Das Hallenbad im Feriendorf Tieringen ist marode. Genauer gesagt undicht, weshalb es in den Keller tropft. Jetzt soll ein Förderprogramm des Bundes Abhilfe schaffen.
„Hier wollen wir an die Geldtöpfe, nicht an die Wassertöpfe“, scherzte Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als es um das Hallenbad im Feriendorf Tieringen ging. Denn Wassertöpfe in Form von Eimern hat man schon genügend. Diese sind im Keller des Bades aufgestellt und laufen immer wieder voll – das Wasser aus dem darüber befindlichen Becken will nämlich nicht wirklich in selbigem bleiben.
Was genau im Argen liegt, das erklärte Stadtbauamtsleiter Claus Fecker am Freitagabend dem Gemeinderat ausführlich. Wie so oft liege das Problem im Dunkeln, begann er. „Im Keller standen etliche Eimer, weil das Wasser von oben runterdrückt“, blickte er zurück auf die Probleme, die schon im Vorjahr aufgetreten sind. Die Hausmeister hätten bisweilen schon improvisiert, Blechwannen gefertigt, um das Wasser aufzufangen, das teils an den Wänden heruntergelaufen ist. Das Hauptproblem ist aber die Technik, die unter dem Becken im Keller installiert ist – noch nicht sonderlich alt wohlgemerkt. „Die ist dem Wasser ausgesetzt und muss geschützt werden“, stellt Fecker klar. Außerdem laufe das Wasser irgendwann unter die Platten und den Estrich, die aktuelle Situation muss also so schnell wie möglich abgestellt werden. Und das dauerhaft.
Die Fugen sind das Problem
In einem ersten Schritt ging es zunächst darum, der Ursache auf den Grund zu gehen. Diese findet sich mitunter an selbigem des Beckens. Die Fugen dort sind undicht, über die Jahre spröde geworden und in keinem guten Zustand mehr. Noch übler sieht es in den Überlaufrinnen aus, hier ist das meiste Wasser ausgetreten. Die Fugen in den Rinnen hat man dann in einem ersten Aufschlag im Sommer gerichtet, das Becken nahm man sich im vergangenen Herbst vor. Der verbaute Hubboden musste routinemäßig gewartet werden, dafür ließ man sämtliches Wasser ab und hatte freie Bahn für die Ausbesserung der Fugen. Seither, so Fecker, sind die Wassermassen, die sich in den Keller aufmachen, deutlich weniger geworden. Eine Dauerlösung ist dieses Provisorium dann aber nicht. „Wir haben das jetzt deutlich reduziert, aber es wird schon noch weiter reinlaufen“, ist sich Fecker bewusst.
Genau deshalb muss jetzt eine langfristige Lösung her. Und hier hofft man auf das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“. Denn zuzüglich zum milliardenschweren Sondervermögen sollen noch 250 Millionen Euro explizit für Schwimmbäder oben drauf kommen. Eine Bedingung gibt es allerdings, wie aus der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist: „Die zu fördernden Schwimmbäder müssen für die Öffentlichkeit zugänglich sein.“ Das ist freilich in Tieringen der Fall. Bezuschusst werden können 45 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Das Verfahren ist allerdings nicht so einfach, weil über die Antragstellung der Haushaltsausschuss des Bundestags befindet. In einer ersten Phase, dem Interessenbekundungsverfahren, müssen Projektskizzen eingereicht werden, erst in der zweiten Phase geht es dann um die eigentliche Beantragung des Förderzuschusses. Phase eins muss bis zum Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein. Daher gehe es heute „formell um die Interessenbekundung“, wie Kämmerer Daniel Bayer erklärte.
Zwar bestehe „dringender Handlungsbedarf“, so Bürgermeister Frank Schroft nochmals abschließend, doch man gebe sich keinen Illusionen hin, wisse, dass „die Fördertöpfe überzeichnet“ seien: „Es ist ein gewisses Glücksspiel“, gab der Rathauschef unumwunden zu. Probieren wolle man es trotzdem, zumal ja auch der Schulsport im Tieringer Hallenbad eine Anlaufstelle habe, es kein reines Spaßbad sei.
Was tun im Worst Case?
Der Gemeinderat hatte natürlich Fragen parat. Matthias Schwarz (Freie Wähler) wollte der Verwaltung etwas zu den Kosten entlocken: „Sprechen wir von einem sechs- oder siebenstelligen Betrag?“, hakte er nach. Genau könne man das nicht sagen, man wolle jetzt nicht mit einer Zahl rausgehen, doch Schroft kalkuliert mit einem „unteren bis mittleren siebenstelligen Betrag“. 50 Prozent davon müsse sowieso das Feriendorf in Tieringen aufbringen, da man sich die Kosten seit 1977 zu gleichen Teilen aufteilt. Andreas Link (CDU) hatte die logische Anschlussfrage auf dem Schirm: Was, wenn sich der Verein den 50-prozentigen Anteil schlicht nicht leisten könne? „Das kann ein Thema werden, aber da müssten die dann auf uns zukommen“, erkannte Schroft die Bedenken an. Alfred Sauter (Bürgerliste) rechnete schon mit dem Worst Case: „Was, wenn wir nicht ins Förderprogramm kommen?“ Dann gebe es da auch mehrere Runden, beruhigte Kämmerer Bayer, doch im Endeffekt, müsse dann der Gemeinderat politisch entscheiden, was man tue, so Schroft. Das Gremium segnete aber nun erst einmal die Interessenbekundung für das Förderprogramm ab.