Für die Schützlinge von HBW-Cheftrainer Matthias Flohr geht es in der 2. Handball-Bundesliga am Sonntag ab 17 Uhr gegen die Eulen Ludwigshafen wieder um Punkte.
Mit einer beeindruckenden Aufholjagd haben die Handballer des HBW Balingen-Weilstetten am vergangenen Sonntag ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei der HSG Nordhorn-Lingen drehten die „Gallier von der Alb“ einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand und kamen am Ende zu einem verdienten 37:33-Erfolg. Noch in der 38. Minute sprach vieles für die Gastgeber. Nordhorn lag mit 23:17 in Führung und hatte die Partie scheinbar im Griff. HBW-Coach Matthias Flohr reagierte mit einer Auszeit – und fand klare Worte. „Wir müssen etwas anderes machen“, gab er seiner Mannschaft mit auf den Weg.
Eindrucksvolle Wende
Was folgte, war eine eindrucksvolle Wende. Die Balinger arbeiteten sich mit großer Entschlossenheit zurück ins Spiel und verkürzten Tor um Tor. In der 49. Minute gelang Elias Fügel schließlich der Treffer zum 27:27-Ausgleich. Spätestens da war das Momentum endgültig auf die Seite des HBW gekippt. Die Gäste spielten ihre Stärke nun konsequent aus und brachten den fünften Sieg in Serie souverän ins Ziel.
Mit nun 36:10 Punkten steht Balingen-Weilstetten auf Rang zwei der 2. Handball-Bundesliga. Eine Platzierung, die am Saisonende den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse bedeuten würde.
Ludwigshafen kommt mit Rückenwind
Am kommenden Sonntag soll der nächste Schritt in Richtung Aufstieg folgen. Um 17 Uhr empfängt der HBW in der eigenen Halle die Eulen Ludwigshafen. Die Gäste reisen jedoch keineswegs als leichter Gegner an. Drei Siege aus den vergangenen fünf Partien haben dem Team im Abstiegskampf spürbar Luft verschafft.
Zwar scheint der Blick auf die Tabelle eine klare Ausgangslage zu zeigen, doch genau darin könnte die Gefahr für den Favoriten liegen. Beim Tabellenzwölften ist die Handschrift von Trainer Michael Haas inzwischen deutlich zu erkennen. Der ehemalige Weltmeister hatte das Amt im Oktober übernommen, nachdem Johannes Wohlrab aufgrund ausbleibender Erfolge freigestellt worden war.
Seit dem Start der Rückrunde zeigt die Formkurve der Ludwigshafener klar nach oben. Offenbar hat Haas die Winterpause genutzt, um die richtigen Impulse zu setzen und seinem Team im Kampf um den Klassenverbleib neue Stabilität zu verleihen.
Bülow vor mehr Einsatzzeit
Trotz der 24:31-Niederlage gegen den Spitzenreiter Bietigheim am vergangenen Wochenende zog Haas ein nicht durchweg negatives Fazit. Besonders die Rückkehr von Vincent Bülow macht Hoffnung. Der Spielmacher hatte sich ausgerechnet im Hinspiel gegen Balingen im Oktober eine Schultereckgelenks-Sprengung zugezogen und stand gegen Bietigheim erstmals wieder auf dem Feld. „Man hat ansatzweise gesehen, dass er uns noch einmal neue Elemente geben kann. Es freut mich sehr, bald mehr auf ihn zurückgreifen zu können“, sagte Haas nach der Partie. Vieles spricht daher dafür, dass Bülow beim Auftritt in Balingen deutlich mehr Spielanteile erhalten wird. Zudem dürfte bei den Eulen die deutliche Zehn-Tore-Niederlage aus dem Hinspiel noch in Erinnerung sein. Die Gäste werden also mit zusätzlicher Motivation anreisen.
Für den HBW geht es derweil darum, seine starke Serie auszubauen. Nach dem Kraftakt von Nordhorn soll nun auch gegen Ludwigshafen der sechste Sieg in Folge her – und damit ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zurück in die 1. Bundesliga.