der in Göppingen schon Erstligaeinsätze hatte. VfL-Trainer Fabian Gerstlauer hat einen Kader mit enormer Qualität.

Sem Banzhaf ist verletzt

Beim HBW II ist Sem Banzhaf verletzt. „Wir werden wieder mit einem sehr kleinen Kader da reingehen. Es kann gut sein, dass wir wieder ohne Kreisläufer spielen werden“, so Thiemann. „Das wird wieder eine große Herausforderung. Nichtsdestotrotz haben es die Jungs jetzt zweimal in Folge überragend gelöst. Es gilt alle Kräfte zu mobilisieren und frech und mutig zu sein.“

Im Hinspiel konnten die Jung-Gallier den Derbygegner lange ärgern. Für einen Punktgewinn habe da beim 26:27 nicht viel gefehlt, weiß Micha Thiemann. „Vielleicht sind wir da dann jetzt an dem Punkt, wo wir den letzten Schritt gehen können.“

Die Qual der Wahl

Sein Gegenüber, Fabian Gerstlauer, freut sich, dass sich die Personallage entspannt hat. Der Coach des VfL Pfullingen hat nun eher die Qual der Wahl wer spielt: „Das ist eine andere Situation. Die einzelnen Mannschaftsteile müssen bei uns noch ein bisschen mehr zueinander finden, damit wir Automatismen entwickeln können.“

Pfullingen gut in Schuss

Der 40-Jährige, der bei den Echazstädtern seit eineinhalb Jahren die Verantwortung an der Seitenlinie trägt, spricht aber von einem positiven Trend im neuen Jahr. „Nach dem super Auftaktsieg gegen Konstanz, gab es eine Heimniederlage gegen Kornwestheim, da tun sich aber gerade viele Teams schwer, danach haben wir zwei Heimsiege geholt.“ Vor allem die starke Vorstellung beim 31:28 gegen den bis dato Tabellendritten SG Pforzheim-Eutingen hat Selbstvertrauen gegeben. Auszeichnen konnte sich auch wieder Torhüter-Neuzugang Felix Maar.

Für Pfullingen spricht die Erfahrung. Das Derby sieht Fabian Gerstlauer als „Spiel auf Augenhöhe“. In der Hinrunde hatte der VfL fünf Heimspiele und zehn Auswärtsspiele. Daher ist das Tabellenbild auch etwas verzerrt.