Philipp-Thies Rapp nimmt bei der WM in Bremen eine Medaille ins Visier und will angreifen. Foto: Kara

Der Saison-Höhepunkt steht für Philipp-Thies Rapp vom RSV Tailfingen am Wochenende bei den Hallenrad-Weltmeisterschaften in Bremen an. Der Vizeweltmeister des Vorjahres peilt erneut eine Medaille im 1-er der Männer an.

„Philipp ist gut drauf; seine Form stimmt. Er kann ein bombastisches Programm hinlegen, wenn er einen Sahnetag erwischt“, sagt Bundestrainer Dieter Maute, der auch Rapps Vereinstrainer in Tailfingen ist. Maute bestieg bereits am Dienstagnachmittag den Flieger in Richtung Hansestadt; Rapp machte sich mit dem Auto auf den Weg nach Bremen; nach einem Zwischenstopp über Nacht kommt der Tailfinger am Mittwochnachmittag rechtzeitig zum ersten freien Training in der Bremer ÖVB-Arena an.

 

Dort stehen für Rapp und die anderen WM-Teilnehmer die ersten Tests auf dem neu verlegten Boden an. „Ziel ist es, sich schnell mit dem Boden anzufreunden“, sagt Bundestrainer Maute. „Wir hoffen, dass er über gute Laufeigenschaften verfügt, die wir gebrauchen können; da ist es egal, ob da vorher schon einmal jemand auf den Boden gefahren ist. Ich denke, dass der Boden kein Problem darstellen wird. Die Frage stellt sich eher nach der Beschaffenheit des Untergrund, was sich aber nicht beeinflussen lässt.“

Der amtierende Weltmeister Lukas Kohl (RMSV Concordia Kirchehrenbach), der in der Hansestadt seinen achten WM-Titel in Folge gewinnen kann, sprach in einer Pressekonferenz im Vorfeld der WM darüber, dass „ein bisschen Nervenkitzel dabei ist. Denn um ein Ergebnis über 200 Punkte auszufahren, muss immer alles stimmen.“ Zumal Kohl, der mit 216,40 Punkten auch Weltrekordhalter ist, auch auf harte Konkurrenz trifft. Denn auch schon Rapp und der Deutsch-Spanier Emilio Arellano (RV Oberjesingen) sind in diesem Jahr schon deutlich über 200 Punkte ausgefahren.

210 Punkte für Rapp hält der Bundestrainer für möglich

Maute traut seinem Schützling Rapp zu, dass er den Weltmeister im Kampf um Gold angreifen und unter Druck setzen kann. „Wenn es ganz gut läuft, kann Philipp schon eine Wertung über 210 Punkte hinlegen; dazu ist er in der Lage. Dann muss für Lukas Kohl dann schon alles passen; denn selbst bei einem kleinen Fehler kann sich das Blatt wenden. Wenn er sein Programm aber durchzieht, wird Kohl am Ende wahrscheinlich vorne bleiben, das er zwei Punkte mehr aufstellt als Philipp“, schätzt der Bundestrainer den möglichen Zweikampf ein; mahnt dabei aber auch, Arellano nicht außer Acht zu lassen. „Je nach dem, was Emilio vorlegt kann sich Philipp unterschiedlich verhalten und mehr oder weniger Risiko eingehen. Doch Philipp hat zu mir gesagt, er will nach vorne angreifen. Schließlich sei er noch jung und habe noch einige Jahre vor sich, so dass er, falls es in diesem Jahr schief gehen sollte, er noch genügend Möglichkeiten hat, den Titel zu holen.“

Die Vorrunde dient als „kleiner Testlauf“

Ernst wird es für Rapp und seine Mitkonkurrenten am Sonntagnachmittag um 12.30 Uhr mit der Vorrunde. Die Finalläufe steigen dann am Sonntag gegen 17.30 Uhr. „Wir wollen die Vorrunde als kleinen Test angehen, denn ich gehe davon aus, dass Philipp diese überstehen wird. Zumal die Vorrunde oft anders verläuft als der Finaldurchgang. Bei der WM in Glasgow hatte Philipp in der Vorrunde einen Absteiger und es dann im Finale hervorragend hinbekommen“, weiß der Bundestrainer aus langjähriger Erfahrung.

Doch was erwartet Maute, der seit 2003 Honorar-Bundestrainer für den Kunstradsport ist und in seiner Ägide über 100 Titel mit seinen Sportlern bei Weltmeisterschaften holte, in diesem Jahr in Bremen in Sachen Medaillen und Titel von den deutschen Sportlern, die in allen Disziplinen favorisiert sind, die aber auch über unterschiedliche Konkurrentinnen und Konkurrenten verfügen?

Die Titelsammlung soll erweitert werden

„Natürlich wollen wir die Titelsammlung in diesem Jahr noch ein bisschen erweitern“, sagt der 57-Jährige. „Die Chancen sehen nach wie vor gut aus; wir sind Weltmarktführer und Titelverteidiger in allen Disziplinen. Entsprechend selbstbewusst gehen wir natürlich in den Wettkampf. Trotzdem ist es so, dass wir mittlerweile in allen Disziplinen Konkurrenz haben, die uns die Medaillen streitig machen kann.“ Im 1-er der Männer sieht Maute den Spanier Arellano als härtesten Konkurrenten von Rapp und Kohl. „Im 1-er der Frauen werden die Teilnehmerinnen aus Österreich und der Schweiz gegen uns um die Medaillen kämpfen. Beim 2-er der offenen Klasse streitet Hongkong mit uns um die Medaillen; im 2-er und 4-er der Frauen ist die Schweiz unser Hauptkonkurrent.“

„Dennoch glaube ich, dass wir ein tolles Team haben, das aus erfahrenen Startern und Neulingen besteht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Ziel Titelverteidigung in allen Disziplinen schaffen und alle anderen unserer Starter sich eine Medaille sichern können; welche es sein wird, werden wir in den Wettkämpfen sehen.“