Manche der Feuerwehrleute trugen Chemikalien-Schutzanzüge. Foto: Feuerwehr Waldachtal

Ein Chlorgasalarm im Hallenbad Pfalzgrafenweiler hat am Montag zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Verletzt wurde niemand. Doch wie gefährlich war der Vorfall?

90 Feuerwehrleute waren am Montag beim Hallenbad in Pfalzgrafenweiler im Einsatz. Manche trugen sogenannte Chemikalien-Schutzanzüge. Der Grund: In dem Hallenbad war Chlorgas ausgetreten.

 

Chlorgas ist eine hochgiftige Chemikalie. Im Ersten Weltkrieg wurde es als tödliche Waffe eingesetzt. In entsprechender Konzentration verätzt das Gas die Lungen und führt zum Erstickungstod. Kein Wunder also, dass die Feuerwehr mit einem Großaufgebot anrückte.

Doch wie gefährlich war der Vorfall in Pfalzgrafenweiler? Auf Anfrage unserer Redaktion kann Michael Krüger, Sprecher der Feuerwehr Waldachtal, beruhigen: „Es bestand keine akute Lebensgefahr.“

Grenzwert überschritten

Laut dem Sprecher wurde bei dem Einsatz im Hallenbad ein Chlorgasgehalt in der Luft von fünf Parts per Million (ppm) gemessen. Zum Vergleich: Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 0,5 ppm. Bei einer Chlorgaskonzentration von drei bis sechs ppm könne es zu einer Reizung der Atemwege kommen, erklärt Krüger. Bei 30 ppm beginne die akute Lebensgefahr, 400 ppm sei dann eine tödliche Konzentration.

Kurz gesagt: Der Grenzwert wurde um das Zehnfache überschritten. Die Konzentration befand sich in einem gesundheitsgefährdenden Bereich, war aber noch weit davon entfernt, tödlich zu sein.

Verletzt wurde laut der Feuerwehr niemand. Mit ein Grund dafür: Die Sicherheitsanlage des Hallenbads. „Das Schwimmbad ist gut abgesichert“, meint Krüger. „Es gibt eine Anlage, die misst den Chlorgehalt in der Luft.“ Sei der Wert zu hoch, werde automatisch Alarm ausgelöst. So konnten sich die Badegäste rechtzeitig ins Freie retten.

Zudem wurde automatisch eine Berieselungsanlage aktiviert. Durch einen feinen Sprühnebel sei das Gas niedergeschlagen und nach und nach in dem versprühten Wasser gebunden worden.

Ursache noch unklar

Wie es zu dem Gasaustritt kommen konnte, ist noch unklar, wie Pfalzgrafenweilers Bürgermeister Dieter Bischoff im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet. „Das wird derzeit noch untersucht.“

Klar ist bislang nur: „Der Bademeister hat die Chlorgasflachen gewechselt und bemerkte danach einen Chlorgeruch“, berichtet Bischoff. Daraufhin habe der Bademeister die Besucher ins Frei geleitet.

Für Gäste des Hallenbads gibt es derweil eine gute Nachricht. Trotz des Vorfalls muss das Bad nicht länger geschlossen bleiben. Bereits am Dienstag war es wieder geöffnet, wie Bischoff berichtet.