Christian Sontag, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Aqualino, und Betriebsleiterin Veronique Kühn haben für den Reha-Sport alles vorbereitet. Foto: Schimkat Foto: Schwarzwälder Bote

Mehrere Gruppen der Rheuma-Liga können ihren Reha-Sport wieder im auf 30 Grad geheizten Becken des Hallenbads Aqualino ausüben.

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Unterkirnach - "Ach tut das gut" – vergangene Woche hörten Christian Sontag, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Aqualino, und Hans-Jürgen Kommert, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Schonach/St. Georgen der Rheuma-Liga, und Betriebsleiterin Veronique Kühn, diese erleichterten Seufzer im Aqualino.

An drei Tagen konnten in der vergangenen Woche mehrere Gruppen der Rheuma-Liga, nach strengen Corona-Regeln, ihren Reha-Sport im Becken des Aqualino ausüben. Sie wurden von ausgebildeten Therapeuten angeleitet.

Weniger Bewegung führt zu mehr Medikamenten

In einem Gespräch mit unserer Zeitung blickten die Verantwortlichen des Betriebs im Aqualino zurück. Rheumaerkrankte Gelenke möglichst zu wenig bewegen, das sei keine gute Idee, Betroffene müssten Muskeln und Gelenke trainieren, auch bei Arthrose und anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen, erklärte Hans-Jürgen Kommert. Mit Beweglichkeit Schmerzen zu reduzieren und wieder mehr Lebensqualität zu genießen, sei das Bestreben der Rheuma-Liga, berichtete er weiter.

"Ganz genau, und darauf mussten wir ein ganzes Jahr verzichten, was bedeutete, dass wir alle mehr Schmerzmittel nehmen mussten", betont Irmgard    Schröder, von der Beratungs- und Abrechnungsstelle der Rheuma-Liga. "Man sollte wissen, dass rheumatische Erkrankungen keine Seltenheit sind. Unsere Arbeitsgemeinschaft zählt 450 Mitglieder, die Rheuma-Liga Villingen hat gut 5000 Mitglieder, der Dachverband Baden-Württemberg hat 75 000 Mitglieder", betont Kommert. Je weniger man sich unter gezielter Anleitung bewege, desto mehr Medikamente müsse man als Betroffener nehmen, berichtete er.

"Alle Teilnehmer jeder Gruppe wurden von uns getestet. Alles wurde dokumentiert. Wir hatten keinen einzigen positiven Fall", zeigt sich Sontag zufrieden. Die Teilnehmer zeigten sich sehr diszipliniert, und vor allem waren sie sehr glücklich, erzählte Sontag. Da man die Wassertiefe mit dem Hubboden regulieren könne, habe man auch gut das Funktionstraining ausführen können, erläuterte er.

Auf die Frage, woher die Teilnehmer des Reha-Sports/Funktionstrainings kommen, zählt Kommert auf: "Aus Schonach, Gütenbach, Furtwangen, Königsfeld, Unterkirnach, Oberkirnach, Mönchweiler, Burgberg, Königsfeld, Hornberg, Tennenbronn – natürlich nicht im Bus, sondern in Fahrgemeinschaften, mit Mundschutz."

"Aber", bricht es aus Kommert und Sontag heraus, "wochenlang haben wir mit verschiedenen Behörden geschrieben und telefoniert."

Erlaubnis vom Ministerium

Der zweite Geschäftsführer, Gerhard Graf habe vor einem Monat an das Landratsamt geschrieben und – Sontags Angaben zufolge – bis heute keine Antwort erhalten. Kommert hatte da mehr Erfolg: Er hatte sich an das Sozialministerium in Stuttgart gewandt und die Antwort erhalten, dass Reha-Sport und Funktionstraining der Rheuma-Liga mit Verschreibungen von den Ärzten gestattet sei.

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