Georg Pöhle kann bei den Galliern seine Erfahrung einbringen, zudem ist er in Abwehr und Angriff ein wichtiges Puzzleteil. Foto: Eibner

Mit 31 Jahren zählt Georg Pöhle zu den erfahrenen Spielern beim Handball-Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten. Sieben Jahre spielte er für die HSG Nordhorn-Lingen.

In der Mey Generalbau Arena tönt der Hallensprecher „Georg“ und die HBW-Fans rufen extra laut „Pöhle“. Wieder einmal ließ der Rückraumspieler mit seinem extrem harten Distanzwurf das Tornetz zappeln.

 

Sieben Jahre im Trikot der HSG Nordhorn-Lingen

Beim jüngsten Heimsieg gegen den HSC 2000 Coburg trug der 31-Jährige fünf Tore zum 39:24 bei. Nun reist der HBW-Tross zur HSG Nordhorn-Lingen. Pöhle trug sieben Jahre das Trikot der Niedersachsen. Es ist für den 1,94 Meter großen und 100 Kilogramm schweren Rückraumspieler die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.

Georg Pöhle ist in Finsterwalde im südlichen Brandenburg geboren. Über Cottbus, Lemgo, Essen, Emsdetten verschlug es ihn zur HSG Nordhorn-Lingen.

„Für mich und meine Familie ist Nordhorn wichtig. Wir haben da geheiratet, haben da unsere Tochter bekommen, haben da ein Haus gekauft. Es ist kein Spiel, wie jedes andere. Nichtsdestotrotz war ich froh, dass das Hinspiel zunächst in Balingen war und nicht direkt in Nordhorn.“

Der Brandenburger fühlt sich wohl im Schwabenland

Die Kreisstadt liegt im äußersten Südwesten Niedersachsens an der Vechte. Von dort kam Georg Pöhle im vergangenen Sommer an die Eyach. „Wir haben in Weilstetten ein kleines Reihenhaus gefunden. Balingen kannte er vor der Saison so gar nicht. Natürlich war ich als Spieler schonmal hier, aber da sieht man tatsächlich nicht viel von der Region. Daher war es Neuland für mich und meine Familie.“ Georg Pöhle hat zwei kleine Kinder, fühlt sich wohl im tiefsten Schwabenland. „Wir hatten neulich Besuch und waren auf dem Lochen oben. Von da aus konnten wir in der Ferne die Alpen sehen. Das ist etwas was, wenn man jetzt über Nordhorn redet, nicht sagen kann. Das ist ja absolutes Flachland. Von der Landschaft ist hier es echt schön.“

Noch Schwierigkeiten mit dem Dialekt

Mit dem schwäbischen Dialekt hat Pöhle aber so seine Schwierigkeiten. „Es ist für mich echt schwer zu verstehen. Ich war auch schon auf dem Fanclubtreffen und muss schonmal dreimal nachfragen, wenn ich was nicht verstehe. Die Leute müssen damit rechnen, dass ich manchmal echt auf dem Schlauch stehe.“

Ganz anders ist es auf der Platte. Da versteht Georg Pöhle den Handball, unterhält sich auch oft mit Coach Matti Flohr über den nächsten Gegner, insbesondere in dieser Woche über die HSG Nordhorn-Lingen. „Ich will mit meiner Erfahrung helfen, aber nichtsdestotrotz muss ich auch selber Leistung bringen“, sagt Pöhle.

Der Routinier ist in der Abwehr unverzichtbar

In der HBW-Abwehr ist der Routinier mittlerweile unverzichtbar. „Ich habe schon eine gewisse Ruhe, habe schon etliche Spiele und etliche knappe Spiele gewonnen und auch verloren. Das gehört auch dazu zum Lernen. Da versuche ich meinen Mitspielern zu helfen.“

Neuerdings hilft der eher als Defensivspezialist eingeplante Pöhle der Mannschaft auch mit seinen Toren. „Ich denke, ich habe den besten Schuss aus der Entfernung in der Mannschaft. Das Handballpublikum mag die einfachen Tore aus dem Rückraum - was gar nicht so einfach ist - das sorgt dann schon für Extra-Euphorie.“

Der 31-Jährige beweist sein Multi-Talent

Georg Pöhle versucht auch Lücken zu reißen für seine Mitspieler, die dann mehr im Eins-gegen-eins glänzen können. Sein Trainer Matti Flohr sagt über ihn: „Er stabilisiert das Gesamtgefüge und hat einen hohen Handball-Sachverstand. Er kann Spielsituationen schon sehr früh in der Abwehr erkennen, verfügt im Angriff über eine geile Wurfqualität. Er hat einfach einen enormen Wumms im Arm, verfügt aber auch über ein sehr gutes Kooperationsverhalten im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern.“

327 Zweitligaspiele auf dem Buckel

Pöhle kennt auch die 2. Handball-Bundesliga, wie kein anderer. Das war auch ein wichtiges Kriterium für seine Verpflichtung. 327 Spiele hat er aktuell vorzuweisen. Privat ist Georg Pöhle eher der ruhigere Typ. Er studiert nebenher Sportmanagement. „Mit meinen beiden Kids gibt es ansonsten genug zu tun abseits des Trainings.“ Pöhle entstammt einer echten Handballerfamilie. Beide Eltern haben Handball gespielt. „Ich bin quasi in der Halle groß geworden.“