Es gibt Wartelisten und Aufnahmestopps beim Donaueschinger Turnverein. Das leer stehende Gebäude wäre eine gute Option. Derzeit steht die Rückmeldung der Stadt aus.
Der TV Donaueschingen ist mit seinen fast 1000 Mitgliedern der größte Verein in der kleinen Baarmetropole und kämpft schon seit Jahren mit enger werdenden Hallenkapazitäten, die Wartelisten und Aufnahmestopps werden immer massiver.
Hat man im Hauptverein der Turner eine Warteliste von 100 Kindern, so spricht auch die Abteilung Parcours von bereits 80 potenziellen Interessenten, die sie aufgrund zu geringer Kapazitäten auf der Warteliste stehen haben.
Auch Basketball, gegründet vor fünf Jahren mit zehn Mitgliedern, ist nach fünf Jahren auf 200 angewachsen.
Und das mit der alten Realschulsporthalle, die vermutlich in nächster Zukunft ein Opfer der Abrissbirne werden wird.
„Den Plan, die alte Realschulsporthalle in unsere Bewegungssporthalle umzuwandeln, legen wir langsam aber sicher auf Eis, selbst wenn auch andere Vereine sich eine weitere Existenz der alten Halle wünschen“, erklärt die Vorsitzende Marina Heide.
400 Quadratmeter Fläche stehen leer
Vielmehr haben die rührseligen und kreativen TV-ler außerhalb des Sportbetriebs ein neues Projekt in Aussicht. Es geht um das ehemalige FV-Heim beim Anton-Mall-Stadion, das seit Jahren brachliegt. Es geht um 400 Quadratmeter Fläche, auf der die TV-ler locker einen Gymnastikraum, Duschen, Umkleide, Sitzungsraum und die Geschäftsstelle sehen.
„Es wäre dies sehr wichtig für den Verein, schließlich sind und wollen wir weiter wachsen, um unser breites Angebot noch mehr Mitgliedern anbieten zu können“, so der Vorsitzende Sport, Pascal Schmidt. „Die Sporthalle der neuen Realschule wird die fehlenden Hallenkapazitäten nicht lösen, auch die neue Bundeswehr-Sporthalle wird nur begrenzt zur Verfügung stehen“, schätzt Schmidt.
Gymnastikraum könnte Hallenkapazitäten freischaufeln
„Mit dem im FV-Heim geplanten Gymnastikraum könnte man ein Teil des Angebotes des TV dort anbieten, was wieder Hallenkapazitäten freischaufeln würde“, so Marina Heide. So will man jetzt auch den damals unter anderem für die Bewegungshalle initiierten Förderverein neu aufstellen, nun geht es um ein Vereinsheim als neues Ziel.
Einen Appell gab Marina Heide dann noch an die anwesenden Gemeinderäte mit in deren Gremien. „Die Vereinsförderung der Stadt findet leider erst ab sechs Jahren statt, im Mutter-Kind-Turnen beispielsweise sind die jüngsten Mitglieder allerdings erst eineinhalb Jahre, wodurch hier keinerlei Förderung stattfindet.“
Eine Heimat für den Verein mit einer Anlaufstelle
Aktuell wartet man noch auf die Rückmeldung der Stadt. Denn einem Kauf seitens des TV erteilte die Stadt eine Absage, allerdings könnte der TV mit einem langfristigen Pachtvertrag, einer Sanierung von außen seitens der Stadt und einem Innenausbau auf Kosten des Turnvereins gut leben. „Es wäre dies endlich eine Heimat für den Verein mit einer richtigen Anlaufstelle“, so Marina Heide, die ihr letztes Jahr als Vorstand Verwaltung und Finanzen leisten wird.
Geschichte ist nun auch die Unterabteilung Fanfarenzug, deren Trompeten und Trommeln seit Jahren verstummt sind. Das gab Ralf Gliese in der Versammlung noch bekannt, wenigstens erfreuen sich ein Teil der Trommeln eines Comebacks, sie wurden beim letzten Heimspieltag der Basketballer des TV zur Unterstützung und Anfeuerung der Mannschaften genutzt.
Pascal Schmidt bleibt Vorsitzender für den Sportbetrieb
Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde der Vorsitzende für den Sportbetrieb, Pascal Schmidt, im Amt bestätigt. Und mit Anne Schröder konnte der Verein nun die vakante Stelle Vorsitzende Öffentlichkeitsarbeit besetzen.
Für fünf Jahre im Amt wurden Cemre Tümkaya, Barabas Elöd und Lea Albicker geehrt. Georg Föhrenbach, Brigitte Hettich und Anita Pankratz sind bereits 15 Jahre in ihrem jeweiligen Amt. Für 15 Jahre Mitgliedschaft wurde Markus Pollinger ausgezeichnet.
Cemre Tümkaya arbeitet sich in die Finanzen des TV ein
Cemre Tümkaya wird in die Finanzen des TV eingearbeitet, sie soll dann in einem Jahr Marina Heide beerben. Marina Heide hat momentan Finanzen und Verwaltung inne, für die Verwaltung jedoch will man eine separate Person in die Vorstandsmannschaft berufen.
Die letzten Worte in der Versammlung richtete der langjährige Vorsitzende Armin Rudolf, der jetzt Vizepräsident für überfachliche Aufgaben des badischen Schwarzwald-Turngau ist, an die Versammlung. „Ich bin seit Jahren traurig über die fehlenden Hallenkapazitäten, denn unsere Arbeit stärkt auch die Sozialkompetenz. Aber es geht nicht ohne die Unterstützung der Gemeinden, und diese bekommt dafür junge starke Persönlichkeiten, und das für ganz umsonst.“