Die Disko in der Halle 16 ist einfach ein tolles Erlebnis. Foto: Klaussner

Anna Sophie Klaussner erklärt, wie man die Kunst- und Kulturangebote weiterentwickelt, und warum selbst Hamburger Pianisten von der Sulzer Einrichtung begeistert sind.

„Man geht immer so beschwingt aus der Halle heraus“, sagt Anna Sophie Klaussner mit leuchtenden Augen.

 

Denn tagtäglich brächten sich hier Ehrenamtliche ein, um gemeinsam einen Raum für Kunst und Kreativität zu schaffen. „In der letzten Zeit sind wir auch als Community gewachsen“, freut sie sich.

Eigene Kreativität ausleben

So hätten Elektriker, die in ihrer Freizeit in die ehemalige Kupferschmiede gekommen seien, sich um die Technik-Ausstattung gekümmert. Auch die Fenster seien dank unentgeltlichen Einsatzes generalüberholt.

„Die Leute können hier selbst tätig werden“, erklärt Klaussner den Gedanken der Halle. Sei es beim kreativen Stricken mit Garnresten, Jonglage-Kunststücke für künftige Zirkusauftritte oder Acryl-Malerei mit Farbe, Steinmehl, Asche, Sand.

International und demokratisch

„Wir wollen ein richtiges soziokulturelles Zentrum werden“, skizziert sie die langfristige Ausrichtung des Hallen-Teams und der Community.

Das bedeutet die Integration verschiedener Altersgruppen, sozialer Schichten und Nationalitäten, die Förderung von sozialer Arbeit und die Verwirklichung von demokratischen Entscheidungsstrukturen.

Tipps und Ratschläge aus Reutlingen

„Unsere Planung, welche Künstler hier auftreten, oder was für Workshops angeboten werden, laufen alle basisdemokratisch ab“, erläutert Klaussner das Vorgehen der Hallen-Community.

Einer, der damit Erfahrung hat, ist Andreas Roth, einstiger Geschäftsführer des „franz.K“, dem soziokulturellen Zentrum in Reutlingen. In einem Workshop berichtete er von seinen Erlebnissen. Der zweite Teil, in dem es um Organisationsentwicklung geht, steht im Herbst an.

Neue FSJlerin für die Halle

Auch überlege man, Ausstellungen der eigenen Kreativ-Angebote zu veranstalten, also Werken, die von den „Halle 16 Kids“ oder während der „Kreativzeit“ hergestellt würden.

Doch nicht nur Klaussner ist von dem, was gerade läuft, und dem, was noch geplant wird, begeistert. Auch Luisa, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Halle 16 absolviert, hat nur positive Eindrücke.

Der Pianist aus Hamburg

„Es gibt hier so viele Kultur-Angebote und ständig andere Konzerte“, ist die Oberndorferin vom Lindenhof voll des Lobes.

Und jemand, der auch ganz eingenommen von der Kultureinrichtung ist, sei Hauke Ströh, weiß Klaussner zu berichten.

Der Pianist aus Hamburg sei auf der Durchreise in die Schweiz einmal in Sulz gewesen und zufällig an der Halle 16 vorbeigelaufen. Als er von dem Konzept erfuhr, habe er sogleich gefragt, ob er auch auftreten dürfe. Das Resultat: Er eröffnete das erste der drei Pianokonzerte des „BeFLÜGELten Wochenendes“ im Juni.

Mietvertrag ist verlängert

„Es sind dies spontanen Begegnungen, die die gemeinsame Arbeit in der Halle so schön machen“, blickt Klaussner zurück. Doch von diesen Begegnungen wird es auch künftig noch viele geben.

Denn: „Wir haben die Mietverlängerung von der Stadt bekommen“, sagt sie. Das heißt: Auch nach 2026 wird es mit Kunst und Kreativität in der Halle definitiv weitergehen.

Mit Optimismus nach vorn

Und um das zu untermauern, habe man auch einen Antrag beim Regionalförderprogramm LEADER Oberer Neckar gestellt. Sollte dieser bewilligt werden, würde das Geld in moderne Technik fließen, um die vielen Konzerte auch weiterhin gut stemmen zu können.

„Wir blicken optimistisch in die Zukunft“, beschreibt Klaussner die Stimmung der gesamten Halle 16-Gemeinschaft.