50 Jahre hat die Hochrheinhalle auf dem Buckel. Bei der aktuellen Sanierung soll sie zukunftsfähig gemacht werden. Foto: Rolf Rombach

Nach langer Suche konnten im vergangenen Herbst die Ursachen der Wassereinbrüche gefunden werden.

Kaum ein Gebäude wird in der Doppelgemeinde von so vielen Menschen auf unterschiedliche Weise genutzt und entsprechend seit bald anderthalb Jahren vermisst: Die Wyhlener Hochrheinhalle. Nach langer Suche konnten im vergangenen Herbst die Ursachen der Wassereinbrüche gefunden werden. Deren Beseitigung und die Behebung der Schäden ist nun seit dem Gemeinderatsbeschluss im Dezember in vollem Gange.

 

Architekt gibt Einblick

Ob Schul- oder Vereinssport, Fasnacht, Abschlussball oder Blutspende – fast jeder Bürger der Doppelgemeinde hat auf irgendeine Art schon Kontakt mit der größten Sport- und Veranstaltungshalle der Gemeinde gehabt. Architekt Harry Vogt gab am Dienstag im Gemeinderat einen Einblick in die aktuelle Sanierung, die vorrangig aus dem Infrastrukturtopf des Sondervermögens des Bundes refinanziert werden soll.

Brandschutz wird teurer

Mehrere Gewerke wurden bereits vergeben. Am Dienstag erfolgte die Beauftragung eines Rheinfelder Unternehmens für die Elektroarbeiten mit einer Kostenschätzung von rund 175.000 Euro. Aus Brandschutzgründen müssten diverse Elektroinstallationen erneuert werden. Neben dem Technikraum an der Bühne verläuft zudem ein Fluchtweg, weshalb hier eine Abtrennung errichtet werden musste. Nicht mehr verwendete Geräte werden in dem Zug entfernt.

Bedauerlich sei, dass durch das Entfernen des Bodens nun auch die Haltehülsen für die Sportgeräte ihren Bestandsschutz verlören. Da die neuen Hülsen nicht auf die aktuellen Geräte passen, müssten auch diese ersetzt werden. Da die bisherige Tribüne an der Hallenwand nicht mehr TÜV-konform sei, entschloss man sich zum Ausbau. Damit verbunden ist aber nun die Anbringung eines neuen Prallschutzes. Da die Fachfirmen aber eine Wartezeit von bis zu einem Jahr hätten, wurde nun eine eigene, Vorschriften konforme Lösung mit dem Schreiner und dem Trockenbauer gefunden, die zudem um 50 Prozent günstiger ist.

Öffnungsziel September

Mehrkosten verursacht auch die Sanierung der Heizungsanlage, welche aber nun aus Nachhaltigkeitsgründen auf alle drei Hallenteile erweitert wurde.

Über dem Foyer wird derzeit das Flachdach erneuert, das als einer der Wassereintrittsorte identifiziert wurde. Neue Fenster und ein Vollwärmeschutz dienen der energetischen Sanierung. Vogt zeigte sich zuversichtlich, dass die geplante Öffnung der Halle zum Schuljahresbeginn im September eingehalten werde. Lediglich Arbeiten im Bühnenbereich würden sich dann noch in den Oktober ziehen, was die Nutzung aber nicht stören sollte.

Steigerung bereitet Sorgen

Diese Hoffnung teilten die Fraktionen unisono. Allerdings gaben sie auch zu verstehen, dass ihnen die Kostensteigerung von rund 30 Prozent Sorgen bereitet. „Hoffen wir, dass wir eine Halle bekommen, die uns nun viele Jahre hält“, zeigte sich Peter Weber (Freie Wähler) dennoch optimistisch.

Die Mehrkosten für die Heizung konnte Annette Grether (Grüne) verkraften, wäre die Anpassung doch zukunftsfähig. Sie erinnerte, dass aber auch noch das Innere des Foyers sowie die Toiletten im Untergeschoss saniert werden müssen. Sabine Gampp (CDU) haderte mit der Kostensteigerung innerhalb weniger Monate und erkundigte sich nach der Finanzierung.

Die Mehrkosten sollen laut Bürgermeister Tobias Benz und Kämmerer Dirk Bender über das Sondervermögen finanziert werden. Da man im Winter noch „im Nebel gestochert hat“, warb Benz um Verständnis für gewisse Unschärfen.

Eine Ablehnung erteilte Harry Vogt dem Vorschlag von Gertrud Wittek (FW), eine Photovoltaikanlage noch zu ergänzen. „Ohne Wärmepumpe macht das derzeit keinen Sinn. Der Strombedarf ist tagsüber zu gering. Es ist ökologisch eine gute Tat, aber wirtschaftlich ein Fiasko.“