Für Csaba Leimeter (rechts) und seinen HBW Balingen-Weilstetten geht es in Hüttenberg um wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg. Foto: Eibner-Pressefoto/Thomas Haesler

Die „Gallier“ geben am Samstagabend ihre Visitenkarte in Hüttenberg ab. Dabei sollen die Aufstiegsambitionen unterstrichen werden.

Mit dem souveränen 38:30-Heimerfolg gegen den TV Großwallstadt haben die Handballer des HBW Balingen-Weilstetten ihre Ambitionen im Aufstiegsrennen eindrucksvoll untermauert.

 

Zehn Siege in Serie stehen mittlerweile zu Buche – eine Serie, die nun beim TV Hüttenberg auf eine echte Belastungsprobe gestellt wird.

Vor allem der erste Durchgang gegen den Altmeister Großwallstadt machte HBW-Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr zufrieden. Aggressive Abwehrarbeit, konsequentes Tempospiel und ein klarer Matchplan sorgten bereits zur Pause für eine komfortable 18:10-Führung. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt“, befand Flohr anschließend.

Heißes Spiel erwartet

Dass der Vorsprung im zweiten Abschnitt nicht noch deutlicher ausgebaut wurde, störte den 44-Jährigen allerdings. „Da hätten wir es klarer gestalten können“, so der HBW-Kommandogeber, der dennoch einen souveränen Auftritt seiner Mannschaft sah.

Genau jene Mischung aus defensiver Stabilität und Tempo nach vorne wird es nun auch in Mittelhessen brauchen. Denn mit dem TV Hüttenberg wartet ein Gegner, der in eigener Halle nur schwer zu bespielen ist und mit seiner offensiven 3:2:1-Abwehr ligaweit eine Sonderstellung einnimmt. Besonders in heimischer Halle lebt der TVH von Intensität, Physis und Emotionen.

Dass die Gastgeber in Form sind, unterstrichen sie zuletzt beim 31:28-Auswärtssieg in Dessau. TVH-Chefcoach Stefan Kneer sprach anschließend von Geschlossenheit, Härte und einer stabilen Defensive als Schlüssel zum Erfolg – Tugenden, mit denen auch der HBW rechnen muss.

„Wir haben gegen Dessau gezeigt, was passieren kann, wenn wir es schaffen, gemeinsam als Mannschaft emotional zu spielen, wenn wir hart spielen, wenn wir uns alle zusammen auf dem Platz und auf der Bank unterstützen. Wir wollen jetzt genau das, was wir in Dessau gezeigt haben, auch zu Hause zeigen. Wir wollen das Feuer in der Halle entfachen, dann kommen die Zuschauer mit“, betont TVH-Trainer Stefan Kneer, der auf den zuletzt verletzt fehlenden Simon Böhne zurückgreifen kann.

Flohr kennt die Herausforderung nur zu gut. „Hüttenberg verfügt über eine sehr unangenehme, offensiv-aggressive Abwehr“, warnt der HBW-Coach. Entscheidend werde sein, die Räume hinter der Deckung konsequent zu nutzen und zu guten Wurfchancen zu kommen. Gleichzeitig müsse seine Mannschaft die Konzepte des Gegners wie im Hinspiel in den Griff bekommen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei David Kuntscher, Paul Kompenhans, Hendrik Schreiber sowie den Ohl-Brüdern. Hinzu kommt mit Danil Dyatlov ein ehemaliger Balinger, der gegen seinen Ex-Klub besonders motiviert sein dürfte. Personell bleibt hinter Mex Raguse wegen Schulterproblemen noch ein kleines Fragezeichen. Unabhängig davon fordert Flohr erneut eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Für die „Gallier“ geht es darum, im Aufstiegsrennen das nächste Ausrufezeichen zu setzen. Einfach wird das nicht. Denn in Hüttenberg wartet kein Spiel für Schönspieler, sondern eines für Nerven, Physis und Geduld. Genau die Zutaten also, die ein echtes Topspiel in der 2. Bundesliga ausmachen.