Das Lehrschwimmbecken in Hausen unter der Grundschule wird dieser Tage gefüllt und rechtzeitig beheizt und in Betrieb genommen. Foto: Rapthel-Kieser

Während andere Kommunen und Gemeinden ihre Bäder schließen oder Temperaturen absenken, bleibt im Hallenbad Burladingen alles beim Alten. Warum, das verrät Bürgermeister Davide Licht im Gespräch mit unserer Redaktion.

Burladingen - Im Burladinger Hallenbad wird vorerst alles ganz normal aufrecht erhalten, sagt Bürgermeister Davide Licht und nennt auch die Gründe. Denn in der Fehlastadt haben die Planer der kommunalen Einrichtung Hallenbad offensichtlich schon vor Jahrzehnten weit im Voraus gedacht.

Heizung ist schon nachhaltig und innovativ

"Wir haben das Glück, dass wir beim Hallenbad im Stadtkern eine sehr nachhaltige und innovative Energieversorgung haben. Da wurde beim Bau des Gebäudes und beim Einbau der Heizung schon zukunftsgewandt gedacht, denn die Heizung funktioniert mit einer Hackschnitzelanlage", freut sich Bürgermeister Licht.

Geht es mit Hackschnitzel aus dem eigenen Wald?

Gut möglich, dass der Stadtsäckel nicht einmal dadurch, dass auch Holz und Holzprodukte teurer werden, groß in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn: "Ich lasse gerade prüfen, ob wir die Versorgung mit den Hackschnitzeln aus unserem eigenen Forst sicherstellen können", sagt der Stadtchef, der da offensichtlich auch voraus denkt.

Schließlich nennt die Fehlastadt insgesamt rund 4520 Hektar Wald ihr Eigen und kann damit in vielen Bereichen, nicht nur beim Freizeitwert, Sport oder landschaftlich, punkten.

Der Schwimmunterricht muss gesichert sein

"Ich will nicht, dass die Kinder blaue Lippen haben. Wenn die sich erkälten, trifft es auch wieder die Familien", sagt Licht entschieden und verweist darauf, dass Familien durch die Energiekrise und die steigenden Preise ohnehin gebeutelt sind.

Wenn Kinder krank sind und Eltern daheim bleiben müssen, wäre das unterm Strich ja dann auch wieder ein volkswirtschaftlicher Schaden, gibt er zu bedenken. Außerdem findet Licht, dass der Schwimmunterricht gesichert sein muss und verweist auf die Zahlen und Berichte über Ertrunkene. Außer den Schulen gibt auch der TSV im Burladinger Hallenbad mit seinen Trainerinnen und Trainern Schwimunterricht.

Auch in Hausen bleibt alles wie gewohnt

Das Schwimmbecken unter der Grundschule in Hausen, sagt Ortsvorsteher Erwin Staiger, werde dieser Tage ebenfalls wieder befüllt und angeheizt. Auch hier bleibt alles wie gewohnt. In das Hallenbad ist in den vergangenen Jahren investiert worden, einiges in den Duschräumen, am Becken und an der Technik wurde saniert. Allerdings ist das Hausener Hallenbad nur ein Lehrschwimmbecken, das privaten Schwimmern nicht offen steht.

Stadt setzt auf mehr Erneuerbare Energien

In den städtischen Einrichtungen gebe es im Bereich Energie in den kommenden Monaten und Jahren sicher viel tun, verspricht der Stadtchef. "Wir prüfen gerade, wo es sinnvoll und möglich ist, die städtischen Gebäude an erneuerbare Energien zu knüpfen", sagt Davide Licht. Vor allen an Photovoltaik ist da gedacht. Aber: "Wir brauchen da halt immer eine Ausrichtung zur Sonne hin. Auf allen Dächern ist das nicht möglich".

Außerdem fühlt sich Burladingen als Stadt im ländlichen Raum auch der Landwirtschaft verpflichtet. Deshalb sollen möglichst keine Ackerflächen mit Photovoltaikanlagen versehen werden. "Die Landwirte sollen die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus der Region sicher stellen. Wir müssen da auch im Sinne der Landwirtschaft mit Sensibilität rangehen."