Diese Besucherin hat keine Berührungsängste – aber ihr Gegenüber ist ja auch noch vergleichsweise harmlos. Foto: Lothar Schwark

Der gruselig geschmückte Stollen im Besucherbergwerk „Himmlisch Heer“ und der liebevoll dekorierte Vorplatz lockten viele Besucher zur Halloweenfeier nach Hallwangen.

Wer sich an diesem Abend auf die mystische Atmosphäre des Besucherbergwerks „Himmlisch Herr“ einlassen wollte, musste sich auf manche Überraschung gefasst machen. Denn es wurde es gruselig.

 

Bei den Sonderführungen, die der Förderkreis historischer Bergbau Hallwangen bei seiner ersten Halloweenfeier anbot, begegneten die Teilnehmer so manchem Gespenst, wenn sie unter künstlichen Spinnweben in enge Gänge eintauchten. Rund 20 Figuren, darunter Skelette auf der Schubkarre oder im Rollstuhl, riesige Spinnen, Hexen, Geister und sonstige finstere Gestalten sorgten für Aha-Effekte.

Und so war für Nervenkitzel gesorgt, wenn man, mit Handlampen ausgestattet, in teils rabenschwarzen Gängen den Weg in Richtung Licht oder Ausgang suchte. Immer wieder empfing einen ein helles Kichern – im günstigeren Fall. Denn vor allem markige Töne ließen die Gäste erschaudern.

Premiere ein voller Erfolg

Der Förderkreis-Vorsitzende Reiner Grüneberg und Schriftführerin Petra Demirci waren vom Besucherandrang hellauf begeistert. Neben einer großen Zahl von Erwachsenen hatten sich rund 100 Kinder zur Halloweenfeier eingefunden. Rund 190 angemeldete Gäste und zahlreiche spontane Besucher registrierte der Verein.

Um ihnen den besonderen Gruselfaktor zu bieten, waren monatelange Vorbereitungen nötig. Besonders, wenn es um Details der Figuren ging. So entstanden aus Pappe täuschen echte Steine, auf denen es sich die Skelette gemütlich machten. Ohnehin von der Decke fallende Tropfen und kleine Bäche am Rande der unteren Gänge machten die Tour durch den Stollen noch unheimlicher.

Gruseltour dauert 20 Minuten

Drei Bergwerksführer des Förderkreises führten durch den schaurig beleuchteten Stollen. Und sie hatten ob des Andrangs bei ihren Führungen, die zwischen 17 und 22 Uhr angeboten wurden, allerhand zu tun. Eine Gruseltour dauerte etwa 20 Minuten.

Die Gäste erfuhren, dass das Bergwerk mittlerweile über eine Besucherstrecke von rund 450 Metern verfügt. Im oberen Gang wird der historische Bergbau mit seinen teils engen Gängen vorgestellt. Der Weg dorthin ist nicht jedermanns Sache, muss man doch teils gebückt vorrücken. „Überwindung ist hier schon gefragt“, bestätigte Reiner Grüneberg im Gespräch mit unserer Redaktion.

40 Liter Suppe

Auf dem Vorplatz hatten rund 15 weitere Mitglieder des Vereins viel zu tun. 40 Liter Kartoffel- und Kürbiscremesuppe fanden dankbare Abnehmer, außerdem gab es Würste vom Grill und Getränke.

Am Schminkzelt verwandelten sich Kinder in schaurige Kreaturen, während beim Basteln und Malen die Wartezeit auf die Führung kreativ überbrückt wurde. Alle Kinder bekamen eine kleine Überraschungstüte geschenkt.

Jetzt geht es in die Winterpause

Hatte der Aufbau zur Halloweenfeier rund zwei Tage gedauert, war bei den Helfern daheim über Monate an den Figuren gearbeitet worden, berichtete Grüneberg, der von einem großen Gemeinschaftsprojekt des inzwischen 170 Mitglieder starken Vereins sprach. Und sogar darüber hinaus: Ralf Offenburger von den Stollenhexen hatte beispielsweise das Zelt aufgebaut.

Froh ist man im Förderkreis, auch noch aktive Bergleute in seinen Reihen zu haben, die einen ganz anderen Blick auf das Gestein haben. In diesem Jahr ist Harald Harter aus Schapbach beigetreten. Er hat den Bergbau gelernt und fährt seit 15 Jahren in die Grube Klara in Oberwolfach ein.

In Hallwangen ist jetzt Winterpause. Am 3. Mai wird das Besucherbergwerk wieder geöffnet. Doch zuvor wird am 4. Dezember ab 18 Uhr vor dem Bergwerk der Barbaratag gefeiert, wobei auch die Hallwanger Alphornbläser mitwirken.