Kommt ein Halteverbot an die Grundschule in Kippenheimweiler? Der Ortschaftsrat zeigte sich einem Vorschlag der Stadtverwaltung gegenüber aufgeschlossen. Denn die morgendliche Parksituation birgt mitunter Gefahren.
Die Schulwege-Sicherheit war Thema im Ortschaftsrat. Bereits seit November 2023 wird das Thema an der Grundschule konkreter bearbeitet. Infolge einer Weisung des Ministeriums für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg sollten für die Aktion „Sicherer Schulweg“ Eltern seitens der Schulen angewiesen werden, anhand spezieller Pläne potenzielle Gefahrenstellen für ihre Kinder auf dem Schulweg zu benennen und zu kennzeichnen. Zeil des Landes ist es, die Zahl der Schulweg-Unfälle – 2023 waren das laut Statistik 12 254 - mittels Maßnahmen und Planungen zu reduzieren.
Auf die Grundschule Kippenheimweiler heruntergebrochen, kam Schulleiterin Dorothea Fehrenbach-Isele zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Die Resonanz von Elternseite bei der Aktion mit den Plänen fiel, wie der stellvertretende Ortsvorsteher Stephan Hurst (SPD) in der Ratssitzung schilderte, nicht eben hoch aus. Faktisch sei die Situation auf dem Parkplatz (neben dem Rathaus) oftmals schwierig – gerade beim morgendlichen Bringen von Kindern. Lehrer sollten daraufhin angewiesen werden, mündliche Ermahnungen in Richtung der Eltern auszusprechen.
Seitens der Stadt Lahr kam der Vorschlag, in der Wylerter Hauptstraße ein kleines Halteverbot zu installieren – und zwar zwischen der Grundschule bis zum Anwesen Zähringer Fertiggaragen. Geparkt werden könne auch auf dem nicht weit entfernten Parkplatz der Kaiserswaldhalle. Die Analyse basiert auf den Erkenntnissen einer Verkehrsschau vom 25. November 2024. In deren Rahmen wurden, wie Hurst nebenbei erwähnte, auch die Beleuchtung der Luisenstraße und die Gehwege in Luisen- und Wylerter Hauptstraße als zu optimierende Punkte für die Zukunft auf die Liste gesetzt.
Das Halteverbot sollte per verkehrsrechtlicher Anordnung montags bis freitags, von 7 bis 13 Uhr, gelten, stand im Raum. Von Schulseite wurde gar ein Zeitraum zwischen 7 und 17 Uhr, gefordert. In der Beratung kam Thomas Schlenker (Freie Wähler) die Einbeziehung von Kitas zu kurz. Darauf wurde jedoch aus dem Gremium heraus eingewendet, dass die meisten Kitakinder noch zu klein seien, um selbstständig die Einrichtungen aufzusuchen.
Mehr Zutrauen an die Kinder gefordert
Das sei bei Grundschulkindern allerdings völlig anders. „Schulkindern darf man ruhig zutrauen, dass sie den morgendlichen Hin- und den mittäglichen Rückweg allein bewältigen“, sprach Ute Schmieder (SPD) deutlich an. Damit wäre auch dem Problem der „Elterntaxis“ recht schnell beizukommen. Dennoch sollte eine mögliche zusätzliche Einbeziehung der beiden örtlichen Kitas in die sichere Schulwegplanung zumindest geprüft werden, regte der Ortschaftsrat an.
Agnes Weis (Freie Wähler) sah in einer Halteverbots-Regelung „einen guten Beginn“, hakte aber umgehend nach, ob die Regeln auf beiden Straßenseiten gelten würde. Hierzu sicherte Stephan Hurst ein entsprechendes Nachhaken bei der Hauptverwaltung zu. Die Regelung habe, darin waren sich die Räte einig, nur dann Sinn, wenn deren Einhaltung auch entsprechend kontrolliert werde.
Probleme andernorts
Wie eine Umfrage unserer Redaktion im Januar zeigte, sind Elterntaxis nicht nur in Kippenheimweiler ein Problem. Auch etwa die Lahrer Luisenschule oder Grundschule Reichenbach klagten darüber, dass ihre Schüler öfters als nötig mit dem Auto gebracht werden.