Im Hinspiel mussten sich Yonatan Dayan (am Boden) und sein HBW gegen die HSG Krefeld mächtig strecken, um die zwei Punkte in der heimischen Halle zu behalten. Foto: Eibner-Pressefoto/Kirsten Thiema

Nach dem ersten Dämpfer seit Wochen steht der HBW Balingen-Weilstetten in der 2. Handball-Bundesliga vor einem Matchball im Aufstiegsrennen in Krefeld.

Elf Siege in Serie, dann der erste kleine Dämpfer: Mit dem 32:32 gegen den TSV Bayer Dormagen ist die beeindruckende Erfolgsserie des HBW Balingen-Weilstetten zwar gerissen, im Aufstiegsrennen der 2. Handball-Bundesliga bleibt die Ausgangslage für die Gallier aber weiterhin vielversprechend.
Am Freitag gab es Schützenhilfe aus Hüttenberg: Durch das 29:28 gegen Verfolger Elbflorenz wäre der HBW durch einen Sieg bei Aufsteiger HSG Krefeld Niederrhein am Sonntagnachmittag (17 Uhr) aufgestiegen.

 

Dass die Partie am Niederrhein alles andere als ein Selbstläufer wird, dürfte in Balingen jedem bewusst sein.

Krefeld zuletzt mit Ausrufezeichen

Erst am vergangenen Wochenende sorgte Krefeld mit dem überraschenden 28:27-Auswärtssieg beim direkten HBW-Verfolger HC Elbflorenz Dresden für eines der größten Ausrufezeichen des Spieltags. Der Abstiegskandidat verließ damit vorerst die Abstiegsränge und kämpft mit aller Macht um den Klassenerhalt. Nur ein Punkt trennt die Rheinländer aktuell vom Altmeister TUSEM Essen. Entsprechend klar ist die Ausgangslage: Krefeld wird im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten alles investieren.

Zumal die HSG in eigener Halle schwer zu knacken ist. Seit sechs Heimspielen ist Krefeld ungeschlagen, und feierte dabei vier Siege und zwei Unentschieden. Großen Anteil daran hat Torhüter Paul Guitart Alguacil, der sich zuletzt mehrfach als sicherer Rückhalt erwies und auch beim Coup in Dresden zum Mann des Spiels avancierte.

Klassische Pflichtaufgabe für den HBW

Für den HBW ist die Partie damit eine klassische Pflichtaufgabe mit erheblichem Stolperpotenzial. Das zeigte bereits das jüngste Heimspiel gegen Dormagen. Ausgerechnet gegen Flohrs Ex-Klub fanden die Gallier über weite Strecken nicht zu ihrer gewohnten Dominanz. Zwar schien beim 20:16 kurz nach der Pause alles in die richtige Richtung zu laufen, doch Dormagen kämpfte sich zurück und lag in der Schlussphase sogar vorn. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 32:32. „Wir konnten heute zum ersten Mal seit zwölf Spielen nicht zeigen, dass wir besser sind als der Gegner“, bilanzierte Flohr, der die Partie als eines der besten Zweitligaspiele bezeichnete, die er bislang erlebt habe.

Trotz des Punktverlusts bleibt der HBW klar auf Aufstiegskurs und abhängig von irgendwelchen Rechnungen hat es der HBW komplett in der eigenen Hand: Zwei Punkte – wahrscheinlich sogar einer – aus den verbleibenden vier Spielen reichen dem HBW sicher. Das Restprogramm hat es dennoch in sich. Nach Krefeld warten mit Hagen und Dessau weitere unangenehme Aufgaben, ehe am letzten Spieltag das mögliche Meisterschaftsduell gegen Spitzenreiter Bietigheim steigt.

Zunächst aber zählt nur Krefeld. Das Hinspiel gewann der HBW mit 25:22 – am Sonntag dürfte ein deutlich härterer Prüfstein warten.