Was in der Halle 16 in Sulz alles geboten wird, erlebt man sonst nur in Großstädten wie Hamburg oder Köln, finden die Aktivisten. Auch 2026 hat man dort ein volles Programm.
„Es ist ein Schatz für Sulz, dass es so etwas gibt“, sagt Katja Plocher über die Halle 16, die sich inzwischen zu einem Magneten für die ganze Region etabliert hat.
Bei Plocher dreht sich alles um das Thema Tanz, sei es bei der „Etwas anderen Faschingsparty“ oder dem Tanz in den Mai. Bei diesen Veranstaltungen kamen sogar Leute aus Freudenstadt, Starzach und Karlsruhe in die Halle am Neckar.
Eine große Premiere
Doch bis es soweit kam, gab es noch einiges zu tun. Denn Anfang des Jahres wurde die Halle drei Wochen lang gereinigt, gespachtelt, verputzt und schließlich geputzt. Mit dabei: ein großes Rollgerüst.
„Die Leute haben uns gefragt, was wir den ganzen Tag kopfüber an der Decke machen“, erinnert sich Anna Sophie Klaussner, die für die Projektkoordination zuständig ist. Und somit stand die Halle 16 schon bald bereit für eine große Premiere: das Osterferien-Programm der Stadt.
Das Pfingstprogramm
Bei der Kulturwoche waren rund 20 Kinder dabei. „Wir haben Streetart mit Graffiti, einen Zirkusworkshop und Gipsfiguren gemacht“, erzählt Simone Bürger. Dabei konnten die Kinder alles ausprobieren, hatten aber auch Zeit zu spielen und für sich. „Es war sehr wuselig“, blickt sie lächelnd zurück.
Und in drei Wochen geht es auch schon weiter, denn da geht das Pfingstferien-Programm los. Im Herbst steht dann die Zirkuswoche an, bei der es am Ende eine große Kinderaufführung in der Halle 16 geben wird.
Künstler-Kooperation
Und was gibt es noch alles? Bei den „beflügelten Konzertwochen“ dreht sich alles rund um den Flügel – etwa, wenn beim Ballkonzert Christine Schneider am Flügel und das Duo Ballinos, also Nick Juggler und Simona Zitrone, an den Jonglierbällen auftreten.
Aber es gibt auch sechs Mini-Residenzen, bei denen Künstler aus verschiedenen Sparten zusammen ein Projekt entwerfen. „Einmal gibt es ferngesteuerte Autos, mit denen die Zuschauer zeichnen können“, verrät Klaussner.
„Von null bis 99“
Dann stehen auch noch die Halle-16-Kunsttage an, bei denen es Musik, Tanz, Theater und Artistik gibt. Die Leute könnten einfach vorbeikommen und sich ausprobieren, weist sie auf das niedrigschwellige Angebot hin. Am Ende wird es eine große Abschlussfeier mit Grillfest geben, wer mag, kann beim Workshop „Body Painting“ mitmachen.
Und wer kann zu den Angeboten kommen? „Alle von null bis 99“, sagt Bürger. Und erzählt, dass zu ihren Veranstaltungen auch eine feste Gruppe Ü-70-Jongleure kommt. „Jonglieren kann jeder“, ist sie überzeugt. Wer dies möchte, kann das am 20. Juli tun, wenn es heißt „Zirkusluft schnuppern“.
Das soziokulturelle Projekt
Und dass die Halle 16 wirklich ein Ort für alle ist, betont auch Plocher. So sei ihr nach einer Tanzveranstaltung eine 80-jährige Frau mit Tränen in den Augen in die Arme gefallen. „Danke, dass ich das noch erleben darf“, erinnert sie sich an ihren Ausruf.
Somit ist das soziokulturelle Projekt voll etabliert. „Das ist Kultur von, mit und für die Gemeinschaft“, erläutert Klaussner. Jeder wird einbezogen und alles basisdemokratisch abgestimmt. Solche Formate kennt Plocher nur aus Großstädten wie Hamburg und Köln. „In Sulz wird das alles von den Bürgern getragen“, betont sie das große Engagement der Neckarstadt.
Aber nicht nur für kunstbegeisterte Passanten ist die Halle 16 ein fester Anlaufpunkt geworden. „Wenn die Bauhofmitarbeiter den Stadtpark mähen, bekommen sie immer einen Kaffee von uns“, schmunzelt Klaussner.
Die Autorin
Amelie Hermann
ist Schülerin am Albeck-Gymnasium Sulz und hat diesen Beitrag im Rahmen ihres BOGY-Praktikums erarbeitet.