Die Gemeinde Dietingen will die Schlichemtalhallen in Böhringen ertüchtigen und setzt auf Fördergelder. Die Konkurrenz ist groß.
Der Gemeinderat Dietingen hat in jüngster Sitzung und damit rechtzeitig den Weg für ein ambitioniertes Sanierungsprojekt in Böhringen geebnet. Mit Hilfe des Bundesförderprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ sollen die große und die kleine Schlichemtalhalle energetisch und funktional runderneuert werden.
Ein Mammutprojekt, das ohne staatliche Schützenhilfe nicht zu stemmen wäre. Deshalb setzt die Gemeinde Dietingen auf ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Aktuell fasste der Gemeinderat den notwendigen formalen Beschluss, um die Teilnahme am offiziellen Interessenbekundungsverfahren zu bestätigen.
„Energetisch ineffizient“
Das Herzstück der Planung bildet ein integriertes, klimafreundliches Energiekonzept. Die Ausgangslage zeigt deutlichen Handlungsbedarf: Die kleine Halle aus dem Jahr 1964 wird noch immer elektrisch beheizt, während die große Halle (Baujahr 2004) auf eine veraltete Ölheizung setzt.
„Beide Systeme sind technisch überholt und energetisch ineffizient“, hieß es in der Vorlage. Ziel der Gemeinde ist es, durch die Sanierung der Gebäudehülle und den Austausch der Heizsysteme den Energieverbrauch sowie die CO₂-Emissionen massiv zu senken. Auch die Umrüstung auf moderne LED-Beleuchtung steht auf der Agenda.
Neben der Ökologie spielt die Inklusion eine Hauptrolle: Beide Hallen sollen künftig komplett barrierefrei zugänglich sein. In der kleinen Halle ist zudem die Wiedereinrichtung von zeitgemäßen Umkleidekabinen und Sanitäranlagen geplant, um den Sportbetrieb langfristig zu sichern.
Integration vor Ort
Für die Verwaltung sind die Schlichemtalhallen weit mehr als reine Sportstätten. Sie seien zentrale Begegnungsorte für Vereine, Rehasport, Garden und kulturelle Veranstaltungen. Das Bundesprogramm ziele genau auf solche Projekte ab, die den sozialen Zusammenhalt und die Integration vor Ort stärken.
Ob und in welcher Höhe Gelder fließen werden, steht derzeit noch nicht fest. Angesichts der prekären Finanzlage Dietingens könne aber mit einem Förderanteil von 75 Prozent gerechnet werden, sagte Bürgermeister Felix Hezel. Mit dem aktuellen Beschluss werde allerdings lediglich die formale Voraussetzung geschaffen, damit die bereits eingereichte Projektskizze im Auswahlverfahren des Bundes berücksichtigt werden könne.
Finanzielle Verpflichtungen geht die Gemeinde mit diesem Schritt noch nicht ein. Erst wenn eine positive Rückmeldung aus Berlin vorliegt, werden die konkreten förderfähigen Kosten und der notwendige kommunale Eigenanteil ermittelt. Der Gemeinderat wird sich dann erneut mit der Finanzierung befassen müssen.
Nicht umsonst geschafft
Ein Gutes habe die Arbeit der Verwaltung bereits jetzt: Die ausgearbeitete Projektskizze kann laut Verwaltung auch für andere Förderprogramme genutzt werden, sollte der Bundeszuschuss diesmal nicht fließen.