Ein großes Schild weist auf "Halt! Kaffee, Brot und mehr" hin – und es verfehlt seine Wirkung nicht, wie Heike Siedle im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet. Foto: Moser

Seit knapp einem halben Jahr verkauft Heike Siedle in Peterzell Kaffee, Brot und mehr. Trotz Corona hatte sie sich im August des vergangenen Jahres selbstständig gemacht. Sehr anstrengend waren die vergangenen sechs Monate, sagt sie. Aber auch "einfach super".

St. Georgen-Peterzell - Es gehört eine ganze Portion Mut dazu, sich mitten in der Corona-Pandemie selbstständig zu machen – und dann auch noch mit einem gastronomischen Betrieb. Das sieht auch Heike Siedle, die vor knapp einem halben Jahr genau diesen Schritt gewagt hat, so. "Halt! Kaffee, Brot und mehr" heißt ihr Lokal – eine Mischung aus Bäckerei-Verkauf und Café – im ehemaligen Gasthaus "Löwen" in Peterzell. Nach fast sechs Monaten Selbstständigkeit in Peterzell zieht sie Bilanz.

 

Vor allem frische Backwaren werden nachgefragt

Und die fällt durchaus positiv aus. "Super, einfach super" laufe es, sagt Siedle. "Die Peterzeller sind total begeistert und glücklich über das Angebot", schildert sie ihren Eindruck. Zwischenzeitlich habe sich sogar ein Stammtisch aus Feuerwehrmännern und -frauen zusammengefunden – auch wenn sich dieser zuletzt coronabedingt nicht mehr traf. Siedle ist aber zuversichtlich, dass es – sobald die pandemische Lage es wieder zulässt – diesbezüglich weitergehen wird.

Ansonsten seien es derzeit vor allem die frischen Backwaren, die nachgefragt werden. Diese bekommt Siedle jeden Morgen vom Brantner Bäck in Hardt geliefert. Auch wenn sie sich freut, dass dieser Teil ihres Angebots so gut angenommen wird, ist für Siedle auch klar: "Nur davon kann ich nicht leben." Sie brauche auch die Kunden, die sich ins Café setzen, ihr Getränke-Angebot nutzen oder ihre belegten Brötchen und den wechselnden Mittagstisch nachfragten. Diesen Bereich, besonders ihr Essensangebot, will Siedle deshalb in Zukunft noch ausbauen.

Ausweitung des Angebots nur mit Unterstützung möglich

Das werde aber nur mit ein bisschen Unterstützung möglich sein, ist Siedle realistisch. Eine Vollkraft kann sie aktuell zwar nicht einstellen, "aber jemand, der zum Beispiel über Mittag hier ist, wäre schon sehr hilfreich". Denn für sie selbst waren die vergangenen Monate vor allem eines: anstrengend. Denn wenn "Halt! Kaffee, Brot und mehr" um 7 Uhr öffnet, ist Siedle meist schon seit rund zwei Stunden vor Ort, um die Backwaren-Lieferung entgegenzunehmen, Brote zu streichen und das Mittagessen vorzubereiten. "Und dann bin ich ununterbrochen im Einsatz. Bis ich fertig bin ist es meistens auch sechs oder halb sieben." Ohne die Unterstützung von Familie und Freunden, die ihr zeitweise unter die Arme greifen und sie so entlasten, ginge es auf keinen Fall, ist sich Siedle sicher.

Für sie steht fest: "Ich würde es wieder genauso machen" – auch wenn ihr der Schritt in die Selbstständigkeit als Quereinsteigerin und in der Corona-Zeit hin und wieder Bauchschmerzen bereitete. "Ein bisschen unwohl war mir manchmal schon", sagt Siedle rückblickend. Trotzdem sei sie knapp sechs Monate nach der Eröffnung froh, ihren Mut zusammengenommen zu haben.