Halloween-Atmosphäre beim Auftritt der Band "Revolter" in Horb. Foto: Wagner

Schaurige Atmosphäre im Mittelbau des Marmorwerks in Horb: Beim Halloween-Konzert "Hellbash" kamen Fans der harten Töne voll auf ihre Kosten.

Horb - Das Konzert "Hellbash" ist seit mehr als zehn Jahren ein fester Bestandteil der Nagolder Musikszene. Jedes Jahr kommen beim "Hellbash" für gewöhnlich die Nagolder Musiker im Jugendhaus "Youz" zusammen, um Halloween miteinander zu zelebrieren. Aufgrund von Personalmangel konnte dies heuer nicht im "Youz" umgesetzt werden, womit das Halloween-Spektakel im schaurigen Ambiente des Marmorwerk-Mittelbaus stattfand.

Freundschaftlicher Flair

Eigentlich springen die Musiker untereinander bei den auftretenden Bands ein, womit das Event einer Live-Jam-Session ähnelt. Diesmal spielten die Bands ausschließlich ihre Sets, worunter der familiäre und freundschaftliche Flair jedoch nicht litt. Im Gegenteil: Die Musiker fühlten sich im Handumdrehen heimisch in Horbs neuer Konzert-Location und freuten sich über das Horber Publikum.

Die Eröffnung des "Hellbash" oblag der Sulzer Formation "Black Leaf Draft", die sich seit dem vergangenen Jahr in Horb und Umgebung verstärkt einen Namen gemacht hat. Gespannt waren die Musikfans vor allem auf die eigenen Songs der Band, die mit viel Herzblut zu Gehör gebracht wurden. Darunter der Titel "No Crime", der sich vor allem für die Fans des härteren Genres als wahrer Ohrwurm herausstellte. Des Weiteren fuhr die Band um Frontmann Jörg Bossenmaier (Gesang, Gitarre) mit einer breiten Auswahl an Coversongs auf, welche die Zuhörer begeisterten. Hierbei bewies auch Bassist Frank Bossenmaier, dass er ebenso flink mit seinen Fingern am Bass umgehen konnte wie der Frontmann an seiner Gitarre, während Christoph Schon die Band wuchtig am Schlagzeug vorantrieb.

Eigeninterpretation eines Klassikers

Die klassische Dreimann Rock-Combo "Sheffield" aus Nagold knüpfte mit ihrem Auftritt klanggewaltig an. Hierbei beeindruckte vor allem Sänger und Gitarrist Jens van der Ven, der seinem brachialen Stimmapparat von Beginn an alles abverlangte. So wurde spätestens nach dem Eröffnungstrack "Who Are You?" deutlich, warum die Truppe gerne auch als "Dirty Foo Fighters" bezeichnet wird. Neben van der Ven setzten Schlagzeuger Michael Cascales und Bassist Erol Sulejmanovski deutlich ein Ausrufezeichen hinter diesen Vergleich. Für Begeisterung sorgte ebenso die Eigeninterpretation des Nirvana-Klassikers "Heart Shaped Box", der schneller, lauter und härter einen neuen Stil verpasst bekam. Einen Stilwechsel bekam das Publikum anschließend auch durch den Auftritt von "Revolter" und "No Rest For The Wicked" geboten. Hierbei kamen vor allem die Fans des "Metalcore" voll auf ihre Kosten.

Kreischende Solo-Riffs

Von der dreijährigen Bühnenabstinenz war bei "Revolter" nichts zu spüren. Höchstens dahingehend, mit welcher Spielfreude die Protagonisten auf der Bühne agierten. Getreu ihrem gleichnamigen Songtitel lautete die Devise "Volle Kraft voraus". Eine wild wehende lange Mähne, kreischende Solo-Riffs gefolgt von brachialen Power-Chords – verkörpert durch Gitarrist Kevin Beck – standen zur Freude des Publikums ferner im krassen Widerspruch zu dem Songtitel "Deeskalation". Unter dem Stroboskop-Dauerfeuer eskalierten auch Frontmann Ralf Lehert, Bassist Daniel Riedel und Laki Adithiya (Drums) entsprechend zu dem Song "Benzin" auf der Bühne, bevor sich die Akteure mit "Raise Your Beer" von den Zuhörern verabschiedeten.

Den letzten Teil des Konzerts gestalteten die Musiker von "No Rest For The Wicked", die unter anderem mit ihren Songs "Purpose", "(W)hole" und "Hol(low)" für einen gelungenen Abschluss des Halloween-Events sorgten.