Mit dem möglichen Neubau eines zentralen Schwimmbads ist die Schließung des Schwenninger Neckarbads verbunden. Foto: Archiv

Modelle für ein neues Hallenbad stellt die Bäder Villingen Schwenningen GmbH (BVS) im Gemeinderat vor. Die Kosten liegen zwischen 18,6 und 56,8 Millionen Euro.

Villingen-Schwenningen - Mindestens 18,6 Millionen Euro müssten die Bäder Villingen-Schwenningen GmbH (BVS) und die Stadt in die Hand nehmen, um ein zentrales Hallenbad zu schaffen. Das wäre allerdings nur die kleinste Lösung mit einem 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, einem Lehrschwimm- und einem Planschbecken.

Die Diskussion um ein Schwimmbad im Zentralbereich kommt seit Jahrzehnten immer wieder auf. Jetzt stellt BVS-Geschäftsführer Gregor Gülpen dem Verwaltungs- und Kulturausschuss am Mittwoch, 7. Dezember, ab 17 Uhr in der Tonhalle in Villingen eine Machbarkeitsstudie vor. Die Ausarbeitung nennt erste Zahlen und geht davon aus, dass weit mehr Investitionen als die 18,6 Millionen Euro notwendig sind, um ein attraktives Bad zu schaffen.

Der schlechte Zustand des Villinger Hallenbads gab mit den Anstoß für diese Untersuchungen. Schon Gülpens Vorgänger Ulrich Köngeter hatte immer wieder gewarnt, dass die Bausubstanz und die Technik nach mehr als 50 Jahren überholt sind und eine Sanierung wenig sinnvoll ist. Er hatte sich allerdings für einen Neubau in Villingen und den Weiterbetrieb der Standorte in Schwenningen stark gemacht. Das Friedensschulbad ist mittlerweile geschlossen, zudem stellt die BVS klar, dass eine zentrale Sport- und Freizeiteinrichtung auch das Aus für das Neckarbad bedeutet, da ein Parallelbetrieb wirtschaftlich nicht möglich sei. Lediglich das Villinger Kneippbad solle dann erhalten bleiben.

Anforderungsprofil für möglichen Neubau ermittelt

Mit der Debatte um die Zukunft der Schwenninger Bäderlandschaft hatte die FDP im Gemeinderat den Bau eines doppelstädtischen Sportschwimmzentrums wieder aufs Tapet gebracht. Konkrete Überlegungen reichen allerdings weiter zurück, wie Gülpen aufzeigt. Ende 2021 sei der Anstoß für das Projekt eines Schwimmbadneubaus gekommen. Sein Vorgänger, die Nutzergruppen des Hallenbads Villingen, Aufsichtsräte der BVS und Gemeinderäte hätten sich an einen Tisch gesetzt und ein Anforderungsprofil für einen möglichen Neubau ermittelt mit dem Ergebnis, ein Schwimmbad mit den heutigen Anforderungen zu realisieren, das Menschen mit unterschiedlicher Fitness und körperlichen Einschränkungen den Sport ermöglicht und die Bedürfnissen der Vereine erfüllt.

In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Fritz aus Bad Urach sind so Berechnungen für ein mit dem heutigen Hallenbad Villingen vergleichbaren Grundmodul und drei weiteren Varianten entstanden, die sich als zentrale Einrichtung eignen würden. Die Konzepte stellten die Planer dem Aufsichtsrat der BVS im Oktober vor. Neben dem einfachen Modell für geschätzte 18,6 Millionen Euro gibt es zwei mit 41,6 beziehungsweise 41,9 Millionen Euro veranschlagte Vorschläge, die über zwei Lehr- und ein Kinderschwimmbecken verfügen, zudem entweder zwei 25-Meter- oder ein 50-Meter-Becken. Mit rund 1500 Quadratmetern Wasserfläche entsprechen diese laut BVS dem bisherigen Angebot in den Bädern der Doppelstadt.

Luxusausführung eines Sportschwimmzentrums für 56,8 Millionen Euro

In der Luxusausführung eines Sportschwimmzentrums mit 2000 Quadratmetern Wasserfläche für 56,8 Millionen Euro wären ein 50- und ein 25-Meter-Becken, zwei Lehrschwimm- und ein Kinderplanschbecken drin. Alle Berechnungen enthalten eine Sprunganlage. Für eine Rutsche fällt laut Planern eine weitere Million Euro an, eine Sauna sei für 1,5 bis drei Millionen Euro zu haben.

Die BVS könne höchstens zwölf Millionen Euro in den Neubau einbringen und maximal das Grundmodell umsetzen, heißt es in der Analyse. Der Aufsichtsrat sei sich jedoch einig gewesen, dieses nicht weiterzuverfolgen und das Projekt auf Basis der zum Zentralbad geeigneten Varianten voranzutreiben.

Projekt steht ganz am Anfang

Noch steht das Projekt allerdings ganz am Anfang. Weder ist die Standortfrage geklärt noch der Grundstückskauf in die Kalkulationen eingeflossen. Auch der Wunsch, ein klimaneutrales Schwimmbad zu schaffen, kommt erst in den kommenden Planungsphasen zum Tragen. Wie es mit den ersten Ideen überhaupt weitergeht, muss der Gemeinderat entscheiden. Noch handelt es sich um eine reine Informationsvorlage der BVS. Ab der Beauftragung sei mit einer Umsetzungsdauer von zweieinhalb bis drei Jahren zu rechnen, steckt Gülpen den Zeitrahmen ab.