Neben Torhüter-Kollege Simon Sejr einer der Matchwinner beim HBW: Mario Ruminsky ließ die Nordhorner Angreifer in der heißen Phase verzweifeln. Foto: Eibner-Pressefoto – Roland Sippel

In einem Handball-Krimi hat es am Ostersamstag ein Happy-end für den HBW Balingen-Weilstetten gegeben. Besonders zwei Mann ragten beim HBW heraus.

Da der schärfste Verfolger, der TuS N-Lübbecke, am Donnerstag verloren hatte, beträgt der Vorsprung der Schwaben auf Platz zwei inzwischen sechs Punkte.

„Das war ein glücklicher, aber verdienter Sieg. Wir haben eine große Aufgabe erledigt“, pustete HBW-Trainer Jens Bürkle tief durch. Beide Mannschaften hätten sehr viel investiert und eine gute Leistung gezeigt. Entscheidend seien in der Schlussphase die Torhüterparaden gewesen: „Das hat uns auf die Siegerstraße gebracht.“

Es war ein Kampfspiel von der ersten bis zur letzten Sekunde in der mit 2850 Zuschauern besetzten EmslandArena. Bereits in der zweiten Minute kassierte die HSG ihre erste von sieben Zeitstrafen. Oddur Gretarsson verwandelte sicher von der Linie und holte mit einem weiteren Siebenmeter zum 3:4 nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich die Führung zurück.

Die Halle in Wallung brachte eine Szene in der zwölften Minute. Daniel Ingason attackierte Julian Possehl weit vor der Abwehr. Der HSG-Torschützenkönig wehrte sich und traf den Isländer im Gesicht. Dafür bekam er vom nicht unumstrittenen Schiedsrichtergespann Zupanovic/Thone direkt die Rote Karte gezeigt.

Lücken in der HBW-Abwehr

Die Mannschaft von Daniel Kubes agierte in der Folge sehr druckvoll im Angriff und fand immer wieder Lücken in der HBW-Abwehr. Mehrfach betrug der Vorsprung drei Tore, doch wirklich abreißen ließen die Gäste nicht. Sie nutzten eine Zeitstrafe gegen Georg Pöhle, um durch Gretarsson und Tobias Heinzelmann auf 14:13 heranzukommen. Mit einem direkten Freiwurf nach Ablauf der ersten 30 Minuten gelang Filip Vistorop nach seiner Verletzungspause ein Kunstwurf zum 15:16-Halbzeitstand.

Mario Ruminsky wie eine Wand

Nach dem Wiederanpfiff glich Ingason sofort aus, und kurze Zeit später verwandelte Gretarsson einen weiteren Strafwurf zur 19:18-Führung. Die Grafschafter versuchten alles, um den Vorteil zurückzuholen, konnten aber maximal den Ausgleich erzielen. Denn Keeper Mario Ruminsky wurde zunehmend stärker und nahm dem Gegner mehrere freie Bälle weg. Seine wichtigste Parade zeigte er in der 52. Minute, als er beim Stande von 26:26 nach einem technischen Fehler von Jona Schoch den Konter entschärfte. Ihre folgende Überzahl nutzten die „Gallier“ zu einem 3:1-Lauf.

Aber in der 58. Minute – es stand 29:30 – wanderte Schoch auf die Strafbank und wenige Sekunden danach der überragende Jens Schöngarth. Zweimal gab es Siebenmeter für Nordhorn. Zweimal brachte der eingewechselte Simon Sejr den Fuß an den Ball und verhinderte den Ausgleich. Dieser gelang Pöhle dann doch noch, aber Vistorop tankte sich drei Sekunden vor dem Ende durch die HSG-Abwehr und netzte zum 31:30-Sieg ein.

HSG Nordhorn-Lingen – HBW Balingen-Weilstetten 30:31 (15:16)

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr (1.-18. Und bei Siebenmetern, 4 P.), Ruminsky (18.-60., 8 P.); Schöngarth (8), Gretarsson (6/5), Heinzelmann (4), Strosack (4), Vistorop (4), Ingason (2), Schoch (2), Saueressig (1), Beciri, Danner, Hildenbrand, Huber (n.e.), Volz (n.e.).

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (1.-36., 4 P.), Buhrmester (36.-60., 0 P.); Pöhle (7/1), Stegefelt (7/1), Wasielewski (5), Marschall (4), Lindberg (2), Ritterbach (2/2), Firnhaber (1), Possehl (1), Seidel (1), de Boer, Kalafut, Simovic, Terwolbeck.

Zeitstrafen: Possehl (Rote Karte), Pöhle (2), Wasielewski (2), de Boer - Heinzelmann (2), Ingason, Schoch, Schöngarth.

Nächstes Spiel: HBW Balingen-Weilstetten - Dessau-Roßlauer HV 06, Freitag, 14. April, 19.30 Uhr, SparkassenArena Balingen.